Ellhofen behält vorerst ein marodes Teilstück von der B39

Ellhofen  Die Belagssanierung der B39 sorgt seit Wochen für Umleitungsverkehr. Die gesamte Maßnahme kann zwar noch vor Weihnachten abgeschlossen werden, aber ein kurzer Abschnitt in Ellhofen wird wahrscheinlich erst nach der Bundesgartenschau erneuert.

Von Steffan Maurhoff

Ellhofen behält vorerst ein marodes Teilstück von der B39

Die Einfahrt zum Netto-Markt und der Aral-Tankstelle in Ellhofen wäre zwei Wochen dicht gewesen, hätten sich die Geschäftsleute nicht gewehrt. Foto: Gustav Döttling

 

Radio Eriwan würde auf die Anfrage, ob die aktuelle B 39-Baustelle wie geplant bis zum 15. Dezember fertig wird, melden: "Im Prinzip ja, aber?" Es ging zwar in puncto Öffentlichkeitsarbeit und Bauablauf denkbar holprig zu, aber die Belagssanierung der B39 zwischen Weinsberg und der Abzweigung Sülzbach soll dennoch wie geplant vor Weihnachten erledigt sein.

Die gute Nachricht für umleitungsgeplagte Autofahrer: Dann ist die Verbindung zwischen Heilbronn und dem Weinsberger Tal erst einmal wieder frei. Aber ein etwa 200 Meter langes Teilstück in Ellhofen, ausgerechnet ein besonders schlechtes, muss vorerst in dem Zustand bleiben, wie es ist.

Gewerbetreibende wehrten sich

"Wir wollten vor Weihnachten fertig werden. Wir hätten es auch geschafft", sagt Dieter Maierhöfer, Leiter des Baureferats Nord des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart. Das Problem aus Sicht Maierhöfers sind angrenzende Gewerbebetriebe in Ellhofen, die wegen der geplanten Bauarbeiten zwei Wochen lang nicht mit dem Auto erreichbar gewesen wären. Dagegen setzten sich die Geschäftsleute heftig zur Wehr.

Klaus Trender, dem der Netto-Markt an der B 39 gehört, legt jedoch Wert auf die Feststellung, dass nicht er, sondern Netto als Betreiber mit Regressforderungen drohte. "Das hat uns gezwungen, unsere Planungen zu ändern", erklärt Maierhöfer.

Zumutbare Beeinträchtigung

Prinzipiell hält das RP die Beeinträchtigung für zumutbar. Wird Gewerbe vom Verkehr abgeschnitten, "entstehen Entschädigungsansprüche grundsätzlich erst dann, wenn eine Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz eintritt", teilt das PR Stuttgart auf Anfrage mit.

Zwar hat Dieter Maierhöfer ein gewisses Verständnis für die Reaktion der Gewerbetreibenden. Andererseits stellt er fest: "Jetzt müssen die Ellhofener weiter mit dem schlechten Mittelstück leben." Zumindest vorerst.

Denkbare Alternativen funktionieren wahrscheinlich nicht

Denkbar wäre es, auch die letzten 200 Meter gleich nach dem Jahreswechsel zu richten. Doch das hält Maierhöfer wegen des vorhersehbar unbeständigen Wetters im Januar für unwahrscheinlich. Naheliegend erscheint es, das Teilstück dann zu sanieren, wenn der Schemelsbergtunnel wegen Wartungsarbeiten dicht ist. Dafür muss die B 39 im Februar ohnehin noch einmal für vier Wochen gesperrt werden. Doch da gibt es Bedenken.

"Das Landratsamt als Straßenverkehrsbehörde wie auch das Regierungspräsidium als Bauherr halten eine gleichzeitige Sperrung von Schemelsbergtunnel und der Durchfahrt von Ellhofen für nicht sinnvoll. Aufgrund der damit einhergehenden Belastungen für die Autofahrer ist eine zeitliche Entzerrung der Baumaßnahmen zweckmäßiger, " teilt Landratsamts-Pressesprecher Manfred Körner auf Anfrage mit.

Für die Buga soll die B39 frei bleiben

Dass der marode Abschnitt in Ellhofen im Frühjahr oder Sommer repariert und die B 39 erneut gesperrt wird, kommt wegen der Bundesgartenschau nicht in Betracht. Erklärtes Ziel der mit der Sanierung befassten Behörden ist es, die B 39 als wichtige Verkehrsachse zu der publikumswirksamen Veranstaltung in Heilbronn offen zu halten.

Bei nächster Gelegenheit, so Maierhöfer, werde das Teilstück angegangen: "Das ist wahrscheinlich nach der Bundesgartenschau." Voraussichtlich im Spätjahr 2019.