Heilbronner Schüler gewinnen Preis mit Heimat-Projekt

Heilbronn  Elftklässler des Heilbronner Mönchsee-Gymnasiums haben beim Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung einen der Hauptpreise gewonnen. Im Mai wird es für die zwölf Schülerinnen und Schüler von Fabian Lindenmayer eine Woche nach Prag gehen.

Von Stefanie Pfäffle
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Hans-Georg Lambertz (hinten, Zweiter von links), war nach Heilbronn gekommen, um den Schülern des Mönchseegymnasiums den Preis zu übergeben.

Foto: Pfäffle

Als Fabian Lindenmayer die E-Mail aus Berlin öffnete, war er völlig perplex. "Ich musste erstmal anrufen, ob das kein Irrtum ist", erzählt der Lehrer vom Heilbronner Mönchsee-Gymnasium. Doch es war kein Irrtum: Sein Gemeinschaftskundekurs der Jahrgangsstufe 11 hatte beim Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung einen der Hauptpreise gewonnen. Im Mai wird es für die zwölf Schülerinnen und Schüler eine Woche nach Prag gehen. Gestern wurde ihnen die entsprechende Urkunde von Hans-Georg Lambertz, dem Leiter des Wettbewerbs, persönlich übergeben.

Lob von höchster Stelle

"Das war eine hervorragende Arbeit, für die Jury die beste in dieser Kategorie", lobt Lambertz die Einsendung des Kurses. Anfang des Schuljahres hatte Lindenmayer seinem Kurs vorgeschlagen, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen, auch für ihn das erste Mal. "Es ist immer schön, wenn man mit den Schülern was machen kann, was über den Bildungsplan hinaus geht, wo sie auch noch was anderes mitnehmen", findet er. Gerade bei einem Wettbewerb gilt es, Fristen einzuhalten, Vorgaben zu erfüllen und im Team zu arbeiten.

Gemeinsam hatte man sich für das Thema Heimat entschieden. "Das passt gut zu Heilbronn, weil es so eine gemischte Stadt ist." Die Schüler entschieden sich für einen Radiobeitrag als Umsetzung, wofür sie extra Aufnahmegeräte beim Kreismedienzentrum ausliehen. "Wir haben dafür verschiedene Menschen interviewt, was ihnen zu dem Thema einfällt, was sie damit verbinden. Wir haben aber auch unsere eigenen Gedanken einfließen lassen", erklärt die 16 Jahre alte Amelie die Herangehensweise.

Flüchtlingskinder, Politiker, Leute, die schon oft umgezogen sind, Senioren im Altersheim - das Spektrum war groß und das Ergebnis viel mehr als das, was in einen sechsminütigen Beitrag reinpasst. "Das war dann wieder ein Lernprozess, wir mussten auswählen, was wir verwende wollen", erklärt Fabian Lindenmayer. Am Ende kamen die Schüler zu dem Schluss, dass der Begriff Heimat von Populisten gern missbraucht wird, obwohl er nichts mit Grenzen zu tun habe, sondern vielmehr ein Gefühl sei, das man mit einem Ort verbindet.

Vorfreude auf die Prag-Reise

Jetzt waren alle Schüler im vergangenen Jahr schon mal in Prag zur Studienfahrt. "Aber das war sehr schön, deswegen freue ich mich auch, dass es noch mal dorthin geht", sagt die 16 Jahre alte Clara strahlend.

Insgesamt hatten sich rund 2500 Klassen an der 49. Auflage des Wettbewerbs beteiligt. Dass sein Kurs zu den Hauptpreisträgern gehört, das kann Lindenmayer immer noch nicht ganz fassen. "Wir hatten Spaß dran, und dann gewinnen wir auch noch gleich eine Reise nach Prag. Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet."


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