E-Mobilität: Start-up stellt Solar-Stromer in Heilbronn vor

Heilbronn  Ein E-Auto, das zum Teil mit Solarenergie betrieben wird: Ist das die Zukunft der Mobilität? Das junge Unternehmen Sono Motors aus München hat das E-Auto am Wochenende in Heilbronn vorgestellt. Es soll bald zu erschwinglichen Preisen auf den Markt kommen.

Von Alexander Hettich
Email
Fast lautlos gleitet der Sion über das oberste Deck des Parkhauses am Bollwerksturm.

Ist das ein Stück Mobilität der Zukunft? Das Münchner Start-up-Unternehmen Sono Motors hat am Samstag sein teils solarbetriebenes Elektroauto Sion in Heilbronn vorgestellt. Interessenten kamen viele, Autos gibt es bislang wenige - genau zwei. Das soll sich bald ändern.

Viel hört man nicht. Fast lautlos gleitet der Sion über das oberste Deck des Parkhauses am Bollwerksturm. "Das wäre schon was", sagt Frank Piehl und schlägt nach der Probefahrt schwungvoll die Tür zu. Der Autofan ist aus Frankfurt angereist, um bei der Heilbronner Station der großen Sion-Roadshow dabei zu sein.

2019 soll die Serienproduktion starten

Jens Schmidt-Pfuhl kommt aus Würzburg. Er ist ebenfalls angetan, will aber noch warten. "Wenn mein Auto mit Verbrennungsmotor durch ist, wäre das eine Option." Die Rede ist von einem kleinen schwarzen Gefährt, mit dem die Münchner, gegründet von drei jungen Leuten, einen Coup in der Autoszene landen wollen.

Über die Start-up-Phase ist das Unternehmen eigentlich schon hinaus, es zählt 70 Mitarbeiter. "Im kommenden Jahr soll die Serienproduktion starten", sagt Sono-Sprecherin Alexa Rauscher. Es gebe bereits an die 8000 Vorbestellungen. Die Jungunternehmer haben sich auf die Fahnen geschrieben, E-Mobilität erschwinglich zu machen. Das Auto soll 16.000 Euro kosten, die Batterie noch einmal 4000.

Ein Teil des Stroms stammt aus den Solarzellen, die an der Karosserie angebracht sind. "An einem sonnigen Tag wie heute", erklärt Rauscher, "reicht der Sonnenstrom für 30 zusätzliche Kilometer." Das Gros der Energie für die versprochene Reichweite von 250 Kilometer kommt wie bei anderen E-Autos aus der Batterie, die an die Ladestation angeschlossen wird. Sie kann aber auch andere Autos oder Geräte speisen und wird so zu einer Art rollender Steckdose. Laut Sprecherin Rauscher ist der Sion "ein Baustein" eines ganzen Mobilitätskonzeptes. Carsharing sei über den Bordcomputer bereits integriert. Besitzer könnten ihre Wagen zeitweise vermieten, andere die Stromer per App nach Bedarf buchen.

Es wird keine Ausstattungsvarianten geben

In Heilbronn dürfte der Sion ein paar Fans gewonnen haben. Fotos: Alexander Hettich

Um die Kosten zu drücken, wird es keine Ausstattungsvarianten geben. Die Rede ist von einem Produktionsvolumen von 260.000 Stück über mehrere Jahre. Vom Band rollen soll der Serien-Solar-Stromer bei einem "europäischen Aufragsfertiger", mit dem die Verhandlungen noch liefen. Jedenfalls sei keiner der großen Autokonzerne an dem Projekt beteiligt.

Die beiden Prototypen, die in Heilbronn und anderswo auf Probefahrt gehen, haben keine Straßenzulassung, daher der Abstecher aufs Parkdeck. Zu den Stationen wird der Vorführwagen von einem anderen E-Auto geschleppt. Geht es nach den Münchnern, rollen die Sions bald tausendfach durch deutsche Städte. "Wir haben ehrgeizige Ziele", ist sich Rauscher bewusst. In Heilbronn dürfte der Sion ein paar Fans gewonnen haben.

 

 


Kommentar hinzufügen