Lesersommer: Stand-up-Paddling auf dem Breitenauer See

Stand-up-Paddling  Sup macht Lust auf mehr - beim Lesersommer am Breitenauer See haben zehn Teilnehmer einen Schnupperkurs mit verschiedenen Brettern und schnellen Erfolgen gemacht.

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Jogi März macht Mut. "Ich hatte hier schon 90-Jährige, die wacklig aufgestanden sind und zurück kamen wie die Indianer", sagt der 56-Jährige aus Löwenstein-Hößlinsülz. Vor ihm liegen teils von ihm selber entwickelte Stand-Up-Paddling-Bretter. Der Mitinhaber von Pogo Boards gibt noch ein paar Tipps mit auf den Wasserweg - und schon geht"s los. Schnell ist klar: Indianer, alle zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dieser Lesersommer-Veranstaltung des Medienunternehmens Heilbronner Stimme sind Paddel-Indianer. Kein einziger wird nach den etwa zwei Stunden unfreiwillig in den Breitenauer See gefallen sein.

"Super, einwandfrei", ruft Jogi März der Gruppe hinterher. Alles gut: Die Paddellänge stimmt (bis eine Handlänge über den Kopf), alle benutzen die richtige Seite zum Paddeln (die Riffelung muss nach hinten zeigen). Der Wind? "Kein Problem. Bei Gegenwind tut man sich halt ein bisschen schwerer. Und es entstehen kleine Wellen", sagt Jogi März, der auf allen denkbaren Sportbrettern zu Hause ist. Die ersten Paddel-Apachen kommen zurück, getragen von einer Welle der Begeisterung - möglich gemacht von März und dem Naherholungszweckverband Breitenauer See.

Leichter als erwartet

"Es war viel leichter als erwartet", sagt Alexander Mühleisen. Der 20-Jährige aus Bretzfeld-Scheppach ist "zuvor mal für 30 Sekunden mit Klamotten" beim Stand-up-Paddling (Sup) gewesen. "Es ist echt spaßig. Nach drei Minuten fühlt man sich sicher." Schwupp, schon steht er auf dem nächsten Sup-Board - Jogi März hat verschiedene Bretter an den Surfer-Strand mitgebracht. Je schmaler sie sind, desto wackliger ist die Chose - aber umso schneller kommt man vorwärts. Doch grundsätzlich ist die Fortbewegungsform Sup ein genussvoll forderndes Spiel mit dem dynamischen Gleichgewicht.

"Super, genial", sagt Steffen Haberer. "Und wie gerade langsam die Sonne untergeht..." Der 49-Jährige aus Heilbronn hat vor zwei Jahren im Österreich-Urlaub schon mal gesupt, auch auf dem Karlssee während der Buga. Wasser zieht an. "Stand-up-Paddling ist total entspannend", urteilt Sigune Loos aus Ilsfeld-Schozach. "Jogi hat recht: Wenn ich schneller fahre, wird das Brett stabiler." Die 53-Jährige schnappt sich den gelben Carbon-Flitzer und sagt später: "Das ist fetzig." Sigune Loos und ihr Mann Jürgen sind auf dem Wasser zu Hause, nämlich Canadier-Fahrer. Sie löchern Jogi März mit Fragen. Auch mit Fragen nach Preisen.

Jogi März freut sich: "Wenn es den Leuten Spaß macht, habe auch ich Spaß." Und den Spaß kann man kaufen beziehungsweise mieten. Ein aufblasbares Pogo-Board kostet 600 Euro mit Paddel und kann in einem Rucksack transportiert werden. Auf der Pogo-Farm gibt es aber auch Miet-Boards ab 20 Euro für den halben Tag. Die einhellige Meinung beim Lesersommer: Sup mache Lust auf mehr.

 

Lars Müller-Appenzeller

Lars Müller-Appenzeller

Stv. Leiter Sportredaktion

Fußball, Tennis, Ski alpin: Sport bewegt - Tag für Tag auch Lars Müller-Appenzeller. Der Mann vom Bodensee ist seit dem Sommermärchen 2006 für die Heilbronner Stimme sportlich unterwegs.

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