Dieselgipfel: 180.000 Euro für bessere Luft in Heilbronn

Heilbronn  Was tun gegen die belastete Luft in deutschen Innenstädten? Nach dem Dieselgipfel in Berlin hat der Bund jetzt bekannt gegeben, in welchen Städten Maßnahmen zur Luftverbesserung finanziell gefördert werden.

Von unserer Redaktion und dpa

Umweltzone Heilbronn
Autostau auf der Neckarsulmer Straße (B27). In Heilbronn drohen, wie in vielen anderen Städten Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge. Foto: Archiv/Friese

 

Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU)  hat am Mittwoch Förderbescheide an 60 Städte für ihre Konzepte zur Bekämpfung von Diesel-Abgasen übergeben. Insgesamt geht es um zwölf Millionen Euro.

Radschnellweg und Fahrradparkhaus in Heilbronn

Die Stadt Heilbronn bekommt für seinen "Masterplan Green City Heilbronn"  Zuschüsse in Höhe von 180.000 Euro.

Mit dem Geld will die Stadt ein Paket umsetzen, das 19 Maßnahmen umfasst. Darunter sind Langfristvorhaben wie der Bau eines Radschnellwegs, eines Fahrradparkhauses oder Projektierungskosten für eine neue Stadtbahnlinie im Süden.

Aber auch auf kurzfristigere Projekte wie ein Umstellen der städtischen Fahrzeugflotte auf Elektrofahrzeuge oder Vorrangspuren für den Nahverkehr. Das Maßnahmenpaket hatte Heilbronn beim Dieselgipfel in Berlin eingereicht. Aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe ist das Maßnahmenpaket nicht ausreichend. Sie droht mit einer Klage.

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Bis Juli 2018 soll der Plan stehen

"Jetzt können wir durchstarten", sagt Oberbürgermeister Harry Mergel nach der Nachricht aus Berlin. Die Leiterin des Amtes für Straßenwesen, Christiane Ehrhardt, hatte die Urkunde von Christian Schmidt entgegen genommen. 

Bis zum Juli 2018 soll der genaue Plan vorliegen, teilt die Stadt Heilbronn mit. Man habe bereits bei verschiedenen Ingenieurbüros ein Angebot für die Erstellung angefragt, berichtet Ehrhardt. Man habe bereits sehr viel getan, um die Luftqualität zu verbessern, so die Amtsleiterin und nennt als Beispiele die Stadtbahn sowie kontinuierliche Verbesserungen für Radfahrer und Fußgänger.

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Stickoxide sind nicht nur ein Heilbronner Problem

In rund 90 deutschen Städten werden die Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide regelmäßig überschritten. Deshalb drohen dort gerichtlich erzwungene Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge. Als Gegenmaßnahme war Ende November bei einem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit betroffenen Bürgermeistern der Startschuss für konkrete Projekte für bessere Luft in Städten gefallen. Dazu wurde ein Fonds mit einem Volumen von einer Milliarde Euro aufgelegt. Ein Viertel der Kosten soll die Autobranche übernehmen.

Die Koordinierung der kommunalen Luftreinhaltungs-Pläne und der verschiedenen Förderprogramme übernimmt Erlangens früherer Oberbürgermeister Siegfried Balleis. Der CSU-Politiker, der die fränkische Stadt 18 Jahre lang geführt hatte, wurde von Schmidt zum Sonderkoordinator für das „Sofortprogramm Saubere Luft“ ernannt.

 

Feinstaub-Messungen in Heilbronn

In einer verkehrsreichen und industriell starken Stadt wie Heilbronn ist die Luft nicht alpenrein sauber – besonders jetzt, zur Feinstaubsaison zwischen Oktober und April. In einem Projekt misst die Heilbronner Stimme an ausgewählten Standorten mit rund 20 selbstgebauten Geräten, wie dreckig es vor Heilbronner Haustüren ist.

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