GKN II wieder ans Netz geschaltet

Neckarwestheim  Das Atomkraftwerk GKN II ist nach Abschluss der Revision wieder am Netz. Zuvor traten bei Untersuchungen sicherheitsrelevante Probleme auf, die inzwischen gelöst wurden, wie der Kraftwerksbetreiber jetzt mitteilte.

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Das Atomkraftwerk GKN II soll noch bis Ende 2022 am Netz bleiben. Den ersten Rückbau-Antrag hat die EnBW bereits eingereicht. Foto: Andreas Veigel

Das Atomkraftwerk GKN II ist nach Abschluss der Revision wieder am Netz. Die Genehmigung erteilte die Atomaufsicht im Landesumweltministerium. Damit dokumentiert die Behörde, dass sie die Probleme in den sicherheitsrelevanten Dampferzeugern zumindest vorerst für gelöst hält.

Dort wurden bei Untersuchungen 191 Heizrohre mit Korrosionsschäden entdeckt. In diesen Leitungen fließt unter hohem Druck radioaktives Reaktorwasser, das nicht in den Sekundärkreislauf gelangen darf. Der Kraftwerksbetreiber EnBW ließ beschädigte Rohre verschließen und außer Betrieb nehmen. Im vergangenen Jahr traten 101 defekte Rohre zutage.

Kritik kommt von der AG Atomerbe Neckarwestheim

Die AG Atomerbe Neckarwestheim kritisiert, dass GKN II wieder angefahren werden durfte. "Jede andere Anlage wäre bei einer solchen Verkettung ungeklärter Schäden, falscher Bedienung und entweder in der Jahresrevision übersehener oder sogar erst entstandener Defekte außer Betrieb genommen worden", erklärt Franz Wagner. Ein Gutachten von Hans Heydemann (Diplom-Ingenieur und Mitglied der AG Atomerbe) lege dar, dass die Atomaufsicht in verschiedenen Bereichen von falschen Annahmen ausgeht und falsche Schlüsse ziehe.

Die EnBW wiederum erklärt in einer Pressemitteilung, dass die Revision unter Aufsicht des Landesumweltministeriums stand und von Gutachtern des TÜV Süd begleitet wurde. In den vergangenen Wochen seien in der Anlage Prüf- und Instandhaltungstätigkeiten gemacht, Brennelemente ausgetauscht und mehrere technische Projekte umgesetzt worden. Es sei nachgewiesen , dass alle rund 16.000 Heizrohre dicht sind. 

 


Reto Bosch

Reto Bosch

Stv. Regionalchef, Leiter Landkreis

Reto Bosch arbeitet seit 2000 für die Stimme. Gemeinsam mit seinem Team sucht er nach spannenden regionalen Themen. Kommunalpolitik, Agrarthemen, Atomkraft und Umweltschutz hat er besonders im Blick. 

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