Heilbronner Neckarbogen bekommt Städtebau-Auszeichnung

Heilbronn  Das Heilbronner Stadtquartier Neckarbogen hat am Freitagabend im Rahmen der Verleihung des Deutschen Städtebaupreises 2020 eine Auszeichnung erhalten. Für den ersten Preis hat es zwar nicht gereicht, OB Harry Mergel spricht dennoch von einem "Ritterschlag". Die Jury lobte das Konzept des Neckarbogens als "hervorragend".

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132 Millionen Euro hat die Stadt in den Neckarbogen investiert. Die Durchführung der Buga kostete 51 Millionen Euro und wurde durch die Einnahme von Eintrittsgeldern, Mieten, Pachten oder Sponsoring ausgeglichen.

Das ehemalige Buga-Areal in Heilbronn steht wieder im bundesweiten Fokus. Der neue Stadtteil Neckarbogen, der darauf entsteht, hat eine Auszeichnung im Rahmen der Verleihung des Deutschen Städtebaupreises erhalten. Die Präsidentin der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung, Elisabeth Merk, lobte den Neckarbogen im Rahmen der digitalen Preisverleihung am Freitagabend als „vorbildliches Stadtquartier“. Überzeugend sei für die Jury unter anderem gewesen, dass ein "untergenutztes Industrie-Areal" für die nachhaltige Nutzung zurückgewonnen werden konnte.

Harry Mergel: "Allein die Nominierung ist schon ein Ritterschlag"

Für den ersten Platz, den mit 15.000 Euro dotierten Deutschen Städtebaupreis 2020, reichte es letztendlich nicht. Der ging an das Berliner Quartier am ehemaligen Blumengroßmarkt. Dennoch hat es der Heilbronner Neckarbogen in dem Auswahlverfahren weit geschafft. Insgesamt hatten sich 86 Projekte beworben, 35 kamen in die engere Auswahl und zehn wurden für den Deutschen Städtebaupreis nominiert. Auszeichnungen über 1000 Euro gingen neben Heilbronn an Bremen, Regensburg und Tirschenreuth. 

Neben dem Gewinnerbeitrag und dem Neckarbogen waren weitere namhafte Bauprojekte in der engeren Auswahl, zum Beispiel die Riederwald-Siedlung in Frankfurt am Main oder das Stadtquartier an der Leopoldstraße in München. „Allein die Nominierung ist schon ein Ritterschlag für unsere Stadt und alle an der Entwicklung des Quartiers Beteiligten. Eine Auszeichnung zu erhalten freut uns außerordentlich und macht uns stolz“, sagte der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel nach der Preisverleihung, die live aus der Berliner Akademie der Künste gestreamt wurde. „Die Auszeichnung bestätigt uns erneut, dass uns mit dem Neckarbogen sowohl konzeptionell als auch in der Umsetzung die Entwicklung eines wegweisenden Quartiers gelungen ist. Das ist uns auch Ansporn, den eingeschlagenen Weg bei den folgenden Bauabschnitten konsequent fortzusetzen“, erklärte Mergel.

Was hat die Jury überzeugt?

In der Begründung der Jury wurden verschiedene Punkte hervorgehoben, die zur Auszeichnung des Neckarbogens führten. Einerseits sei die hohe Qualität des Stadtteils "durch Auswahlverfahren von Bietergemeinschaften aus Architekturbüros und Investoren" erreicht worden. Andererseits sei die Mischung aus sozialer Quartiersentwicklung, Nachhaltigkeit und Ökologie sehr gut gelungen.

Die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung lobt den Deutschen Städtebaupreis alle zwei Jahre aus. Im Rahmen des 40-jährigen Geburtstags gab es bei der Preisverleihung am Freitag auch einen Sonderpreis unter dem Motto „Städtebau revisited“. Er befasste sich mit Beiträgen, die zwischen 1980 und 2010 einen Preis bekommen hatten. Fünf von 58 Projekten wurden nominiert. So sollte gezeigt werden, inwiefern ausgezeichnete Projekte über die Jahre erfolgreich waren und ihre Konzepte vorantreiben konnten.

Nominierungen Deutscher Städtebaupreis 2020

  • Anklam: Hansestadt Anklam – Rückkehr zur vertikalen Stadt (Belobigung)
  • Berlin: Quartier am ehemaligen Blumengroßmarkt (Deutscher Städtebaupreis)
  • Bremen: Waller Sand (Auszeichnung)
  • Burg: Stadt Landschaft Burg (Belobigung)
  • Frankfurt am Main: Riederwald-Siedlung, Friedrich-List-Straße (Belobigung)
  • Heilbronn: Stadtquartier Neckarbogen – Erster Baustein einer neuen Stadtlandschaft (Auszeichnung)
  • Maitenbeth: Rathaus Maitenbeth (Belobigung)
  • München: Stadtquartier an der Leopoldstraße (Belobigung)
  • Regensburg: Jüdisches Gemeindezentrum mit Synagoge (Auszeichnung)
  • Tirschenreuth: Ort des Lernens – Revitalisierung der historischen Fronfeste zum Lernstandort (Auszeichnung)

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Annika Heffter

Autorin

Annika Heffter arbeitet seit 2018 bei der Heilbronner Stimme und ist seit 2020 Redakteurin im Stadtkreisressort.

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