Kleingartacherin greift nach Krone der Deutschen Weinkönigin

Region  Julia Böcklen aus Eppingen-Kleingartach steht am Freitag im Finale zur Wahl der 71. Deutschen Weinkönigin. Auch die noch amtierende Winzer-Queen kommt aus Württemberg. Wie stehen die Chancen?

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Sie haben sich für die Endrunde qualifiziert (von links): Laura Gerhardt (Mosel), Julia Böcklen (Württemberg), Angelina Vogt (Nahe), Katharina Bausch (Rheingau), Carolin Hillenbrand (Hessische Bergstraße) und Miriam Kaltenbach (Baden).

Foto: DWI

Diesen Freitag wird in Neustadt/Weinstraße die 71. Deutsche Weinkönigin gewählt. Gleichzeitig geht die Amtszeit von Carolin Klöckner aus Vaihingen/Enz zu Ende.

Die 24-Jährige hatte vor zwölf Monaten nach 32 Jahren die Krone erstmals wieder nach Württemberg geholt. Zuvor war dies nur Friedlinde Gurr-Hirsch (1976/77) aus Untergruppenbach, Carola Geiger-Kaiser aus Grantschen (1983/84) und Helga Drauz aus Heilbronn (1986/87) geglückt.

Schafft Württemberg das Double?

Die Württemberger Weinkönigin Julia Böcklen (25) aus Eppingen-Kleingartach hat sich vor einer Woche fürs Finale qualifiziert.

Wird Württemberg wieder ganz oben stehen, gelingt das Double? Dies fragen sich nicht nur Winzer. Als sie beim Heilbronner Weindorf darauf angesprochen wurde, hielt sich Julia Böcklen vornehm zurück. Mutmaßungen, dass dies womöglich "aus politischen Gründen" nicht der Fall sein könnte, weil eine Region nicht zweimal hintereinander die Ehre haben sollte, wies die amtierende Carolin Klöckner zurück. "Da geht es absolut neutral zu. Die 70 Jurymitglieder schauen nicht auf die Herkunft. Schließlich geht es um den deutschen Wein insgesamt."

Der Fanbus ist schon gechartert

Derweil geht Julias Onkel Kurt Freudenthaler, Kellermeister des Weinkonvents Dürrenzimmern, davon aus, dass seine nette Nichte zumindest Prinzessin wird. Wie viele andere Familienangehörige und Weingärtner hatte er am Wochenende im SWR-Fernsehen die Qualifikationsrunde verfolgt und nennt als "heiße Favoritinnen: die von der Nahe, die aus dem Rheingau und unsere Julia". An mangelnder Unterstützung sollte es auf den Rängen des altehrwürdigen Neustadter Saalbaus nicht mangeln.

Wie Freudenthaler berichtet, hat seine Schwester Daniela, also Julias Mutter, bereits bei Müller in Massenbachhausen einen Fanbus gechartert. Die Böcklens, Vater Rainer ist übrigens Ortsbauernobmann, sind Mitglieder der Heuchelberg-Weingärtner. So ist Julia gleichsam zwischen den Rebzeilen aufgewachsen und jobbte immer wieder für die WG als Ausschankdame. Im Hauptberuf arbeitet sie inzwischen bei einem Naturkosmetikunternehmen, nachdem sie noch während ihrer Amtszeit in Hohenheim den Master in Kommunikationswissenschaft und Medienforschung machte.

Das Finale wird live im TV übertragen

Wer weder eine Fahrkarte, noch eine Eintrittskarte ergattert hat, darf sich trösten: Das in eine Spielshow eingebundene Wahlfinale wird am Freitag, 27. September, 20.15 Uhr, live im SWR-Fernsehen übertragen. Der Abschied von Carolin Klöckner und ihrer zwei Weinprinzessinnen ist bereits ab 19.30 Uhr im Internet zu sehen: auf www.deutscheweine.de.

 

Auch Württemberg sucht neue Weinhoheiten

Der Weinbauverband Württemberg sucht bereits Nachfolgerinnen von Weinkönigin Julia Böcklen sowie der Prinzessinnen Franziska Fischer, Ellen Volzer und Aliena Zischewski. Die Hoheiten repräsentieren für ein Jahr das Weinland. Im Terminkalender stehen Begegnungen mit Menschen in Württemberg, Deutschland und Europa, bei Festen, bei politischen Ereignissen oder Präsentationen unter anderem in Berlin, Dresden, Duisburg und Hannover. Interessierte junge Frauen werden vorab umfassend über das Amt informiert.

Bewerberinnen aus Weinbau, Gastronomie oder Tourismus müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Bis Mitte Oktober kann man sich beim Verband bewerben. Die von Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer moderierte Wahl-Gala findet am Dienstag, 3. Dezember, im Carmen-Würth Forum Künzelsau statt. Info: 07134 8091 und www.weinbauverband-wuerttemberg.de

 

 


Kilian Krauth

Kilian Krauth

Autor

Kilian Krauth kümmert sich um die Heilbronner Kommunalpolitik, um historische und kirchliche Themen sowie um den Weinbau der Region und weit darüber hinaus.

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