Leere Castor-Behälter sind auf dem Weg nach Obrigheim

Neckarwestheim  Ein Spezialschiff mit drei leeren Castor-Behältern ist am Dienstagmorgen vom Atommüllzwischenlager Neckarwestheim in Richtung Kernkraftwerk Obrigheim gestartet. Nach Polizeiangaben hat es bei der Abfahrt gegen sieben Uhr keine Proteste von Castor-Gegnern gegeben.

Von dpa und unserer Redaktion

Der Schubleichter "Edda" bringt die Castoren über den Neckar. Foto: Klug  

Nach der Beladung in Obrigheim soll das Schiff zurück ins rund 50 Kilometer entfernte Neckarwestheim fahren. Dort soll der hoch radioaktive Atommüll wie schon im Rahmen der drei vorherigen Transporte in ein Zwischenlager gebracht werden. Wann genau der vierte Transport stattfindet, teilte der Energieversorger EnBW nicht mit. 

Kritiker warnen, die Transporte mit dem Atommüll seien eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Die vorangegangenen Transporte waren von Protesten begleitet. 

Kritik von Aktivisten 

Die Vorgänge rund um diesen dritten Transport auf dem Neckar nahm das Bündnis „Neckar castorfrei“ am Montag zum Anlass, erneut Kritik zu üben. Die Umweltaktivisten warfen den Behörden unter anderem vor, die Polizeipräsenz sei „massiv verringert“ worden, was eine mögliche Gefährdung mit sich gebracht habe. So war es vier Aktivisten gelungen, im Neckar bei Gundelsheim zu schwimmen bevor das Spezialschiff ankam. Auch dass sich fünf AKW-Gegner auf einer nahen Brücke angekettet hatten, sei ein Beleg dafür, dass die Polizei Sicherheitsregeln „missachtet“ habe.

 

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Die Polizei wies die Vorwürfe zurück, wollte sich aber nicht zur genauen Anzahl der Beamten äußern. Die Einsatzleitung in Göppingen verfolge ein flexibles Konzept, sagte ein Polizeisprecher. Dabei gehe es darum, dass ein Teil der Beamten spontan auf Situationen reagieren und schnellstmöglich vor Ort sein kann. „Der Einsatz war aus unserer Sicht erfolgreich, weder wurden Menschen gefährdet noch verletzt“, sagte der Sprecher.

Messungen der radioaktiven Strahlung

Ein weiterer Vorwurf der Aktivisten lautet, die Messungen der radioaktiven Strahlung seien teilweise unzureichend gewesen. Ein Sprecher des baden-württembergischen Umweltministeriums wies das zurück. Die Werte lägen unter der natürlichen Strahlenbelastung. Bei Messungen würden geltende Vorschriften eingehalten.

„Sie werden an den Stellen vorgenommen, an denen sich Personen aufhalten“, hieß es von dem Sprecher. Mit einem Messgerät habe man auch die Brücke in Gundelsheim während der Durchfahrt der Castoren im Blick gehabt, so dass die Strahlungswerte auch für die angeketteten Personen korrekt erfasst worden seien.

 

- Dieses Video zeigt den ersten Atommülltransport am 28. Juni auf dem Neckar -