Experten helfen Kleinunternehmern bei der Digitalisierung

Region  Die Initiative "Gemeinsam für Morgen" hilft Betroffenen der Corona-Krise, um neue Wege zu gehen. Es werden noch Experten gesucht und auch Unternehmen können sich beteiligen. Anmeldeschluss ist schon an diesem Freitag.

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Geschäfte sind geschlossen, Kneipen verwaist. Wo der Kundenkontakt in der Coronakrise nicht möglich ist, bleiben Umsätze oft aus. Abhilfe schaffen will die Heilbronner Initiative "Gemeinsam für Morgen", eine Aktion der Campus Founders, der Stadt Heilbronn und der Heilbronner Stimme.

Jetzt heißt es, schnell sein

Freiwillige Experten sollen Dienstleister und Kleinunternehmen in Weinbau, Gastronomie und Handel bei ihren Digitalisierungsbestrebungen unterstützen.

Viel Zeit zum Überlegen bleibt nicht. Wer Hilfe benötigt oder anbieten kann, sollte sich jetzt schnell registrieren. Bewerbungsschluss ist schon am Freitag, 17. April, um 24 Uhr.

Interessierte auch aus dem Umland willkommen

Das Angebot gilt für alle Interessierten in der Region Heilbronn und soll nicht an politischen Grenzen enden, wie Oliver Hanisch vom Gründerzentrum Campus Founders erläutert. Er ist Initiator des Projekts und hofft darauf, dass nun ein Netzwerk entsteht, das etwas bewirken kann. Zum Zeitdruck sagt er: "Es besteht eine gewisse Dringlichkeit, die Hilfe sollte ja eher gestern als morgen ankommen."

Initiator der Idee ist Oliver Hanisch, Geschäftsführer der Campus Founders.

Know-how auch aus Unternehmen gefragt

Wer sich mit E-Commerce auskennt, Webseiten erstellen kann oder Kenntnisse hat, die für neue Vertriebs- und Kommunikationswege von Vorteil sind, ist als Experte willkommen. "Wir hoffen auch, dass sich die eine oder andere Firma bereit erklärt, Mitarbeiter für ein paar Stunden zur Verfügung zu stellen", sagt Hanisch.

Bei einem vergleichbaren Projekt in München haben sich unter anderen der FC Bayern und Google beteiligt. "Warum sollte das bei uns nicht auch möglich sein?", meint Hanisch. Hier in der Region könnten sich IT-Firmen ebenso wie die Hochschulen beteiligen.

Jetzt muss der Lieferservice schnell funktionieren

Selbstständige und Unternehmer, die von der Krise nun besonders betroffen sind, dürfen auf tatkräftige - und kostenlose - Unterstützung hoffen. Sie können mithilfe des Netzwerks lernen, ihre Angebote und Dienstleistungen auch online zu vermarkten oder beispielsweise einen Lieferservice auf die Beine zu stellen.

Wie dies einfach möglich ist, soll anschließend auch anderen als Beispiel dienen. Die Ergebnisse werden dokumentiert und allen mit ähnlichen Problemen zugänglich gemacht. "Wer die Krise heute übersteht und nachhaltig innovativ ist, wird einer der großen Gewinner von morgen sein", prophezeit Hanisch.

Das meinen die Unterstützer

"Gute Ideen haben immer Konjunktur", kommentiert Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel. Deshalb unterstütze die Stadt diese Initiative gerne. "Sie stellt einmal mehr Solidarität und Miteinander in den Mittelpunkt, um für alle gute Lösungen zu finden." Auch Tilmann Distelbarth, Verleger der Heilbronner Stimme, ist von der Aktion überzeugt: "Die Corona-Krise bringt insbesondere auch die kleinen Firmen, die Einzelhändler und die Gastronomen in eine existenzgefährdende Situation. Sie benötigen eine besondere Unterstützung."


Christian Gleichauf

Christian Gleichauf

Chefkorrespondent Wirtschaft

Christian Gleichauf schreibt über Menschen, Unternehmen und wirtschaftliche Entwicklungen in der Region Heilbronn-Franken. Seit dem Jahr 2000 ist der gebürtige Südbadener bei der Heilbronner Stimme.

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