Heilbronner Wengerter planen Weinstand an der Neckarbühne

Heilbronn  Die Heilbronner Wein-Villa will den Schwung von der Buga in die Stadt mitnehmen. Für 2020 ist ein temporärer Weinausschank an der Neckarbühne beim Soleo geplant, als Art Zwischenlösung für einen dauerhaften Weinpavillon.

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Heilbronner Wengerter planen Weinstand an der Neckarbühne

Die Neckarbühne unterhalb des Stadtbads Soleo wird nur punktuell bespielt, zum Beispiel beim "Weinsommer". 2020 ist ein fester Ausschank geplant. Foto: Archiv/Heibel

Seit Jahren wird in Heilbronn über einen festen Weinausschank in der Innenstand diskutiert. Doch bis auf Forderungen und Ideen ist bisher nichts daraus geworden. Bestenfalls tauchen punktuell bei Veranstaltungen attraktive Weinstände auf.

Wie es dauerhaft laufen könnte, zeigen seit drei Jahren die Weinsommer-Abende am Neckar, organisiert von Heilbronn Marketing GmbH (HMG) und der Jungwinzergruppe Wein.Im.Puls. Je nach Wetter lassen hier Hunderte bei Wein und Musik die Seele baumeln, aber eben immer nur donnerstags im Hochsommer.

Wein-Villa-Stand war Herz der Buga

Welches Wein-Potenzial in Württembergs ältester Weinstadt steckt, zeigte zuletzt der Wein-Villa-Stand auf der Bundesgartenschau. Buga-Chef Hanspeter Faas sah in ihm "das Herz der Buga" . Bei Konzerten und im Umfeld der Wassershow herrschte dort zeitweise sogar "Weindorfstimmung", wie Standleiter Daniel Drautz weiß.

Diesen viel beschworenen "Schwung von der Buga" wollen die 16 Wein-Villa-Wengerter 2020 tatsächlich in die Innenstadt tragen. Nicht in die Stadtmitte, vielmehr an die Neckarbühne beim Stadtbad Soleo, also am Nordende der Neckarmeile, die sich in den letzten Jahren zur Gastro- und Flaniermeile entwickelt hat: mit traumhafter Aussicht auf Experimenta, Altneckar und naturnahe Ufer.

Wengerter setzen 250.000 Euro

Wie beide Geschäftsführer der Genossenschaftskellerei, Karl Seiter und Michael Eißler, auf Stimme-Anfrage bestätigen, haben die Wein-Villa-Gesellschafter dieser Tage beschlossen, das Projekt gemeinsam anzupacken und dafür 250.000 Euro zu setzen.

Mit dem Architekturbüro Ruppert habe man einen erfahrenen Planer zur Hand, der zum Beispiel den neuen Schatzkammer-Verkaufs- und Präsentationsraum an der Binswanger Straße realisiert hat. Ob ein eigens gefertigtes Holzhäuschen aufgestellt wird oder wie bei der Buga ein optisch und technisch verfeinerter Losberger-Container, müsse sich noch zeigen. Jedenfalls dürften Ausstattungsteile vom Buga-Weinstand übernommen werden, also etwa Theken und Kühlschränke.

Stadtverwaltung ist aufgeschlossen

Das Rathaus, namentlich Bürgermeister Wilfried Hajek, zeigte sich nach intensiven Gesprächen aufgeschlossen. Vor der Baugenehmigung müsste das Vorhaben allerdings in gestalterischer und rechtlicher Hinsicht "wasserdicht" gemacht werden.

Die Wengerter würden den Stand mit Außenbereich gerne am 17. April eröffnen und bis 6. Oktober 2020 durchgängig Wein ausschenken, also im 173-tägigen Zeitfenster der Buga 2019. Den Winterbetrieb strebe man vorerst nicht an. Außerdem sei das Projekt zunächst auf ein Jahr beschränkt.

Dinkelacker würde dauerfaften Pavillon finanzieren

Parallel zu dem temporären Ausschank soll der von Gastronom Köksal Kilic initiierte, vom Architekturbüro Mattes Riglewski gestaltete und mutmaßlich von der Stuttgarter Brauerei Dinkelacker-Schwabenbräu finzanierte Weinpavillon nicht torpediert werden. Die Stadt hat für das architektonisch ambitionierte Gebäude bereits einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht.

"Wir pflegen einen engen Kontakt zu Brauereivorstand Bernhard Schwarz", betont der gut vernetzte Seiter. Der Pavillon könnte sogar parallel zum temporären Ausschank gebaut werden, meint er, denn der Bebauungsplan beziehe sich auf die nördliche Seite der Neckarbühne. "Wir werden uns auf der städtischen Seite der Bühne platzieren, also entlang der Neckarmeile."


Kilian Krauth

Kilian Krauth

Autor

Kilian Krauth kümmert sich um die Heilbronner Kommunalpolitik, um historische und kirchliche Themen sowie um den Weinbau der Region und weit darüber hinaus.

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