Halbe Million Euro Schaden durch Großbrand

Neckarsulm  Anwohner werden aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen. Fünf Menschen werden leicht verletzt, müssen aber nicht ins Krankenhaus. Auf den umliegenden Straßen kommt es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Von Jürgen Kümmerle
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Halbe Million Euro Schaden durch Großbrand
In einer Firma, die Maschinen vermietet, bricht Dienstagmittag ein Feuer aus. Es greift rasch auf eine Kfz-Werkstatt im selben Gebäude über. Die Halle wird komplett zerstört. Foto: Jürgen Kümmerle

Eine dicke, schwarze Rauchsäule steht hochhaushoch über dem Industriegebiet im Neckarsulmer Stadtteil Obereisesheim. Sie ist kilometerweit zu sehen. Beißender Geruch nach verbranntem Gummi und Kunststoff liegt in der Luft. Feuerwehrmänner laufen in der Bruthitze zu einer brennenden Industriehalle. Dort sind eine Mietmaschinenfirma und eine Kfz-Werkstatt untergebracht.

Gegen 12.30 Uhr ist dort der Brand ausgebrochen, der zu einem Großeinsatz für Feuerwehren und Rettungskräfte wird. Die Feuerwehr versucht von Drehleitern aus, die Flammen zu löschen. Immer wieder steigen Rauchschwaden aus der Ruine der Halle auf und ziehen durch die Obereisesheimer Austraße, an der sich der Industriebau befindet.

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Übergreifen auf Gebäude verhindert

Schon früh steht fest, dass das Gebäude nicht zu retten ist. Die Feuerwehr baut sogenannte Riegelstellungen auf. Damit soll das Übergreifen auf Fahrzeuge oder andere Gebäude verhindert werden. "Das Feuer drohte, sich nach drei Seiten auszubreiten", sagt Wolfgang Rauh, Einsatzleiter und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Neckarsulm. Schrott-Autos, Wohngebäude und Lastwagen drohen, Feuer zu fangen. Dies sei durch die Feuerwehr verhindert worden.

In der Kfz-Werkstatt seien Reifen und Kunststoffe gelagert gewesen. Deren Brand habe zu der massiven Rauchentwicklung geführt. "Wenn ein Reifen brennt, kann man den schwarzen Rauch fast mit einem Messer schneiden." Vier Feuerwehrleute und ein Mitarbeiter der Firma sind leicht verletzt und werden vor Ort betreut. Ins Krankenhaus müssen sie laut Rainer Köller, Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn, nicht.

Immer wieder sind Sirenen von Einsatzfahrzeugen zu hören. Der Brand verlangt ein Großaufgebot an Rettern und Helfern. Die Polizei sperrt Zufahrtsstraßen weiträumig ab. Auf der Neckartalstraße und auf der A6 kommt es zu erheblichen Behinderungen. Die Neckartaltstraße ist kurzzeitig gesperrt.

Umgebungsluft auf Schadstoffe geprüft

Über Radio und die Handy-Warn-App Nina werden Anwohner und Autofahrer, die auf den benachbarten Straßen und der Autobahn unterwegs sind, aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Feuerwehr prüft noch während der Löscharbeiten die Umgebungsluft auf Schadstoffe, gibt aber schnell Entwarnung.

"Ein Brandrauch beinhaltet grundsätzlich gefährliche Stoffe", sagt Dr. Stefan Sendelbach vom Fachbereich Chemie der freiwilligen Feuerwehr Neckarsulm. Durch die Thermik, die Dienstagnachmittag herrscht, sei der Rauch nahezu senkrecht nach oben gestiegen. "Im Nahbereich haben wir keine Schadstoffe gemessen".

Den Messradius habe die Feuerwehr auf das benachbarte Freibad und die Krankenhäuser ausgeweitet. "Bis dahin sind die Inhaltsstoffe so stark verdünnt, dass vom Rauch keine Gefahr mehr ausgeht." Auch Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig verschafft sich einen Überblick vor Ort. Er lobt die Helfer. "Am Ende sind es die Feuerwehrleute, die diesen Einsatz zu bestehen haben."

Warum das Feuer ausbricht, ist Dienstagabend noch unklar. Die Polizei geht von einem technischen Defekt oder einem fahrlässigen Verhalten eines Mitarbeiters aus. Für eine vorsätzliche Brandstiftung gebe es keine Anhaltspunkte. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa eine halbe Million Euro.


Einsatzstärke

Der Brand erfordert ein Großaufgebot an Einsatzkräften. Laut Polizeibericht sind 136 Feuerwehrleute aus Neckarsulm, den umliegenden Gemeinden und aus Heilbronn im Einsatz. Der Leitende Notarzt ist mit 25 Kräften des Rettungsdienstes und elf Fahrzeugen am Brandort. Die Polizei ist mit neun Streifen im Einsatz. Die Feuerwehren rücken mit 27 Fahrzeugen aus. Gegen 15 Uhr ist laut Polizei der Hauptbrand gelöscht. Doch immer wieder brechen Glutnester im Innern der Lagerhalle aus. Die Austraße, an der das Gebäude liegt, und Zufahrtsstraßen sind bis zum Abend gesperrt. 


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