Es regnet nicht häufiger, aber heftiger

Region  In wenigen Tagen wüten gleich drei Unwetter in der Region. Der Deutsche Wetterdienst sieht darin auch einen Ausdruck des Klimawandels.

Von Heike Kinkopf
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Es regnet nicht häufiger, aber heftiger
In Lauffen stehen vergangenen Sonntag einige Straßen unter Wasser. Foto: privat

Brauen sich dunkle Wolken am Himmel zusammen und es zieht ein Gewitter auf, lautet die Frage: Wen trifft es diesmal? Heftiger Regen, der die Kanalschächte überlaufen lässt, verursacht in der Region mitunter hohe Schäden. Am Sonntag traf es vor allem Bewohner im westlichen Landkreis. Das Wetterphänomen Starkregen existiert nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes schon immer. Doch hinter dieser Aussage steht ein Aber.

"Starkregen ist kein neues meteorologisches Phänomen", sagt Uwe Schickedanz vom Deutschen Wetterdienst. Schon immer sei es vorgekommen, dass sich Niederschlag manchmal nur auf einen sehr engen Raum begrenze.

Es schüttet wie aus Kübeln

So wie vor einigen Wochen in Heilbronn. Es regnete in der gesamten Stadt. Aber vor allem in Sontheim, Horkheim und in der Südstadt wütete das Unwetter. Irgendwo schüttet es also binnen Minuten wie aus Kübeln und die Kanalisation kann das viele Wasser nicht aufnehmen. Und ein paar hundert Meter weiter fallen nur ein paar Tropfen.

Die Folge: Straßen werden überschwemmt, Keller laufen voll. Kommen orkanartige Böen dazu, stürzen Bäume um, knicken Äste ab und es werden Stromleitungen herabgerissen. All dies "ist nichts Neues", sagt Wetterexperte Schickedanz. "Aber gefühlt regnet es häufiger und stärker." Gefühlt heißt, Menschen empfinden es so, wissenschaftlich lässt sich das nicht nachweisen. Die Datengrundlage ist zu dünn.

Alles könnte Zufall sein

Es regnet nicht häufiger, aber heftiger

"Gott sei Dank sind solche Wetterphänomene noch so selten, dass wir keine systematischen oder mathematischen Aussagen treffen können", sagt Schickedanz. Die bisher beobachtete Unwetter-Häufung in den vergangenen Wochen in der Region könnte also Zufall sein.

Was sich aber heute bereits sagen lässt: "Starkregen ist ein Symptom des Klimawandels." Uwe Schickedanz zufolge erwarten Klimaforscher für Süddeutschland, dass sich die Zahl der Niederschläge zwar nicht erhöht. Doch wenn es regnet, dann heftiger und auf sehr begrenztem, engem Raum."Es passt ins Bild. Es wird wärmer", sagt Schickedanz. "Wärmere Luft kann mehr Wasser gasförmig lösen." Ein Starkregen geht nieder.

Warm und feucht

Dass Stadt- und Landkreis Heilbronn und der Hohenlohekreis häufiger als andere Gegenden in Süddeutschland von diesem Ereignis betroffen seien, stellt Schickedanz nicht fest. Grundsätzlich beträfe es Regionen, in denen es am wärmsten und am feuchtesten sei - zum Beispiel den südlichen Oberrhein oder den Schwarzwald aufgrund der Höhenlage.

 

 


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