GKN trotz steigender Neckar-Temperatur unter Volllast

Region  Thermische Kraftwerke, die Fluss- als Kühlwasser nutzen, dürfen nur bis zu einer Wassertemperatur bis 28 Grad in Betrieb bleiben. Angesichts der Hitzeperiode wurden unter anderem für das GKN und das Kraftwerk in Heilbronn Ausnahmeanträge gestellt.

Von Reto Bosch

GKN Neckarwestheim
Ausnahmeantrag erteilt: Das Kernkraft in Neckarwestheim.

Die andauernde Hitze lässt die Temperatur von Neckar und Rhein ansteigen. Das kann für Kraftwerksbetreiber zu Problemen führen, da der Betrieb der Anlagen, die auf die Flüsse als Kühlwasserlieferanten angewiesen sind, nur bis zu einer maximalen Wassertemperatur von 28 Grad genehmigt ist.

Aufgrund der Hitzeperiode wurden laut Landesumweltministerium Anträge gestellt, die Kraftwerke auch beim Überschreiten der 28-Grad-Marke ausnahmsweise am Netz lassen zu dürfen. Das sind unter anderem: Kernkraftwerk Neckarwestheim, Kohlekraftwerk Heilbronn, Heizkraftwerk Stuttgart-Münster, Kernkraftwerk Philippsburg.

"Die Lage ist zwar angespannt, nach aktuellem Stand können die zuständigen Wasserbehörden die Ausnahmen aber erteilen", sagte Umweltminister Franz Untersteller. "Die Versorgungssicherheit ist im Moment weiterhin gewährleistet." Die Ausnahmen seien kurzzeitig befristet.

Betrieb im Kernkraftwerk Philippsburg leicht reduziert

Der noch aktive Block II des Kernkraftwerks Neckarwestheim (GKN II) befindet sich derzeit im uneingeschränkten Leistungsbetrieb, die Leistung von Block 2 des Kernkraftwerks Philippsburg sei aktuell geringfügig, um bis zu zehn Prozent, reduziert, erklärte die EnBW auf Anfrage dieser Redaktion.

Durch die Staustufen des Neckars könne der Pegel am GKN nahezu konstant gehalten werden. Deshalb spiele der aktuelle Pegelstand derzeit keine Rolle.

Viel Strom durch Photovoltaik

Der Sonnenschein führe dazu, dass tagsüber der Strombedarf im Land mit einem Anteil von bis zu 40 Prozent über die Photovoltaik bereitgestellt werde, sagte Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller. "Die aktuelle Hitzeperiode liefert daher einen weiteren Beleg dafür, wie wichtig es ist, dass wir uns von den konventionellen Kraftwerken unabhängiger machen und die erneuerbaren Energien weiter ausbauen. Schließlich benötigen Windkraft- und Photovoltaikanlagen keine Flusskühlung."

 


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