Heilbronner Gymnasium nimmt besonderes Labor in Betrieb

Heilbronn/Weinsberg  Roboter im Unterricht: Gute Erfahrungen macht damit das Gymnasium in Weinsberg. Das Robert-Mayer-Gymnasium nimmt nun einen speziellen Raum in Betrieb.

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Heilbronner Gymnasium nimmt besonderes Labor in Betrieb

Das Robert-Mayer-Gymnasium in Heilbronn nimmt Robo-Think-Lab in Betrieb: Möglich gemacht hat das die Arnfried-und-Hannelore-Meyer-Stiftung.

Foto: Mario Berger

Der kleine Knirps begeistert: Der Roboter Nao spricht. Die leuchtenden Augen scheinen zu zwinkern. Und vor allem: Er kann sich ziemlich gut bewegen. Nur ein Gag fürs Foto sollte es werden, Schüler und Schulvertreter sollten bitte nur mal kurz die Bewegungen des Roboters imitieren. Doch bei der Einweihung des Robo-Think-Labs am Robert-Mayer-Gymnasium (RMG) wird daraus mehr. Am Ende tanzt die Gruppe mit - ziemlich lang sogar.

Nao, neu am RMG, ist sympathisch und steckt an, diese Erfahrung macht auch das Justinus-Kerner-Gymnasium in Weinsberg, das ein ähnliches Modell seit zwei Jahren einsetzt.

Von der Stiftung kommt das Geld

Laptops in Klassenstärke, zwei Drei-D-Drucker, ein großer Monitor, dazu der Roboter: Das RMG hat den besonderen Raum der Arnfried-und-Hannelore-Meyer-Stiftung zu verdanken, die über 100 000 Euro zur Verfügung stellte.

"Sie hat uns den Traum erfüllt", dankt Direktorin Antje Kerdels. Auch von der Stadt Heilbronn kam Geld - für Umbau und Sanierung. Man sei bei den Schulen gut aufgestellt, um sich den Anforderungen und Herausforderungen zu stellen, sagte Bürgermeisterin Agnes Christner.

Lehrer spricht von einer Denkfabrik

Schon länger kommen kleinere, fahrbare Roboter am Gymnasium zum Einsatz, jetzt ist mehr möglich. Dabei sticht nicht nur die technische Ausstattung des neuen Zimmers hervor. Das Ambiente mit Hockern soll seinen Teil dazu beitragen, dass die Kinder kreativ sind.

Der Raum sei gleichermaßen Labor und Produktionsort, Spielwiese und Sportarena, Denkfabrik und Unterrichtsraum, zählte der stellvertretende Schulleiter Knut Neugebauer auf. Flexibel, beweglich, die Zusammenarbeit fördern und konzentriert arbeiten, das alles soll es in diesem Zimmer geben. "Durch diese Gestaltung wollen wir der Kreativität auf die Sprünge helfen."

Roboter, Laptopos und Drei-D-Drucker sind für viele Kinder und Jugendliche

Von der Ausstattung profitieren viele. Das RMG kann sich vorstellen, über Schulgrenzen hinaus zusammenzuarbeiten. Und intern kommen alle Klassensstufen für das Angebot infrage, sagt Florian Oberhardt, der am Gymnasium Mathemathik, Physik und Informatik unterrichtet. Fünft- und Sechstklässler können die Robotix-AG besuchen und schon spielerisch programmieren. In Klasse sieben kommt Informatik hinzu, das Jugendliche später unter anderem im Profil IMP vertiefen können.

In Weinsberg macht das Justinus-Kerner-Gymnasium mit einem Nao-Roboter seit zwei Jahren gute Erfahrungen. Auch dort kommt er für alle Altersstufen infrage - teils lernen die Kinder spielerisch mit ihm, teils programmieren die Jugendlichen schon die ersten Quellcodes selbst. Direktor Jürgen Kovács sagte: "Wir haben die Hoffnung, dass wir mehr Mädchen für den MINT-Bereich ansprechen können." Also für die Fächer Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Es funktioniert. "Die Mädchen strömen in die Robotik-AG." Dem kleinen Kerl sei dank.


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen in Neckarsulm, Ilsfeld, Untereisesheim und Weinsberg.

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