Heilbronn will als StartupCity punkten

Heilbronn/Region  Als Gründerstadt will Heilbronn wahrgenommen werden. Deshalb bündeln verschiedene Kooperationspartner nun ihre Kräfte für eine Gründer-Plattform. Beim Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Innovationsfabrik wurde das Netzwerk vorgestellt.

Von Christian Gleichauf

StartupCity Heilbronn in der IFH

Zum 20-jährigen Bestehen der Innovationsfabrik Heilbronn wurde gemeinsam von Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft der Startknopf für das neue Netzwerk StartupCity Heilbronn gedrückt.

Foto: Dennis Mugler

 

Mit dem Who-is-who der regionalen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft feierte die Stadt Heilbronn am Montagvormittag den 20. Geburtstag ihrer Innovationsfabrik (IFH). In der Halle des ehemaligen Landmaschinenbetriebs Weipert, aus dem 1999 das Gründerzentrum wurde, wagte Oberbürgermeister Harry Mergel die Prognose, "dass Heilbronn in nächster Zukunft in die erste Liga der Startup-Städte in Deutschland aufsteigen wird".

Zahlreiche Kooperationspartner

Köln, Düsseldorf, Hannover, Berlin - zu solchen selbsternannten "StartupCitys" gesellt sich nun Heilbronn. Feierlich wurde gemeinsam der Startknopf für die neue Plattform gedrückt - von zahlreichen Händen, denn es gibt viele Kooperationspartner. Die Inititative kam von der Stadt Heilbronn, dabei sind die Hochschulen, IHK, Handwerkskammer, Zukunftsfonds und andere Geldgeber, die Stadtsiedlung und ihre Innovationsfabrik, die neu gegründeten Campus Founders auf dem Bildungscampus und die Dieter-Schwarz-Stiftung.

"Wir wollen mit diesem Verbund Doppelstrukturen und Doppelinvestitionen vermeiden und unsere Kräfte bündeln", erläuterte der Heilbronner Finanzbürgermeister Martin Diepgen. Heilbronn solle als Gründerstadt überregional wahrgenommen werden.

 

 

Ministerin Hoffmeister-Kraut erinnert an Engagement des Landes

Dass bereits gute Rahmenbedingungen in der Stadt herrschen, machte die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) deutlich: "Die Innovationsfabrik ist wichtiges Sprungbrett für viele Gründer. Es ist eine Art Katalysator für die Menschen in der Region und ihre Ideen." 300 Unternehmen haben in der Innovationsfabrik zeitweilig eine Bleibe gefunden. Momentan haben 60 Firmen dort ihre Adresse. "Die Investition des Landes war sehr weitsichtig", resümierte die Ministerin.

Geld allein reicht nicht

In einer von Stimme-Redakteur Manfred Stockburger moderierten Diskussion erinnerte Thomas Villinger daran, welch "mühevoller Weg" in den ersten Jahren an der IFH beschritten wurde. Der heutige Geschäftsführer des Zukunftsfonds hatte die IFH vor 20 Jahren aufgebaut. Heute ist er überzeugt, dass das Gesamtpaket stimmt. "Geld gibt es allerorten. Wir aber haben eine mittelständische Industrie und eine Technologie, die in die Welt hinausstrahlt." Das unterstrich auch der Igersheimer Unternehmer und ehemalige VDMA-Präsident Manfred Wittenstein: "Die Geisteshaltung in dieser Region ist wunderbar."

Für einen Erfolg der neuen Gründungsinitiative braucht es die Hochschulen, darin waren sich alle Beteiligten einig. Der Rektor der Hochschule Heilbronn, Oliver Lenzen, erinnerte daran, dass auch die heutigen IT-Schwergewichte Siller und Bechtle Ausgründungen der Hochschule Heilbronn waren.

Reinhold Geilsdörfer benennt ein Defizit

Wohl auch um dem Vorwurf der kollektiven Selbstbeweihräucherung aus dem Weg zu gehen, wies der Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung, Reinhold Geilsdörfer, auf ein Defizit hin: "Wir brauchen Forschungseinrichtungen. Das sieht man an diesen Städten, die sich als Schwarmstädte auszeichnen." Deshalb sei die TU München in diesem Konzert ein wichtiger Baustein. Unklar ist jedoch noch, wie eng die Zusammenarbeit der TUM mit dem neuen Netzwerk sein wird.

Mehr Infos online: Sichtbar wird das Netzwerk vorerst vor allem über die Homepage www.startupcity-heilbronn.de, die als Plattform und Anlaufstelle für Gründer im Wirtschaftsraum Heilbronn Informationen bereitstellt. Dort gibt es auch einen Kalender für relevante Veranstaltungen.

 


Campus Founders zwischen TUM und IFH

Seit Januar ist Oliver Hanisch Geschäftsführer der Campus Founders, der Gründungshelfer auf dem Bildungscampus. Noch voraussichtlich bis 2021 wird es dauern, bis das Gebäude für die von der Dieter-Schwarz-Stiftung ins Leben gerufene, gemeinnützige GmbH fertiggestellt wird. Es entsteht anstelle der alten Wagenhallen, die demnächst abgerissen werden. Ein Umbau dieser Hallen sei zu teuer gewesen. "Wir warten aber nicht darauf, bis das Gebäude fertig ist, sondern sind bereits in der Aufwärmphase", erklärte Stiftungsgeschäftsführer Reinhold Geilsdörfer. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Gründerzentrum der TU München (UnternehmerTUM) ist vorgesehen. Einen Wettbewerb zwischen Campus Founders und Innovationsfabrik soll es nicht geben. "Wir brauchen viele Bausteine, nur dann können wir sichtbar werden", so Geilsdörfer.