Kommentar: Nichts ist normal

Region  Es ist ein ganz normaler Frühlingstag. Doch der Schein trügt. In Zeiten des Coronavirus müssen sich die Menschen an die Verordnungen von Bund und Ländern halten . Das gilt auch, wenn man sich im Freien aufhalten möchte.

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Es ist wie an einem ganz normalen Frühlingstag. Bei Temperaturen von fast 20 Grad Celsius strömen die Menschen in Parks, zu Ausflugszielen und an den Neckar. Cabrios fahren mit offenem Verdeck. Die ersten Motorradfahrer sind unterwegs. Ganz Mutige tragen schon kurze Hose und T-Shirt.

Und doch ist alles anders. Seit rund einer Woche gilt in Baden-Württemberg eine Kontaktsperre, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Nicht mehr als zwei Personen sollen sich gemeinsam in der Öffentlichkeit bewegen, es sei denn, es handelt sich um Familien. Großeltern sollen ihre Enkelkinder nicht mehr treffen. Eiscafés, Ausflugslokale und Biergärten haben geschlossen.

Den subjektiven Eindruck bei den Stippvisiten an Heuchelberg, Hörnle und Wartberg, bestätigt die Polizei: Die meisten halten sich an die Verordnung. Solche, die das nicht tun, gibt es aber auch, berichten uns Leser etwa vom Breitenauer See. In der aktuellen Situation gibt es dafür keine Rechtfertigung. Jedem Einzelnen muss bewusst sein, dass er dadurch die eigene und die Gesundheit anderer gefährdet und auch riskiert, dass die Landesregierung ein noch ein schärferes Mittel einsetzt: die Ausgangssperre. Dann wäre es nicht mehr möglich, an schönen Tagen in die Natur zu gehen. Dabei ist doch gerade das eines der besten Mittel, um Stress, Frust und die Angst vor dem Virus zumindest für ein paar Stunden zu verdrängen.

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claudia.kostner@stimme.de


Claudia Kostner

Claudia Kostner

Autorin

Claudia Kostner ist seit 1996 Redakteurin der Heilbronner Stimme. Der gebürtigen Heilbronnerin liegt die Region am Herzen. Sie berichtet hauptsächlich aus Zabergäu und Leintal, aber auch über die Volkshochschule Unterland.

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