Jede Menge Hexen, Trolle und andere Hästräger

Brackenheim  Es ist Faschingszeit in Brackenheim. Rund drei Stunden lang treiben es die Hästräger bunt in der Innenstadt.

Von Stefanie Pfäffle

Drei Mal ruft Beate Ackermann, Trainerin bei der 1. Fasnetzunft Brackenheim, am Samstagnachmittag laut „Weiber“ in die Menge, die sich beim alten Dekanat versammelt hat. Das an dieser Stelle notwendige „Zeche“ schallt als Antwort noch nicht so richtig zurück. „Ich würde sagen, das üben wir noch mal.“ Doch als die ersten Hästräger dann die Straße hinab kommen, sind die Leute schnell auf Betriebstemperatur. Rund drei Stunden lang ziehen über 1800 Narren aus 85 Gruppen durch die Brackenheimer Innenstadt.

Gerade erst haben sie ihre Häs, also ihre Kostüme und Masken abgestaubt – das geschieht bei diesen Gruppen immer am sechsten Januar – jetzt sind alle schon richtig heiß auf Schabernack. Mützen werden mit extra konzipierten, ausziehbaren Geräten so schnell vom Kopf gezogen, dass der Geradeeben-noch-Träger kaum weiß, wie ihm geschieht. Haare werden verwuschelt, junge Mädchen kurzerhand über die Schulter geworfen. Während Kinder ganz liebreizend einen Lolli in die Hand gedrückt bekommen, müssen Erwachsene eher mal mit einer Konfettidusche oder gar gleich einem ganzen Bad rechnen. 

Bewunderung rufen die vielen unterschiedlichen Masken hervor, die größtenteils sehr detailliert sind. Da gibt es ganz böse Teufel mit leuchtenden Augen, gruselige Hexen mit Warzen und krummen Nasen, aber auch niedliche Trolle und Hasen mit überdimensionierten Kuschelkarotten. Sie bauen Pyramiden, lassen die Karpatschen knallen und verbreiten vor allem eins – gute Laune bei Groß und Klein.