Großer Salzquader für die Buga Heilbronn

Heilbronn  Erstmals wurde ein großer Salzklotz, ein 20 Tonnen schwerer Kubus, aus den Tiefen des Heilbronner Bergwerks ans Tageslicht befördert. Er soll ein Star der Buga werden.

Von Bigna Fink

Salzwürfel dringt nach 230 Millionen Jahren ans Tageslicht

Ein Autokran holt am Schacht Konradsberg bei den Böllinger Höfen den Salzquader für die Buga aus dem Bergwerk unter Heilbronn. 240 Meter weit hinunter führt der Betonschacht zum Salz. Foto: Mario Berger

 

Es war eine problemlose, aber auch radikale Geburt - vom 19 Grad warmen Finsteren unter Tage in den kalten, strömenden Regen zwischen Biberach und Kirchhausen: Rund 230 Millionen Jahre befand sich das Salz in 240 Meter Tiefe des Heilbronner Bodens.

Nun wurde dieses zwei Kubikmeter große Natriumchlorid-Gemisch in Würfelform über den Schacht Konradsberg ans Tageslicht befördert. Wenn die Bundesgartenschau beginnt, soll der Brocken als Star im sogenannten Salzgarten der Südwestdeutschen Salzwerke AG glänzen.

Aus Salzkammerwänden einen Kubus fräsen

"Seit Millionen von Jahren liegt das Salz da unten, und kaum ist es oben, bekommt es ein Mindeshaltbarkeitsdatum", witzelt Bernd Blau, Werkstattmeister bei den Salzwerken mit Anspielung auf die Speisesalzpackungen. Für ihn ist dieser Tag ein Höhepunkt in seinen 18 Jahren Bergmannstätigkeit - "so ein Salz am Stück, in seiner Ursprungsform, habe selbst ich noch nicht gesehen. Sonst wird es ja immer gleich zerkleinert."

Techniker Blau trägt im Bergwerk immer T-Shirt. Die Luftfeuchtigkeit im Untergrund beträgt 70 Prozent. Acht Stunden ist er mit seinen Kumpels wochentags unter Tage. Bleich ist er deshalb trotzdem nicht.

Die Gewölbe unter Tage sind bis zu zehn Meter hoch

Das Salz in der Tiefe befindet sich zwischen Schichten Anhydritstein und ist daher mit etwa vier Prozent des Minerals gemischt. Von diesem hat der Kubus seine dunkle Farbe: Er präsentiert sich leicht gescheckt in dunkleren Grautönen, Beige und Weiß. Die Bergleute hatten mithilfe einer riesigen Abbaumaschine den Salzwürfel aus den Salzkammerwänden gefräst und gesägt.

"Diese Gewölbe sind unter Tage nicht niedrig, wie man es sich vielleicht vorstellt, sondern zehn Meter hoch", erklärt Svenja Krauskopf, Managerin bei den Heilbronner Salzwerken. Für die Beförderung wird der Würfel mit Seilschlingen an dem zwei mal 240 Meter langen Stahlseil befestigt.

Salzwürfel für Buga
Der Salzwürfel zwischen Bäumen auf dem Buga-Gelände. Foto: Bigna Fink

 

750 Tonnen kann der Kran heben

Im Führerhaus des Krans ist es warm, 26 Grad. Kranfahr-Routinier Carsten Kelm trinkt Kaffee aus der Thermoskanne und hat eine Erdnussdose neben sich. Eines seiner zwei großen Displays zeigt die Daten an, die er für den Hub braucht - etwa, dass er mit dem Gespann maximal 28,3 Tonnen heben kann. Wenn es darauf ankommt, schafft der Riesenkran mit neun Achsen und einer Reifengröße von 1,5 Metern ganze 750 Tonnen Masse zu heben. Mit zwei Joysticks befördert Kelm gelassen den Quader aus seinem Loch und auf den Schwerlaster.

Die Männer befestigen das große Salzstück mit Spanngurten und seitlich mit Holzklötzen, damit es nicht rutscht. Auf der B39 bildet sich schnell eine Schlange hinter dem Schwertransporter, der mit 20 km/h sicher das Buga-Gelände erreicht. Dort findet der Würfel auch dank Kelms Krankünsten seinen Platz auf einem kleinen Podest.

Dann bekommt der Quader eine Schutzhülle übergestülpt, die erst am Tag der Eröffnung fällt. Planen schützen auch den Boden, damit das Salzwasser geregelt abläuft. Noch weiß niemand, wie sich der Kubus durch den Regen verformen wird, der möglicherweise in den 173 Tagen Buga fällt.

 

 

Auf unserer Webseite Buga aktuell finden Sie weitere Informationen über die Heilbronner Bundesgartenschau 2019 und Hintergrundberichte. Dazu gibt es 360-Grad-Rundgänge über das Gartenschau-Gelände und Vorher/Nachher-Aufnahmen von der Entstehung der Buga. 

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