Hallenmeister kümmert sich um die Blumen im Fruchtschuppengebäude der Buga

Heilbronn  Hallenmeister Friedemann Haug sorgt dafür, dass die Pflanzen frisch und ansehnlich rüberkommen. Zum neunten Mal ist er jetzt bei einer Landes- oder Bundesgartenschau im Einsatz.

Von Carsten Friese

Der Hallenmeister kümmert sich um die Blumen im Fruchtschuppengebäude der Buga
Jede Menge Abwechslung bekommt das Auge des Betrachters. Foto: Dennis Mugler

Er ist mit zwei Kollegen der Kümmerer, damit die regelmäßig wechselnden Blumenschauen der Buga im Fruchtschuppengebäude auch frisch und ansehnlich rüberkommen, die Blumen gut im Saft stehen. Zum neunten Mal ist Friedemann Haug jetzt bei einer Landes- oder Bundesgartenschau in seinem Metier im Einsatz. Und wer den 75-jährigen Karlsruher so erlebt, der merkt schnell, mit welcher Leidenschaft der Gärtnermeister und Florist bei der Sache ist.

Jeden Tag macht er seine Runden durch die Hallen, prüft die Pflanzen, ob sie genug Feuchte haben, ob die Blätter und Blüten gut ausgebildet sind, ob der Hallenboden sauber ist und die Arrangements stimmen. Mit den Aufbauteams der Fachgärtnereien ist Hallenmeister Haug im engen Austausch, um die beste Wirkung beim Aufbau zu erzielen.

Menschen wollen sich unterhalten lassen

"Heute reicht den Menschen nicht, einfach nur Blumenbeete zu sehen. Sie wollen sich auch unterhalten lassen", erklärt der Fachmann, dass Accessoires bei den Schauen ein wichtiger Faktor sind. Mal eine Badewanne oder Mülleimer, aus denen Blumen wachsen, mal an Fäden hängende Schallplatten als Zierde, oder ein großer Vogelkäfig als Umrandung für eine große Pflanze gehören dazu. Für Abwechslung fürs Auge der Betrachter wird gesorgt.

Der Hallenmeister kümmert sich um die Blumen im Fruchtschuppengebäude der Buga
Er ist der grüne Macher in den Blumenschauen der Buga: Gärtnermeister Friedemann Haug inmitten der aktuellen Fuchsienausstellung in der Fruchtschuppenhalle. Foto: Dennis Mugler

Das Schwierigste ist, die exakte Feuchte zu bestimmen, damit die Pflanzen weder aus Trockenheit oder Wurzelfäule durch Staunässe welken. Der Grat sei schmal, sagt Haug. An Hortensien prüft er, ob die Blüten nicht zu weich sind − dann benötigen sie Wasser. An anderen Pflanzen sieht Haug sich die Blattfärbung genau an. Wenn Farne von sattem Grün in leichtes Matt wechseln, sei es Zeit. Ein Drahtstrauch brauche zum Beispiel jeden Tag Wasser. Und: An trüben Tagen müsse man vorsichtig mit dem Gießen sein.

99 Prozent der Gäste gäben eine positive Rückmeldung

Wie viele Pflanzen zu kontrollieren sind, hängt von der jeweiligen Schau ab. Mal sind es 2000 bis 3000, mal 6000 bis 8000, die aktuelle Fuchsienschau hat bis zu 500 größere Pflanzen. "Sie brauchen Freiraum, sonst wirken sie nicht."

Auch zu manchen Einsätzen auf dem Außengelände wird er gerufen, zum Beispiel bei Umpflanzaktionen. "Das ist halt der Fluch, wenn man schon einige Gartenschauen gemacht hat", sagt er augenzwinkernd.

Von den Besuchern ist Haug angetan. Rund 99 Prozent der Gäste gäben eine positive Rückmeldung über die Blumenschauen. "Einige bedanken sich sogar ausdrücklich für die Arbeit, die wir hier machen." Sein Job ist es, dass die Pflanzen während der zehn oder 16 Tage dauernden Schauen bis zum Schluss gut aussehen. Noch keine Ausfälle erlebt? Kaputt gegangen seien Pflanzen noch nicht. Aber: Es habe schon Pflanzen gegeben, die von Anfang an nicht gesund aussahen oder einen Ahorn, der einen Teil seiner Blätter fallen ließ. "Mit so einem Manko muss man dann leben. Es ist aber ganz selten", versichert der 75-Jährige.

Friedemann Haug kann sich keinen anderen Job vorstellen 

Sein Job ist anstrengend. Zehn bis 14 Stunden unter der Woche bis in den späten Abend, sechs bis acht am Wochenende sind üblich. Mit zunehmender Dauer der Buga werde es "schon schwieriger". Aber: Das dauernde Neue, der Umgang mit den Menschen mache so viel Spaß, "dass es kein Problem ist". Haug hat eine kleine Wohnung im Stadtkern bezogen. Pendeln mache bei den Arbeitszeiten keinen Sinn.

Wie lange er das noch machen will? Er kann sich keinen anderen Job vorstellen. Für die Landesgartenschau 2020 in Ingolstadt ist er schon gebucht und hat eine Anfrage für die Buga 2021 in Erfurt. "Nur Rentner sein, da würde ich nach zwei Monaten unruhig."

Kommunikation mit den Pflanzen 

Der Buga-Hallenmeister hört gern klassische Musik, Mozart, Haydn, Bach, und liest gerne. Nach der Buga hat er dafür wieder mehr Zeit. Aber: Zunächst geht es für zwei Wochen nach Italien. "Meer und Gebirge" will er erleben.

Für ihn sind Pflanzen Lebewesen, mit denen er auch kommuniziert. Haug lobt Blumen schon mal für ihre besondere Schönheit oder schimpft mit einer Pflanze, die nicht so gut dasteht. "Und subjektiv", sagt er, "hat das auch schon geholfen."

 

23 Blumenschauen

Namhafte Floristenteams aus ganz Deutschland haben sich für die 23 Blumenschauen auf der Buga beworben. Die meisten Schauen laufen zehn Tage, einige auch 16 Tage. Das Konzept ist so angelegt, dass immer zwei Blumenschauen mit verschiedenen Pflanzen und Themen parallel laufen. Die nächsten Themen sind: die große Fuchsien-Schau vom 10. bis 18. August, Pink Flamingo (80er Jahre-Feeling) vom 17. bis 25. August und Ran an die Farben vom 24. August bis 8. September. 

 

Kommentar hinzufügen