Kinder-Uni bietet Einblicke in "Die Wunderwelt der Tropfen"

Heilbronn  In der 250. Vorlesung mit Bernhard Weigand und Kathrin Schulte von der Uni Stuttgart ging es um eine richtig runde Sache. Rund rund 280 junge Kommilitonen im Alter von acht bis zwölf lernten bei Experimenten zum Mitmachen, warum es keine eckigen Seifenblasen gibt.

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Kinder-Uni bietet Einblicke in "Die Wunderwelt der Tropfen"

Wird das wohl so gehen? Werden die Seifenblase eckig, wenn man sie durch die eckige Form pustet? Dozentin Kathrin Schulte lässt es Kinder ausprobieren, die anderen schauen auf Bildschirmen zu.

Foto: Dennis Mugler

Hübsch ist so ein Tautropfen auf grünem Gras, wie eine durchsichtig schimmernde Perle. Magisch, wie sich Sonnenlicht in Wassertropfen bricht und so Regenbögen malt. Aber Tropfen sind nicht nur wunderbar schillernde Gebilde, sie sind wichtig. Lebensnotwendig, zum Beispiel als Bestandteil von Trinkwasser. Oder nützlich, etwa wenn sie als Benzin in den Verbrennungsmotor eines Kraftfahrzeugs gespritzt werden.

Aus eckig wird ganz schnell rund

In jedem Fall aber sind Tropfen rund. Das beweist das Seifenblasen-Experiment, das die Kinder-Uni-Dozenten Kathrin Schulte und Bernhard Weigand am Mittwochnachmittag bei ihrer Vorlesung "Die Wunderwelt der Tropfen" durchführen. Die beiden Wissenschaftler vom Institut für Luft- und Raumfahrttechnik der Universität Stuttgart lassen drei Kinder in der Aula auf dem Bildungscampus aus buntem Draht Pustestäbe formen: einen runden, einen drei- und einen viereckigen. Die dürfen die Nachwuchsforscher nun in eine Schüssel mit Seifenlauge tauchen und ausprobieren: Kann man eckige Seifenblasen produzieren?

Geplatze Seifenblasen

Gebannt verfolgen rund 280 junge Kommilitonen im Saal das Experiment über zwei große Bildschirme links und rechts des Podiums. Die runden Seifenblasen werden perfekt. Die durch die drei- und viereckigen Rahmen gepusteten nehmen, mikrosekundenkurz, auch eine runde Form an, platzen aber dann sofort.

Warum bleiben Tropfen also immer rund? Das liegt an der Oberflächenspannung, für die wiederum die Moleküle sorgen, erklärt Schulte, und lässt fünf Kinder auf der Bühne Hand in Hand demonstrieren, wie diese untereinander zusammenhalten: "Moleküle, die keine Nachbarn haben, ziehen zur Mitte hin", sagt sie. So wird die Oberfläche klein gehalten und Wasser kugelt sich als Tropfen ab.

Die nächste Kinder-Uni

"Schlaf gut und träum süß von sauren Gurken" findet statt am Montag, 10. Februar, im Kubus der Experimenta.

Die Materie bleibt kompliziert

Doch trotz anschaulicher Experimente und der Mitwirkung junger Studierender bleibt die Materie recht abstrakt, die Geschichte mit den Molekülen rätselhaft. Das zeigt eine der vielen Fragen am Ende des Vortrags: "Woraus bestehen Moleküle?", erkundigt sich ein Jungforscher neugierig. "Aus Atomen. Das sind die kleinsten Teilchen, die es gibt", antwortet Schulte. "Und was hat uns das jetzt gebracht?", raunt ein Junge aus den Stuhlreihen seinem Nachbarn zu. Der zuckt mit den Schultern. Was man nicht greifen und fühlen kann, ist doch etwas schwer, richtig zu verstehen. Doch andere schlaue Fragen, etwa wieso Wolken weiß sind, wenn Tropfen doch durchsichtig sind, beantworten die Dozenten zufriedenstellend.

Eine runde Sache

So wird diese 250. Heilbronner Kinder-Uni am Ende eine runde Sache. Um das Ereignis gebührend zu feiern, hat die AIM als Veranstalter Überraschungen vorbereitet, auch die Kooperationspartner - die Hochschule Heilbronn und das Medienunternehmen Heilbronner Stimme - sind vor Ort. Nach einer Stunde Vortrag samt Fragerunde öffnet sich hinter den Teilnehmern ein Vorhang und gibt den Blick auf Mitmachangebote frei. Mit Begeisterung stürzen sich die Kinder auf den Zeitungstüten-Bastelstand und zum Glücksrad. Runde Muffins dürfen sie am Ende auch noch essen, und wem vor der Vorlesung die Schlange zu lang war, um sich einen Stempel für sein Kinder-Uni-Heft zu besorgen, holt das jetzt nach.


Kooperationspartner unterstützen das Bildungsangebot der AIM

Die Kinder-Uni ist eine Erfolgsgeschichte. Auch wenn sich seit der ersten Vorlesung für junge Nachwuchsstudierende in Heilbronn − zum Weltkindertag 2004 ging es um Gummibärchen − Orte, Wochentage und Uhrzeiten geändert haben, so ist doch die Neugier der Acht- bis Zwölfjährigen gleich geblieben, ist das Gratis-Angebot meistens ausgebucht. Gleich geblieben sind auch die Kooperationspartner. Das Medienunternehmen Heilbronner Stimme und die Hochschule Heilbronn unterstützen die Akademie für innovative Bildung und Management (AIM) bei dem Projekt. So auch bei der Feier zur runden Veranstaltungszahl im 15. Jahr der Reihe.


Susanne Schwarzbürger

Susanne Schwarzbürger

Autorin

Susanne Schwarzbürger ist seit 2000 Redakteurin bei der Heilbronner Stimme. Im Team Kinder & Jugend sowie Familie kümmert sie sich um die entsprechenden Themen und Projekte. Gelegentlich hilft sie im Kulturressort aus. 

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