Gruseln bei Dauerregen

Cleebronn  In vier Labyrinthen treiben Untote ihr Unwesen: Darsteller des Vereins Maizmaze lehren Tripsdrill-Besucher bei den Schaurigen Altweibernächten das Fürchten.

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Es ist dunkel. Plötzlich blitzt ein Scheinwerfer auf. Schranktüren gehen auf. Heraus springt eine blutverschmierte Bauersfrau mit klaffender Wunde auf der Stirn. "Bei mir fallen die Leute sogar vor Schreck auf den Boden", freut sich Melanie Schneller. Die Brackenheimer Augenoptikermeisterin ist Mitglied des Vereins Maismaze, der bei den Schaurigen Altweibernächten an zwei Wochenenden in Tripsdrill Angst und Schrecken verbreitet. In diesem Jahr ist sie Darstellerin im Labyrinth "Erntet Furcht", einer verlassenen Scheune, die ihre eigene, gruselige Geschichte erzählt.

Wem es zu viel wird, der darf umkehren

Drehbuch und Kulisse haben sich Melanie Schnellers Mann Patrick, im echten Leben Polizist, und der Vereinsvorsitzende Noel Ebhardt ausgedacht. Ein Schwein mit Schlachtermesser. Eine lebendige Vogelscheuche. Ein Stall, ein Schlachthaus. Genug Material für Gänsehauteffekte. Schreie. Aber auch erleichtertes Lachen. Ist ja zum Glück alles nur Illusion. Wem es zu viel wird, der darf umkehren.

"Wir sind ein Familienpark, deshalb soll es nicht allzu krass sein", betont Tripsdrill-Sprecher Birger Meierjohann. Trotzdem ist das Spektakel offiziell erst ab einem Alter von zwölf Jahren empfohlen.

Maismaze hat mehr als zehn Jahre Erfahrung im Horrorbusiness. Von zunächst fünf Mitgliedern wuchs der Verein auf mittlerweile 50. Lange Jahre war ein 25 Hektar großes Maislabyrinth in Ditzingen ihre Bühne. Seit 2014 kooperieren sie mit Tripsdrill. "Das ist Motivation für den Verein, hier haben sie eine ganz andere Kulisse", weiß Birger Meierjohann.

Zweieinhalb Stunden in der Maske

Mit viel Aufwand haben sich die Darsteller auch dieses Mal geschminkt und gekleidet. Zweieinhalb Stunden kann so eine Maske schon mal dauern, erzählt Melanie Schneller, die, das gibt sie zu, bei Gruselfilmen ein Angsthase ist. Dann geht es raus in eines der vier Labyrinthe oder auf die speziell dekorierten Wege: Leute erschrecken.

Die Sorge, dass am Samstagabend vor allem der Dauerregen viele Besucher abschreckt, ist unbegründet. Vor allem bei Einbruch der Dunkelheit strömen hauptsächlich junge Leute in den Erlebnispark. Nicht nur wegen der Gruseleffekte, auch, weil die vier Achterbahnen und weitere Attraktionen geöffnet sind und bei Nacht ihren besonderen Reiz haben.

Auch Familie Dickehage aus Gernsbach bei Baden-Baden ist nach Tripsdrill gefahren. "Die Kinder freuen sich schon seit Wochen auf dieses Extra-Event", erzählt Papa Tim Dickehage. Die vier Dauerkarten-Inhaber kommen gerade aus dem Labyrinth "Manege frei!" in der Burg Rauhe Klinge. Clowns und Artisten aus einem Wanderzirkus, einst abgebrannt, erwachen hier wieder zum Leben. Den elfjährigen Noah und die neunjährige Emily Dickehage kann das kaum erschüttern. Sie haben vor allem Spaß daran. Die drei Freundinnen Sidney (14), Lara (13) und Lara (14) aus Nordheim sind da schon ängstlicher: "Ich habe mich richtig erschrocken", gibt Sidney zu.

 


Claudia Kostner

Claudia Kostner

Autorin

Claudia Kostner ist seit 1996 Redakteurin der Heilbronner Stimme. Der gebürtigen Heilbronnerin liegt die Region am Herzen. Sie berichtet hauptsächlich aus Zabergäu und Leintal, aber auch über die Volkshochschule Unterland.

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