Großrazzia des Zolls gegen Heilbronner Reiseveranstalter

Heilbronn  Rund 250 Zollbeamte haben Büros und Schiffe eines Reiseveranstalters in Heilbronn durchsucht. Die Beamten werfen dem Unternehmen unter anderem vor, den Mindestlohn unterschritten zu haben. Der Reiseveranstalter weist gegenüber Stimme.de die Vorwürfe zurück.

Von Jürgen Kümmerle

Der Zoll führt regelmäßig Aktionen gegen Schwarzarbeit durch. Symbolfoto: dpa

Etwa 250 Zollbeamte haben Büros und Schiffe eines Reiseveranstalters mit Sitz in Heilbronn und in Köln durchsucht. Die Beamten werfen dem Unternehmen unter anderem vor, den Mindestlohn unterschritten zu haben. Der Reiseveranstalter weist die Vorwürfe gegenüber unserer Redaktion zurück.

Ab 5 Uhr am vergangenen Freitag durchsuchten die Beamte fünf Wohn- und Geschäftsräume des Reiseveranstalters. Die Razzia fand im gesamten Bundesgebiet und in Österreich statt. So wurden drei Schiffe in Greifswald, Passau und in Österreich durchforstet, wie aus einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Heilbronn und des Heilbronner Hauptzollamts hervorgeht.

Mehr als 30 Angehörige des nautischen Personals und der Service-Abteilung wurden von Beamten befragt. Diese stellten zudem umfangreiches Beweismaterial sicher. Im Fokus der Ermittlungen stehen die Geschäftsführungen zweier Unternehmen des Reiseveranstalters: ein 65 Jahre alter Mann und dessen 53-jährige Ehefrau. Sie stehen im Verdacht, seit 2014 Arbeitnehmer unter dem gesetzlichen Mindestlohn zu beschäftigen und Sozialbeiträge nicht ordnungsgemäß abzuführen.

Das Reiseunternehmen weist die Vorwürfe zurück

Außerdem gehen die Beamten Hinweisen nach, wonach ausländische Mitarbeiter nicht angemeldet gewesen seien. "Das verhältnismäßig große Kräfteaufgebot ergab sich aus den logistischen Rahmenbedingungen und der Maßgabe in den Betriebsablauf der betroffenen Betriebe nicht stärker als erforderlich einzugreifen", sagt die Einsatzleiterin.

Die Geschäftsführerin des Reiseunternehmens in Heilbronn weist die Vorwürfe zurück. "Alle Mitarbeiter von uns sind ordnungsgemäß bei der Krankenkasse angemeldet. Wir haben den Mindestlohn nicht unterschritten und beschäftigen auch keine Schwarzarbeiter." Die erhobenen Vorwürfe bezeichnet sie als haltlos.

 


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