Kickernachwuchs macht es Jogis Jungs in Heilbronn vor

Heilbronn  Viel Fußballbegeisterung gab es beim Kiwanis-Familiensommerfest auf dem Rasen hinter dem Heilbronner Frankenstadion.

Von Helmut Buchholz

Kiwanis Kinderfest
Foto: Dennis Mugler  

Die deutsche Fußballmannschaft ist schon in der Vorrunde bei der WM gescheitert. Zu leblos, zu wenig leidenschaftlich war der Auftritt von Jogis Jungs. Es geht aber auch anders. Wer erleben will, wie sehr das Fußballerherz für das runde Leder entflammt sein kann, war am Samstag beim Familiensommerfest des Kiwani-Clubs Heilbronn auf dem Rasen hinter dem Frankenstadion goldrichtig.

Im Mittelpunkt steht bei dem Fest schon fast traditionell ein Fußballturnier mit Mannschaften von Heilbronner Schulen. 22 Teams aus ersten und zweiten Klassen waren diesmal dabei. Jeder Spieler erhält eine Medaille, die besten drei Teams Pokale. Linus Bücker (7) stand für die Kicker der Ludwig-Pfau-Schule zwischen den Pfosten. Der Fußballfan war allerdings gar nicht so traurig über Deutschlands WM-Aus. Schließlich war er für vier Länder: Belgien, Schweiz, Deutschland und Dänemark. "Belgien ist ja noch dabei", sagt der fußballbegeisterte Grundschüler, der unbedingt Profi werden will, wenn er groß ist. Seine Mutter Cornelia Bücker findet das Turnier der Kiwanis gut. "Denn alle, die wollen, können mitspielen. Nicht nur die Guten." Sie lobt den Club als Organisator, weil "er sich so viel Mühe gemacht hat. Es ist total nett hier."

Von Frust über das WM-Aus keine Spur

Etwas trauriger als Linus Bücker ist Luis Börner (6) über Deutschlands WM-Ausscheiden. Der Schüler der Böckinger Grünewaldschule ist Fan von Nationalspieler Joshua Kimmich. "Der ist voll nett." Seine Mutter Doreen Börner bemerkt bei dem Nachwuchs-Fußballturnier jedenfalls nicht den geringsten Frust über die DFB-Elf, die Stars und Vorbilder der Kleinen sind. "Hier ist alles entspannt."

 

 

Kiwanis-Präsident Michael Weis lobt die Einstellung der Grundschüler: "Man sieht, mit welcher Begeisterung sie spielen, alles sehr fair." Schauspieleinlagen wie die von Brasiliens Superstar und Supermimose Neymar "gibt es bei uns nicht". Gerhard Ritter von den Kiwanis freut sich auch über das spielerische Niveau: "Das hat sich über die Jahre hinweg gehoben. Früher sind alle hinter dem Ball hergerannt, jetzt sieht man richtige Kombinationen."

Kiwanis-Club will von Mensch zu Mensch geben

Ritter unterstreicht, dass das Fest ein Familienfest sei. "Alle sind eingebunden, jeder legt Hand an, auch die Kinder unserer Familien." Und es wird nicht nur Fußball gespielt. Es gibt auch eine Hüpfburg, Büchsenwerfen... Ritter: "Wir leben hier auch Integration."

Bei der Veranstaltung gehe es nicht um "Scheckbuchdiplomatie", sondern der Kiwanis-Club "gibt von Mensch zu Mensch", so Ritter. Der Reinerlös komme mehreren Organisationen zu Gute, Meseno erhielt einen Scheck über 5000 Euro, die Schulen bekommen Geld für ihre Klassenkasse. Dass am selben Tag das Kinderfest der Heilbronn-Marketing-Gesellschaft im Wertwiesenpark stattfand, war nicht so gut. Präsident Weis: "Diese Terminkollision wollen wir in Zukunft vermeiden."