In Tripsdrill wird Schwäbisch g'schwätzt

Cleebronn  Stimme-Leser vergnügen sich einen Tag lang im Cleebronner Freizeitpark Tripsdrill. Bei einer kabarettistischen Führung erfahren sie Geschichten über Cäsars Badehose und die Altweibermühle, die reife Damen in ansehnliche Fräuleins verwandelt.

Von Wolfgang Müller

 

Wenn Marktfrau Gertrud aus dem Nähkästchen plaudert, gibt es für sie kein Halten mehr. Und auch keine Untertitel für Nicht-Schwaben. Die 25 Leser der Heilbronner Stimme hatten beim Lesersommer am Montagmorgen im Freizeitpark keine Probleme damit, die wahren und erfundenen Geschichten rund um Tripsdrill zu verstehen. "Das war wirklich sehr interessant", sagt Ingrid Adam aus Kirchardt, die den Vergnügungspark zuletzt vor 17 Jahren besucht hatte.

Altweibermühle mit roter Geschenkschleife

Ihr 90-jähriges Bestehen feiert die Freizeiteinrichtung auf Cleebronner Gemarkung. Die Altweibermühle ist zum runden Geburtstag mit einer überdimensionalen roten Geschenkschleife geschmückt. Aber die Geschichte von Tripsdrill - oder der "Trulla", wie die Einheimischen sagen - reicht natürlich viel weiter zurück. Bis in die Römerzeit, wie Marktfrau Gertrud berichtet.

Erzählungen mit Augenzwinkern

Ob Julius Cäsar wirklich in Tripsdrill war? Laut Marktfrau Gertrud ist die Frage wissenschaftlich beantwortet. Archäologen hätten nämlich des Imperators Badehose und Badekappe gefunden. "Lorbeerkranz inklusive", wie die schwäbische Gästeführerin mit einem Augenzwinkern berichtet. Cäsar habe nämlich vom dortigen Heilwasser und Jungbrunnen gehört. So habe es für ihn kein Halten mehr gegeben.

Überhaupt dreht sich in Tripsdrill Vieles um die Sehnsucht nach ewiger Jugend. Die Altweibermühle verwandle reife Damen in ansehnliche Fräuleins. "Das ist besser als jede Runzel-Ranch", sagt Gertrud und meint damit Schönheitskliniken. Auch die Herren der Schöpfung müssten nicht traurig sein. Für sie gebe es ja die Altherrenmühle.

Unternehmen hält Traditionen hoch

Schwäbische Lebensart trifft man auf Schritt und Tritt. Ob Weinbau, Heiratsmarkt, Kindlesbrunnen oder Waschhaus: Mit Liebe zum Detail lässt der Familienbetrieb Fischer Traditionen hochleben. Die Burg "Rauhe Klinge" schützt den Jungbrunnen. Beim Höhenflug geht"s bis auf 20 Meter. Wer will kann Loopings fliegen. Wer es gemütlicher haben will, "genießt die Aussicht", sagt Gertrud.

Millionen Spezialschrauen verbaut

Auf der Holzachterbahn "Mammut" rauschen die Waggons mit 80 Kilometern pro Stunde aus 30 Metern in die Tiefe. "Eine Million Spezialnägel und zwei Millionen Spezialschrauben sind hier verarbeitet", erzählt Gertrud. Nebenan katapultiert die Karacho-Bahn die Fahrer von 0 auf 100 Stundenkilometer in 1,6 Sekunden. Die Stimme-Leser sind am Ende der gut einstündigen Führung begeistert. Sie haben jetzt den ganzen Tag, den Freizeitpark zu erkunden.

 

 

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