Gestohlener Buga-Zwerg auf Kaufhausdach entdeckt

Bad Rappenau  Buga-Zwerg Karl, der vor Kurzem in Bad Rappenau gestohlen wurde, ist wieder da. Sein Verschwinden und Wiederauftauchen gibt zum wiederholen Mal Rätsel auf.

Von Heike Kinkopf

Buga-Zwerg Karl ist auf dem Dach eines Einkaufsmarktes in Bad Rappenau entdeckt worden. Wie er dorthin gelangte, ist noch unklar. Foto: Privat

Die Fälle wirken kurios, und die Ereignisse öffnen Spekulationen Tor und Tür. Der pinkfarbene Gartenzwerg, der für die Bundesgartenschau (Buga) in Heilbronn wirbt, verschwindet in einer Nacht- und Nebelaktion. Zuletzt passiert in Bad Rappenau. In der Kurstadt taucht er später wieder auf − auf dem Dach einer Kaufland-Filiale. Wer steckt dahinter?

Etwa 150 Werbefiguren in grellem Pink machen im Umland auf die Buga aufmerksam. Die Gartenschau startet im April diesen Jahres. Das Maskottchen trägt den Namen Karl. Der Plastikzwerg ist etwa 1,60 Meter groß und 30 Kilogramm schwer. Er steht in den Städten und Gemeinden in der Region sowie bei Partnern und Sponsoren der Buga, sagt deren Geschäftsführer Hanspeter Faas. Karl findet einen Platz unter anderem vor dem Bürgerbüro in der Bad Rappenauer Stadtmitte, mit vier Schrauben fest im Boden verankert. "Am vergangenen Freitag war er noch da", erzählt Eva Goldfuß-Siedl, Sprecherin der Stadtverwaltung. An Silvester und Neujahr ist das Rathaus geschlossen. Am Mittwoch fällt auf: Karl ist weg.

Zurückbleiben lediglich einige Schrauben. Kaum ist die Nachricht raus, taucht Karl wieder auf: Der Zwerg stehe auf dem Dach einer Kaufland-Filiale, teilt Goldfuß-Siedl mit. Wie kommt er dorthin? "Leider können wir keine Angaben dazu machen, wie er auf unser Dach gekommen ist", sagt eine Sprecherin von Kaufland. Dieses sei nicht zugänglich. Eine Treppe, die von außen aufs Dach führt, gibt es nicht.

Auch interessant: Karl, das pinke Maskottchen der Bundesgartenschau, soll eine Kopie der bunten Gartenzwerge von Künstler Ottmar Hörl sein. Ob das wirklich so ist, soll nun vor Gericht geklärt werden 

 

Anfang Dezember vor der Rathaus Bad Rappenau: Der Buga-Zwerg mit dem Bad Rappenauer Gartenschau-Maskottchen Rappoldi, BTB-Geschäftsführer Dieter Wohlschlegel und OB Sebastian Frei. Foto: Privat

Es ist das zweite Mal, dass Karl verschwindet und zurückkehrt. Ein vergleichbarer Fall ereignet sich in der Nacht auf den 21. Dezember in Oedheim. Unbekannte entwenden die Figur aus der Ortsmitte. Reifenspuren am Tatort deuten für Oedheims Bürgermeister Matthias Schmitt darauf hin, dass die Täter mit einem Auto kamen, um den 30-Kilo-Zwerg wegzuschaffen. Als die Gemeinde Anzeige wegen Diebstahls erstattet und um Zeugenhinweise bittet, dauert es nicht lange und Karl steht wieder an seinem Platz.

Handelt es sich um einen Marketing-Gag? Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas weist Mutmaßungen zurück: "Wir stecken nicht dahinter", sagt er auf Stimme-Anfrage. "Es gibt viele, die ihn gut finden. Und es gibt einige, die ihn grässlich finden", sagt Faas. "Damit über ihn diskutiert wird, dafür haben wir ihn gemacht." Insofern diene Karl der Kommunikation. Das Maskottchen ist in aller Munde. Die Stadt Bad Rappenau kündigt an, dass Mitarbeiter des Bauhofs das Maskottchen am heutigen Donnerstag vom Dach holen und an seinen angestammten Platz bringen.

 

Themenseite Buga 2019

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