Lawinengefahr: Erste Reisen in Skigebiete abgesagt

Region  Wie reagieren Reisebüros und Skiorganisationen aus der Region auf Dauerschnee in den Alpen? Manche Skifahrer bleiben lieber zu Hause, Sicherheit geht vor. In Kursen sind Fahrten abseits der Piste tabu.

Von unserer Redaktion

Skifahrer im Sessellift
Skifans in der Region planen trotz der heftigen Schnefälle Ausfahrten. Foto: dpa  

 

Ins Skigebiet fahren oder lieber zu Hause bleiben? Bei den Reisebüros hängt die Reaktion der Kunden derzeit davon ab, wohin sie fahren. Schäfer Reisen etwa hat seine Tagesfahrt nach Ischgl am kommenden Samstag, 12. Januar, abgesagt. "Wir haben die Reise storniert und den Kunden die Folgetermine angeboten", sagt Ralf Schäfer. Die Situation vor Ort im Paznauntal erschien dem Reiseunternehmen zu chaotisch, zumal es nochmal schneien soll. "Wir wollten Problemen von vorneherein aus dem Weg gehen." Nur ein Viertel der Lifte hat derzeit überhaupt geöffnet, der größte Teil der Pisten im Skigebiet von Ischgl ist gesperrt: "Das hätte mit Sicherheit zu Engpässen geführt. Wer langfristig gebucht hat, fährt trotzdem."

Wetteraussichten machen Fahrt unsicher

Bei Gross Reisen soll es dagegen wie geplant am Samstag, 12. Januar, nach Oberstdorf ans Fellhorn gehen - vorausgesetzt, es kommen noch kurzfristige Buchungen: Weil Schneefall vorhergesagt ist, sei die Mindestteilnehmerzahl noch nicht erreicht, sagt Dominik Sapara von Gross. Das Skigebiet am Fellhorn sei nicht von Lawinen betroffen und zudem mit dem Bus gut anzufahren.

Die Skischule Unterland ist angesichts der Schneechaos--Meldungen aus den Alpen noch entspannt. Die nächsten Skikurse an den Wochenenden finden im Allgäu in Nesselwang und Jungholz statt. "Da kann man noch Ski fahren. Es gibt dort derzeit keine dramatische Situation, alle Pisten sind offen", stellt Skischulvorsitzender Hartmut Frey auf Anfrage fest. Falls sich die Lage verschlechtern sollte, könne man auf andere Orte im Allgäu ausweichen. 

Auch bei der Skiausfahrt ins Lechtal und den Familientagen am Feldberg im Februar geht Frey davon aus, dass es keine Probleme geben wird. "Wir fahren nicht so weit in die Alpen rein." Die Lawinengefahr sei deshalb nicht so hoch. Und in den Kursen sei generell verboten, abseits der Piste zu fahren. Insgesamt ist Frey froh, dass endlich wieder mal viel Schnee fällt. Zuletzt habe man Ausfahrten zwischen Weihnachten und Neujahr wegen Schneemangels öfter absagen müssen.

Jugendgruppe saß fest

Eine Jugendgruppe des Skiclubs Kirchheim saß am Wochenende in Saalbach-Hinterglemm fest, weil der Bus am Morgen nicht durchkam. "Das war kein Problem, sie kamen eben erst spät abends nach Hause", berichtet Vereinssprecherin Andrea Zeller. An diesem Wochenende soll es mit 70 Skifahrern nach Jungholz im Allgäu gehen. "Das ist ja kein hochalpines Gebiet", sieht Zeller derzeit keinen Grund für eine Absage. Aber Sicherheit gehe vor, das Wetter könne sich jederzeit ändern. Dann werde der Club auf seiner Homepage oder im persönlichen Gespräch mit den Teilnehmern informieren.

Schnell reagiert auf die sich abzeichnende Wetterlage hat man beim Skiclub Lauffen bei einer fünftägigen Ausfahrt. Der Bus brachte die 40-köpfige Jugendgruppe und die zehn Betreuer schon am vergangenen Sonntagmorgen statt am Nachmittag zurück aus Wagrain im Salzburger Land.