Für geschwächte Eichen im Heilbronner Stadtwald wird es eng

Heilbronn  Eichen sind besonders widerstandsfähig. Doch die Trockenheit in diesem Jahr hat überraschend viele Schäden hinterlassen.

Von Christian Gleichauf
Die Trockenheit bedeutet Dauereinsatz für Waldarbeiter: Viele hundert Festmeter Holz wurden in diesem Jahr schon geschlagen. Foto: Mugler

Schon im Frühjahr hatte der Heilbronner Forstamtsleiter Immanuel Schmutz vor allem Hiobsbotschaften zu überbringen. Neben den üblichen wie Borkenkäferbefall und Eschentriebsterben war dies vor allem die Nachricht, dass die Heilbronner Eichen überraschend stark unter der Dürre leiden. Hintergrund ist das Alter der Wurzeln.

Als im Stadtwald vor 150 Jahren auf die Hochwaldbewirtschaftung umgestellt wurde, ließ man die Eichen, die bis dahin regelmäßig abgesägt wurden und dann wieder austreiben durften, einfach wachsen. Das Resultat: Was heute wie ein 150 Jahre alter Baum aussieht, hat möglicherweise 300 Jahre alte Wurzeln. Schon die Trockenheit im Jahr 2017 setzte vielen dieser Bäume zu.

Mehr zum Thema: Die Bäume im Heilbronner Stadtwald sind im Trockenstress. Seit Sommer mussten schon 900 Festmeter Holz geschlagen werden

 

"Wie es in diesem Jahr aussieht, können wir noch nicht beurteilen", erklärt Schmutz nun. Ob ein Baum vertrocknet sei oder sein Laub sich wegen des Herbstes verfärbt, könne man derzeit kaum unterscheiden. "Wir müssen warten, wie die Bäume 2019 austreiben."

Auch in Heilbronn denkt man darüber nach, dem Klimawandel mit bestimmten Baumarten zu begegnen. Weißtanne und Lärche etwa sollen die Fichte ersetzen. Dazu kommen Esskastanie, Elsbeere, Wildobst, Hybridnuss, Tulpenbaum oder Hickory. Die Eiche hat im Stadtwald trotzdem eine Zukunft, denn sie ist − anders als die Buche − relativ genügsam und resistent gegen Trockenperioden, wenn ihre Wurzeln erst einmal in die Tiefe vorgedrungen sind. 400 Eichen sollen2019 gepflanzt werden. 

 

 


Kommentar hinzufügen