Frankenbahn-Anbieter bessert nach

Region  Gute Nachrichten für Pendler auf der Frankenbahn: Anders als zuletzt angekündigt fährt mit Go Ahead einer der beiden neuen Anbieter vom 15. Dezember an mit modernen Zügen. Weitere Nachbesserungen beim Fahrplan, wie sie der Verkehrsclub Deutschland (VCD) gefordert hat, sind indes kurzfristig kaum zu erwarten.

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Frankenbahn-Anbieter bessert nach

Solche modernen Züge setzt Go Ahead nun doch schon von Anfang an auf der Frankenbahn ein. Der zweite Anbieter Abellio ist auf einen Plan B angewiesen.

Foto: dpa

Von Plan A zu Plan B - und wieder zurück: Noch Ende Oktober hatte Go Ahead angekündigt, wegen Lieferproblemen ein zeitlich befristetes Notfallkonzept zu verfolgen. Partnerunternehmen sollten einen Großteil der Go Ahead zugedachten Regionalexpress-Verbindungen von Stuttgart über Heilbronn nach Würzburg übernehmen - und das mit Uralt-Zügen, etwa den sogenannten n-Wagen, im Volksmund Silberlinge getauft.

Von Plan A zu Plan B - und wieder zurück

"Das ist vom Tisch", sagte Go-Ahead-Geschäftsführer Hans-Peter Sienknecht am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Heilbronn, wo Vertreter des Landes, der Bahnunternehmen und der Zughersteller Details zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember vorstellten. Go Ahead wird demnach seine stündlichen Verbindungen mit modernen Zügen des Schweizer Herstellers Stadler fahren. Sie verfügen unter anderem über WLAN und Klimaanlagen. Einige seien früher geliefert worden als erwartet, begründete Sienknecht die abermalige Kehrtwende. Man habe aber auch Vertrauen, dass Kinderkrankheiten der Züge abgestellt seien. Technische Pannen plagten seit Juni den Betrieb auf anderen Go-Ahead-Strecken.

Abellio fährt Ersatzkonzept

Frankenbahn-Anbieter bessert nach

Uwe Lahl (links) vom Verkehrsministerium informierte mit Vertretern der Bahnunternehmen und der Hersteller in Heilbronn über die Änderungen.

Foto: Mario Berger

Abellio, der zweite neue Frankenbahn-Betreiber, hat derweil noch massiver Probleme mit seinem Lieferanten Bombardier. Der Konzern liefert im nächsten Schritt nur sechs von 20 Zügen. Abellio fährt wie bereits angekündigt ein Ersatzkonzept - und das nicht nur bis März, sondern voraussichtlich sogar bis Juni.

Auf der Strecke der Regionalbahn 10 bedient die Deutsche Bahn weiter die Strecke Stuttgart-Heilbronn mit Doppelstockzügen. Fahrgäste, die weiter nach Mannheim fahren, müssen am Heilbronner Hauptbahnhof in Bombardier-Bahnen von Abellio umsteigen. Für die Verbindung Stuttgart-Heilbronn-Osterburken (Regionalbahn 18) leiht sich Abellio für die Übergangsphase Züge der DB-Baureihen 425 und 426, wie sie etwa auf der S-Bahn-Strecke zwischen Eppingen und Heidelberg unterwegs sind.

VCD sieht weiter Nachbesserungsbedarf

Frankenbahn-Anbieter bessert nach

Frankenbahn-Pendler am Heilbronner Hauptbahnhof: Mit dem Betreiberwechsel am 15. Dezember verdichtet sich der Takt. Der Verkehrsclub Deutschland sieht vor allem im Berufsverkehr trotzdem Nachbesserungsbedarf.

Foto: Matthias Heibel

Das Fahrplanangebot wird sich auf der Frankenbahn ab dem 15. Dezember grundsätzlich verbessern. Zwischen Stuttgart und Heilbronn fahren zu den meisten Tageszeiten drei Züge pro Stunde und Richtung. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat zuletzt trotzdem Nachbesserungsbedarf angemeldet. Zwischen 6 und 7 Uhr werde das Angebot sogar ausgedünnt, monierte der VCD, der zudem fordert: An einigen Haltestellen nördlich von Heilbronn sollen die Züge nicht nur bei Bedarf halten, sondern regulär.

"Schon im Dezember Änderungen zu erreichen, wird schwierig", sagte Felix Schmidt-Eisenlohr von der Nahverkehrsgesellschaft des Landes (NVBW) am Donnerstag in Heilbronn. Uwe Lahl, Ministerialdirektor im Landesverkehrsministerium, verwies auf einen "grundsätzlichen Zielkonflikt". Einerseits wollten Pendler schnell zwischen den Ballungsräumen hin und her. Andererseits wünsche sich jeder Ort an der Strecke einen Halt. "Das können wir nicht auflösen." Die Frage mit den Bedarfshalten, etwa in Roigheim, wird sich zunächst nicht stellen. Die Züge, die Abellio übergangsweise, einsetzt, haben gar keinen Knopf, mit dem Passagiere einen Halt verlangen können. Die Bahnen stoppen also vorerst regulär auch in den kleineren Orten.

Die NVBW sicherte zu, einen Punkt zu prüfen. Einige Pendler, insbesondere Audi-Schichtarbeiter, wünschen sich, dass mehr Regionalbahnen in Neckarsulm Nord vor den Toren des Werks Halt machen. "Wir schauen, ob das für den einen oder anderen Zug möglich ist", kündigte Schmidt-Eisenlohr an.

 

Alexander Hettich

Alexander Hettich

Autor

Alexander Hettich ist seit 2003 bei der Heilbronner Stimme. Er berichtet über den Kraichgau, Verkehr, Pendler und Themen aus benachbarten Landkreisen. 

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