Falls gegen Ferienende die Ideen zur Kinderbetreuung ausgehen

Region  Berufstätige haben weniger als halb so viel freie Tage wie ihre Kinder. Das stellt viele Familien vor Probleme. In der Region gibt es zahlreiche Angebote für Ferienbetreuung.

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Eröffnung der Gaffenberg-Kinderfreizeit, die größte, traditionsreichste Ferienbetreuung Heilbronns. Viele weitere Programme in der Region sorgen für entspannte Eltern während der schulfreien Tage.

Foto: Mario Berger

Kaum aus dem Sommerurlaub zurück, steht auch schon die Herbstferienplanung vor der Tür. 61 minus 30 sind 31. Diese Rechnung schaffen schon Erstklässler. 31 Tage oder sechs Wochen haben 2020 in Baden-Württemberg Schulkinder in der Regel mehr Ferien als ihre in Vollzeit arbeitenden Eltern. Das stellt viele Familien vor ein Logistikproblem: Wohin all die Tage mit den Kindern und deren freien Zeit? Doch in der Region Heilbronn tun sich immer mehr Möglichkeiten auf, den Nachwuchs gut und sinnvoll in den Ferien zu beschäftigen - und so Familie und Berufsleben besser zu vereinbaren.

 

Wer bietet welche Betreuungsmöglichkeiten für Kinder in den Ferien an?

In der Region stellen unterschiedlichste Organisationen Ferienbetreuungen zusammen: Kommunen, Familienzentren, Kirchen, Vereine, Verbände und seit ein paar Jahren auch einige Unternehmen.

Zeltlager bieten etwa die Sportkreisjugend oder Sozialverbände wie das DRK an. Nicht zu vergessen sind die großen Kinderfreizeiten von kirchlichen Trägern wie Gaffenberg und Haigern. Wöchentliche Programme ohne Übernachtung gibt es etwa bei der Hochschule Heilbronn oder bei der Experimenta sowie bei Kinder- und Jugendhilfe-Trägern wie dem Kindersolbad. Das Haus der Familie kooperiert mit einigen Firmen wie Bechtle und Bosch und realisiert deren betriebliche Ferienbetreuungen. Bei Ebm-Papst im Hohenlohekreis werden Mitarbeiterkinder in Zusammenarbeit mit der Grundschule Mulfingen und deren Kinderinsel Panama betreut.

Halb- bis mehrtägige Ferienaktionen gibt es bei städtischen Institutionen wie den Familienzentren und nahezu in allen Gemeinden des Landkreises in Kooperation mit vielen Vereinen. Programme finden sich auch beim Haus der Familie, beim Jungen Museum Christoph Reinwald und der Jugendkunstschule der Volkshochschule.

Weiterlesen: Immer mehr Firmen bieten Betreuungsplätze für Kinder an
 

Was leisten Stadt und Landkreise?

"In den städtischen Kindergärten und Grundschulen ist für eine Ferienbetreuung gesorgt," sagt Claudia Küpper von der Heilbronner Stadtverwaltung. Ein- bis zweiwöchige Programme im Sommer gibt es etwa im Kindergarten Kohlpfad oder in der Ganztagsschule Klingenberg. An der Ferienbetreuung der städtischen Schulen dürfen alle Grundschulkinder teilnehmen. Auch Schulen im Landkreis, etwa in Eppingen, Obersulm oder Bad Friedrichshall, haben ein solches Angebot für Kinder berufstätiger Eltern. Stadt und Land unterstützen Ferienbetreuungen der freien Jugendhilfe mit Zuschüssen.
 

Wie alt sind die Kinder solcher Programme?

Die meisten der Angebote richten sich an Kinder von 5 bis 14 Jahren. Für den kleineren Nachwuchs gibt es weniger Angebote. Die Kindergärten sind in der Regel auch nur für 15 bis 24 Tage im Jahr geschlossen. Von daher sei der Bedarf hier recht gering, sagt Küpper.
 

In welchen Ferien gibt es Betreuung?

In der Region finden sich zu jeder Jahreszeit Kinderfreizeiten und -programme. "In allen Ferien und für alle Kinder werden an städtischen Grundschulen Ferienbetreuungsangebote gemacht," heißt es bei der Stadt Heilbronn. Auch manch großer Betrieb bietet umfassende Möglichkeiten, das Kind in der Ferienzeit zu versorgen: Ein vierwöchiges Programm können beispielsweise Mitarbeiterkinder von Bosch am Entwicklungsstandort Abstatt im Sommer erleben, von dem auch jeweils nur einzelne Wochen buchbar sind", sagt Diana Giehl von der betrieblichen Sozialberatung bei Bosch. Auch in den Oster- und Pfingstferien gibt es bei dem Unternehmen eine Ferienbetreuung.
 

Wer betreut die Kinder?

Pädagogische Fachkräfte aus dem Haus der Familie organisieren und begleiten die betrieblichen Betreuungsangebote. Um die Kinder in den Grundschulen kümmern sich die Pädagogen, die an den Schulen die kommunalen Ganztagesbetreuungen durchführen. In der Gaffenberg-Freizeit sind die meisten der Betreuer freiwillig Engagierte und mindestens 17 Jahre alt.
 

Was wird den Kindern geboten?

Alle hier erwähnten Kinderbetreuungen umfassen ein buntes Programm. Meist wechseln sie zwischen Aktionen vor Ort und Ausflügen ab. Die Betreuer machen mit den Kindern viel Sport, oft wird auch gemeinsam gekocht. Die Gruppen gehen auf den Alpacahof, nach Tripsdrill, fahren Kanu oder besuchen die Bücherei. Jugendreisen ins Ausland oder an andere Ecken Deutschlands veranstaltet etwa die AWO. Im Rahmen einiger betrieblicher Ferienbetreuungen entdecken die Kinder auch die Arbeitsplätze der Eltern.

 


Bigna Fink

Bigna Fink

Volontärin

Bigna Fink volontierte von 2019 bis 2021 bei der Heilbronner Stimme. Seitdem ist sie als Redakteurin tätig - derzeit allerdings in Elternzeit.

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