Eberwinhalle in Obereisesheim droht einzustürzen

Neckarsulm  Die Feuerwehr Neckarsulm ist in der Nacht zum Samstag im Dauereinsatz. Etwa 60 Alarmierungen gehen ein. Obendrein bewahren die Einsatzkräfte die Eberwinhalle im Stadtteil Obereisesheim vor dem Einsturz. Am Morgen gehen die Einsätze weiter.

Von Heike Kinkopf
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Das Unwetter, das am späten Freitagabend die Region heimsucht, wütet besonders stark in Neckarsulm. Knapp 100 Männer der Freiwilligen Feuerwehr Neckarsulm mitsamt den Abteilungen Dahenfeld und Obereisesheim bewältigen in der Nacht zum Samstag etwa 60 Einsätze. Keller seien nicht vollgelaufen, sagt Kommandant Wolfgang Rauh. Aber zahlreiche Bäume stürzen um, Äste knicken ab, Dächer werden abgedeckt.

Vor allem im Bereich Salinenstraße und L 1100 Richtung Untereisesheim haben die Einsatzkräfte zu tun. Noch dazu fällt das Pumpwerk aus und die Rötelquerspange steht unter Wasser. Unabhängig davon rücken die Feuerwehrmänner zu einem Küchenbrand in der Lammgasse aus, bei der eine Person durch Rauchgas leicht verletzt wird. Außerdem geht ein Brandmeldealarm bei einer Firma in der Stiftsbergstraße ein.

 

 

 

Eberwinhalle stark beschädigt

Gegen 2 Uhr in der Samstagnacht rücken die Einsatzkräfte zur Eberwinhalle in Obereisesheim aus. Der Wind hat derart heftig getobt, dass er das Dach der Eberwinhalle anhob. Die Dachverkleidung brach. Der Wind katapultierte Teile des Dachs bis zum benachbarten Sportheim. Zwei von vier Pfeilern, die das Hallendach tragen, sind aus der Verankerung gefallen. Die Fassade aus Glas droht, nach innen zu kippen. Eile ist geboten.

Die Feuerwehr verständigt einen Baustatiker aus Untereisesheim, das Technische Hilfswerk (THW) aus Heilbronn wird angefordert. „Wir müssen das Dach abstützen“, erklärt THW-Zugführer Manuel Weber das Vorgehen der insgesamt zwölf Männer. Dort, wo die zwei Tragesäulen weggebrochen sind, bauen die Männer vom THW mit Hilfe eines Einsatzgerüstsystems einen Kubus bis unter das Dach.

Das Gelände ist abgeriegelt 

Die neuen provisorischen Stützen helfen, die Last zu tragen. Außerdem befestigen die Männer Schlingen am Dach und verankern diese am Boden. So soll verhindert werden, dass der Wind weiterhin unters Dach fahren kann. Weber rechnet damit, dass die Arbeiten am frühen Morgen beendet sein werden. Dann ist wieder die Feuerwehr gefragt. Sie kümmert sich anschließend um den Wasserschaden im Inneren der Eberwinhalle. Mit einem Bauzaun wird das Gelände abgeriegelt. Menschen sollen nicht in Gefahr geraten.

Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig verfolgt am Einsatzort die Arbeiten. Er lobt die „hervorragende Zusammenarbeit und das gute Netzwerk“ der Hilfskräfte. Das Ereignis zeige, wie wichtig beides seien.   

Halle bis auf Weiteres nicht nutzbar

„Die Halle wird bis auf Weiteres aus der Nutzung genommen“, sagt OB Hertwig. Es sei ein massiver Schaden entstanden. Wie teuer die Sanierung wird, ist zunächst noch völlig unbekannt. Architekten, Versicherungsvertreter, Statiker werden das Gebäude in Augenschein nehmen. „Das schmerzt uns schon“, sagt Hertwig. Alle städtischen Hallen seien sehr gut ausgelastet. Fällt nun die Eberwinhalle aus der Nutzung raus, „werden wir das merken“, sagt Hertwig mit Blick auf die begrenzten Kapazitäten. Nicht zuletzt die Ringer vom VFL-Obereisesheim verlieren ihre Trainingsstätte.

Schaden zeigt sich bei Tageslicht

Am Samstagmorgen fahren Kommandant Rauh und OB Hertwig mit der Drehleiter auf das beschädigte Dach. Im Hellen sind die Schäden, die das Unwetter angerichtet hat, in vollem Ausmaß zu erkennen. Teile des Dachs winden sich um einen Stange. Glaswolle zeigt sich. Im Inneren der Sporthalle sind derweil Feuerwehrleute damit beschäftigt, das Wasser aufzunehmen. Ringer tragen ihre Turnmatten aus der Halle.  

Zu den 60 Einsätzen in der Nacht sind am Morgen weitere zehn Einsätze für die Neckarsulmer Feuerwehrleute hinzugekommen. Auch nach 9 Uhr gehen weitere Anrufe von betroffenen Bürgern ein, die die Hilfe der Einsatzkräfte benötigen.

 

 


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