Hinter den Weindorf-Kulissen rumort es mitunter

Heilbronn  Zoff wegen der Weinpiraten: Im Heilbronner Weindorf beklagt ein Öko-Winzer die Standvergabe. Er hätte gerne einen Öko-Gemeinschaftsstand. Warum nicht?

Von Kilian Krauth

Hinter den Weindorf-Kulissen rumort es mitunter
Alles fest im Griff (v.l.): Dorothe Minicz, Iwona Giemsa, Sascha Minicz, Jansz Kwiatkowski und Roman Giemsa.  

Öko-Winzer Andreas Stutz ist ziemlich sauer. Er weist darauf hin, dass der Stand der "Weinpiraten" am Hafenmarkt 2017 nur auf Probe aufgestellt worden ist, nun aber ohne Ausschreibung erneut vertreten sei. Deshalb hinterfragt er die angeblich "mafiöse" Vergabepraxis der Heilbronn Marketing GmbH (HMG). Deren Chef Steffen Schoch betont, dass die HMG solche Stände ohne Ausschreibung frei vergeben könne, wobei man sich im vorliegenden Fall auf eine einmütige Empfehlung der Weindorf-Gemeinschaft stütze, die auch der HMG-Aufsichtsrat abgesegnet habe.

Dem "Weinpiraten"-Testlauf von 2017 sei eine freiwillige Ausschreibung vorausgegangen. Für die "Weinpiraten", namentlich Rolf Willy, Cleebronn-Güglingen und Felsengartenkellerei, habe man sich entschieden, weil sie zwei Hauptkriterien erfüllten: "Sie binden das junge Publikum in der Sülmer City ein und sie ziehen neue Publikumsschichten an." Anders als Stutz behaupte, entspreche das Häuschen den baulichen Vorgaben. Und Besigheim schenke dort auch Wein aus dem Heilbronner Land aus: von Mitgliedern aus Ilsfeld.

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Karl Seiter: Es rumort immer mal wieder

Hinter den Weindorf-Kulissen rumort es mitunter
Nicht überall im Weindorf klingt es so harmonisch wie bei Fritz-Peter Ostertag und Rainer Körner. Fotos: Christiana Kunz  

Der meist um Harmonie bemühte Wengertersprecher Karl Seiter gibt offen zu, dass es hinter den Kulissen "immer mal wieder rumort", was bei 50 Beschickern nicht verwunderlich sei. Vielleicht habe das Fest gerade durch konstruktive Diskussionen und Optimierungsvorschläge sein hohes Niveau erreicht. Dass man Kritik ernst nehme, zeige auch die Tatsache, dass Stutz seine Vorstellungen bei einem eigens anberaumten Termin bei OB Harry Mergel vortragen darf.

Idee eines Öko-Standes mit Weindorf-Winzern

Unabhängig von den Nebengeräuschen liegt Andreas Stutz mit seiner Idee eines eigenen Öko-Stands im Weindorf gar nicht so daneben. Öko und Bio liegen schließlich voll im Trend. Einzelne Betriebe wie die Weingärtner Stromberg-Zabergäu, die Lauffener Weingärtner, das Weingut Schäfer-Heinrich und nicht zuletzt Stutz schenken rund ums Rathaus bereits punktuell Öko-Tropfen aus. Zudem sind sie alle unterm Dach des Ecovin-Verbands, dessen Württemberger Ableger tatsächlich von Stutz geführt wird.

Beim aktuellen Ecovin-Wettbewerb, zu dem 93 Betriebe 502 Weinen eingereicht hatten, schnitt Stutz übrigens mit sechs von 117 Siegerweinen am allerbesten ab. Aus der Region Heilbronn-Hohenlohe waren nur Stromberg-Zabergäu und Fürst zu Hohenlohe-Oehringen erfolgreich: mit je einem Wein.