Großer Buga-Aktionstag mit viel Blaulicht

Heilbronn  Ein gutes Dutzend Rettungsdienste und ideales Ausflugswetter zogen die Besucher am Sonntag in Massen auf die Buga in Heilbronn. Dort gab es teils spektakuläre Aktionen und sogar eine Weltneuheit zu erleben.

Von Kilian Krauth
Blaulichttag Buga
Normalerweise sind auf dem 40 Hektar großen Gartenschaugelände im Neckarpark zwei Polizeistreifen unterwegs. Gestern wimmelte es nur so von Einsatzkräften: mit Autos, Motorrädern und sogar hoch zu Ross. Foto: Ralf Seidel

Wer den Sonntagsspaziergang auf die Buga verlegte - und das waren viele - stieß von Süden her zwischen Stadtausstellung und Neckarufer unweigerlich auf eine Art Rettungsgasse: von DLRG über ASB und DRK, THW, Feuerwehr, Hundestaffel und Notfallseelsorge standen Rettungsfahrzeuge und Stände ohne Ende - während in der Ferne an einem Kran ein Audi-Banner wehte, an jeder zweiten Ecke Polizisten zu Fuß und hoch zu Ross auftauchten und über allem ein Hubschrauber kreiste.

Zum Glück ist nichts Schlimmes passiert

Selbst ängstlichen Naturen war schnell klar, dass kein großes Unglück passiert war. Nicht einmal eine Katastrophenübung war angesagt, sondern der Buga-Blaulichttag, bei dem ein gutes Dutzend Rettungsdienste Flagge zeigte: mit teils spektakulären Aktionen, unterhaltsamen Beiträgen, jeder Menge Infos, Musik und vielen Helfern.

 

 

Minister Strobl lobt Helden des Alltags

Allen voran lobte Innenminister Thomas Strobl bei seinem gut gesicherten Rundgang und bei seiner vom Landespolizeiorchester umrahmten Begrüßungsrede beamtete und ehrenamtliche Einsatzkräfte. Den "Helden unseres Alltags", die gemäß dem Buga-Motto "Mitten im Leben" wirkten, sei es zu verdanken, dass Baden-Württemberg statistisch das sicherste aller Bundesländer sei. "Auch wenn das manche anders wahrnehmen", so der Heilbronner, sei die aktuelle Kriminalitätsrate die niedrigste seit 30 Jahren, die Aufklärungsquote von zwei Drittel sei sogar "der Höchstwert". "Nicht zu vergessen: Heilbronn ist die sicherste Großstadt im Lande", merkte Oberbürgermeister Harry Mergel am Rande an.

Anständiges Publikum: Sichere Schau

Wer sich ganz besonders sicher fühlen will, steuert am besten die Buga an. "Das Publikum ist durchwegs sympathisch, freundlich und anständig", sagte Revierleiter Thomas Nürnberger. Bis auf zwei vermisste Personen, die aber von alleine nach Hause fanden, seien ihm keine besonderen Vorkommnisse zu Ohren gekommen. Ähnlich drückte sich Feuerwehrkommandant Eberhard Joachim aus. Gleichwohl sei man für den Ernstfall gerüstet.

Kinder proben den Ernstfall

Den Ernstfall probten gestern an etlichen Lehr- und Spielstationen kleine Floriansjünger, so etwa Eliah (4), der mit Fabian Strack (16) von der Jugendfeuerwehr mit einer Spritze auf zwei Puppenhäuser zielte. Yara (6), Jule (4) und Lilia (2) und ihre Eltern Sebastian und Miriam Schumacher aus Hassmersheim waren vom "RIB-Festrumpfschlauchboot" angetan, dessen Funktion Gerd Winkler von der Wasserschutzpolizei erklärte. Groß war das Hallo, als die Familie unterhalb der Alten Reederei die umgebaute Fähre aus ihrem Heimatort entdeckte.

Buga Blaulichttag
Hunde müssen auf der Buga eigentlich draußen bleiben. Beim Blaulichttag durften die Vierbeiner aber nicht fehlen. Foto: Ralf Seidel

Hassmersheimer Fähre dient der Kirche

Auf der "Fährlesbühne" war am Sonntag nicht nur Musik angesagt, sondern wie jeden Sonntag um 11 Uhr ein Gottesdienst. Die Notfallseelsorger Hansjörg Eiding und Carsten Wriedt schlossen in ihre Fürbitten neben Opfern und Angehörigen "Kameraden" ein, die bei Einsätzen Schaden an Leib und Seele nehmen. Annemie Hinderer, die wegen eines Sportunfalls eine Fußschiene trug, humpelte nach dem Gottesdienst wacker übers Gelände. Sie und andere Besucher stießen sogar auf eine "absolute Weltneuheit", wie Günter Vogel und Alexander Link vom Audi-Werksschutz betonten: einen Audi Feuerwehr-E-Tron, der jüngst bei der Messe Redmobil Premiere hatte. Zwischen einer Reihe, teils gepanzerter, Sonderfahrzeuge der Bundespolizei, gewährte Mirko Acimas Einblicke in Einsätze der europäischen Grenz- und Küstenwache Frontex. Nicht minder spektakulär: der "Polygreifer", den Andreas Haberer und seine Kollegen vom THW platziert hatten. Und während Thomas Wahl vom Zoll mit Blick auf eine spezielle App erklärte, dass man "bis zur jeweiligen Steuergrenze fast alles aus dem Urlaub mitbringen darf - bis auf geschützte Pflanzen und Tiere", gab es sogar lautes Gebell. "Eigentlich müssen Hunde ja draußen bleiben", sagte ein Moderator der Rettungshundestaffel Unterland, aber beim Blaulichttag dürften die vierbeinigen Retter mit ihrer guten Nase natürlich nicht fehlen.


Sicherheits- und Einsatzplan für die Buga

"Auf der Buga ist bisher noch nichts Schlimmes passiert", erklärt der Heilbronner Feuerwehrkommandant Eberhard Jochim. Doch sei man für den Ernstfall über ein von langer Hand entwickelten Einsatz- und Sicherheitskonzept für den Ernstfall gerüstet. Ein wichtiger Punkt für die schwergewichtigen Einsatzfahrzeuge sei die Standfestigkeit von Wegen. "Wenn das Holzhochhaus brennt, muss unsere Drehleiter natürlich halten." Auf Rettungswegen sei auch die Zufahrt zu Gebäuden und zu Hydranten wichtig, nicht zu vergessen: freie Fluchtwege. So habe man auch die neun Feuerwehrautos im Buga-Gelände am Sonntag so geparkt, dass sie jederzeit einsatzbereit waren. Wie Hartmut Schenk vom DRK ergänzte, gebe es im Erdgeschoss in einem Wohnhaus an der Theodor-Fischer-Straße eine feste Sanitätsstation, in der täglich sechs bis acht Helfer von ASB und DRK anwesend seien, "bei größeren Veranstaltungen sind es auch mehr".


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