Frankenbahn: DB soll doch bis 2020 fahren

Heilbronn/Stuttgart  Abellio, einer der neuen Anbieter auf der Frankenbahn, hat weiterhin massive Probleme mit seinem Lieferanten. Produzent Bombardier wird nur einen Teil der Züge liefern können, die für den Betriebsstart im Dezember zugesagt waren.

Lieferprobleme beim Hersteller Bombardier treffen die Privatbahn Abellio. Foto dpa

Wie Abellio am Mittwoch mitteilte, kann Bombardier-Transportation nur 18 der 25 für den Stichtag 15. Dezember zugesagten Fahrzeuge liefern. Man sei von der Entwicklung angesichts wiederholter Verzögerungen nicht überrascht, wird Abellio Geschäftsführer Roman Müller zitiert. Deswegen habe man ein Ersatzkonzept vorbereitet. Dieser Plan B sieht unter anderem vor, dass sich Abellio Züge bei der Deutschen Bahn ausleiht.

Außerdem werde die DB Regio die Strecke zwischen Stuttgart und Heilbronn „für wenige Monate“ weiterbedienen, wie es in der Mitteilung heißt. Erste Gespräche zwischen den Konkurrenten über eine Kooperation habe es bereits gegeben. Für die Fahrgäste bedeutet das vor allem: weniger Komfort. Abellio hatte einen Betriebsstart mit modernen, mit WLAN ausgestatteten Zügen versprochen. Darauf werden Fahrgäste auf einigen Verbindungen im Neckartal länger warten müssen. 

Mischbetrieb ab Mitte Dezember

Die Deutsche Bahn hatte die Ausschreibung für die sogenannten Stuttgarter Netze an Abellio und Go Ahead verloren.  Go Ahead, Tochter eines britischen Konzerns, ist von den Lieferengpässen nicht betroffen, weil das Unternehmen auf einen anderen Fahrzeughersteller setzt.

Ab 15. Dezember sieht die Situation voraussichtlich so aus:

  • Go Ahead fährt einmal pro Stunde die Express-Verbindung von Stuttgart über Heilbronn nach Würzburg. 

  • Abellio bedient die stündliche Regionalbahn Stuttgart-Heilbronn-Osterburken durchgehend mit modernen Bombardier-Zügen.

  • Die ebenfalls stündliche Regionalbahn-Verbindung von Stuttgart nach Mannheim behält übergangsweise die DB Regio auf dem Abschnitt bis Heilbronn.  Dort steigen Fahrgäste, die nach Mannheim wollen, in Abellio-Bahnen um.

Der Mischbetrieb dauere „voraussichtlich bis März“, präzisierte eine Abellio-Sprecherin auf Nachfrage gegenüber Stimme.de – vorausgesetzt, Bombardier liefere bis dahin die restlichen Fahrzeuge. 

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Probleme bei komplexer Software 

Bombardier bestätigt den mit dem Verkehrsministerium und den Verkehrsunternehmen vereinbarten Zeitplan in einer Pressemitteilung, ging aber nicht weiter auf die Gründe für die Verzögerung ein.Im Februar hatte ein Sprecher gegenüber der Heilbronner Stimme erklärt, Ursache für die Lieferengpässe sei die komplexe Software, die auf den Zügen aufgespielt werden muss, um europäischen Standards zu entsprechen. Deren Entwicklung dauere länger als geplant. 

Erste Verbindungen übernimmt Abellio schon im Juni von der DB, darunter die Strecken von Stuttgart über Pforzheim nach Bad Wildbad und nach Heidelberg. Das Tochterunternehmen eines niederländischen Konzerns wird auch hier mit einem Wagen-Mix an den Start gehen, weil Bombardier die für die erste Betriebsstufe ab Juni benötigten Züge erst bis August komplett liefern könne. 

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