Gebeutelter Circus Carl Althoff freut sich über ein junges Lama

Neckarsulm  Groß ist die Freude beim Circus Carl Althoff, den es besonders schwer bei einem Unwetter vor rund einer Woche getroffen hat: Das Lama Flecki hat Nachwuchs bekommen.

Von Simon Gajer
Circus Carl Althoff freut sich über ein junges Lama

Nachwuchs beim Circus Carl Althoff: Joanna Weisheit mit dem Lama-Mädchen, das noch keinen Namen hat. Mutter Flecki steht gelassen dahinter.

Foto: Simon Gajer

"Das ist eine schöne Überraschung", sagt Direktionsmitglied Joanna Weisheit.

Es ist nicht der einzige Lichtblick für den Familienbetrieb, der erst einmal im Neckarsulmer Stadtteil Amorbach sein Quartier bezogen hat: Mehr als 21.000 Euro sind an Spenden zusammengekommen. Von der Stadt Neckarsulm gibt es eine Wiese, auf der der Zirkus erst einmal unterkommen kann. Ein Lörracher Zirkus lieh ein Zelt. Das bisherige hat der Sturm schwer beschädigt. Nach wie vor ist unklar, wie es weitergeht.

Der Lama-Nachwuchs verliert die Scheu

Das erst wenige Stunden alte Lama-Mädchen steht zwar manchmal etwas wackelig auf den Beinen, aber es verliert schnell die Scheu. Der Zirkus, der in Amorbach auf einer Wiese an der Lautenbacher Wiese steht, ist zum Anziehungsmagnet vieler Familien geworden. Kinder streicheln die Tiere, auch dem Kleinen wollen sie mit den Fingern durchs Fell fahren. Mama Flecki, die zu Beginn dem Trubel etwas nervös zuschaute, wird ruhiger.

Joanna Weisheit blickt auf das Kleine und sieht, wie gelassen es auf die Jungen und Mädchen reagiert. "Das ist ein richtiges Zirkus-Lama." Einen Namen hat der Nachwuchs noch nicht, immerhin ist das Geschlecht klar. "Es ist ein Mädchen." Mit dem Standort ist der Zirkus zufrieden. Das zunächst angemietete Feld musste die Truppe verlassen, weil der Landwirt die Fläche bearbeitet. Nun stehen alle Tiere auf einer Wiese. "Das ist besser", sagt Direktionsmitglied Joanna Weisheit. Pferde grasen, die Kamele liegen im Grün oder in einem Zelt.

Für den Zukunft ist weiterhin unklar, wie es weitergeht

Der Circus Carl Althoff blickt aber nach wie vor einer ungewissen Zukunft entgegen. Das eigene Stallzelt ist zerstört, die jetzt aufgebaute gelb-blaue Unterkunft nur geliehen. Der Lörracher Weihnachtszirkus hat sogar ein Hauptzelt zur Verfügung gestellt. Sobald in Neckarsulm ein Platz gefunden ist, soll es aufgebaut werden. "Dann schauen wir, ob alles reinpasst", sagt Joanna Weisheit.

Das bisherige ist größer, trotzdem hofft der Circus Carl Althoff mit 30 Tieren und 15 Mitarbeitern, dass alles für Vorstellungen unterkommt. Dann soll es Dankesvorstellungen geben für all jene, die der Truppe geholfen haben. Das sind einige: Ein offizielles Spendenkonto gibt es nicht, trotzdem sind mehr als 21.000 Euro zusammengekommen. "Das hilft uns." Auch Stroh für die Tiere wurde gespendet.

Die Spenden helfen dem Familien-Zirkus

Auf die Unterstützung ist der Zirkus angewiesen. Beim Sturm wurde das Hauptzelt so schwer beschädigt, dass es zum Hersteller nach Italien gebracht werden muss. Erst dort lässt sich klären, ob es repariert werden kann. Noch müssen alle abwarten - die Betriebsferien enden dort erst in den nächsten Tagen. Dann soll alles möglichst zeitnah mit dem Laster runtergefahren werden.

Joanna Weisheit blickt auf die Kosten, die auf die Truppe zukommen. Allein das Stallzelt kostet 50.000 Euro. Eine neue Lichtanlage wird benötigt. Die Tonanlage hat der Sturm ebenso zerstört wie das Bistrozelt. "Es ist einiges", überschlägt sie all jenes, das ersetzt werden muss. Dann stockt sie: "Eigentlich fast alles."

 


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