Dienstagnachmittags fahren in Heilbronn keine Busse

Heilbronn  Die Gewerkschaft Verdi will im Tarifstreit im öffentlichen Dienst den Druck auf Arbeitgeber erhöhen. Am Dienstagnachmittag, wenn die meisten Schüler zu Hause sind, fahren deshalb in Heilbronn keine Busse. Auch Stadtbahnen können betroffen sein.

Von unserer Redaktion

Warnstreik im öffentlichen Dienst: Dienstagnachmittags keine Busse

Die Tarifrunden 2014 und 2016 waren von umfangreichen Streikmaßnahmen begleitet. Auch 2014 standen die Busse in Heilbronn wie hier auf der Allee still. Foto: Berger

 

Nachdem in den vergangenen Tagen bereits in vielen Dienststellen in Deutschland zu kürzeren Warnstreiks aufgerufen worden war, will nun auch die Gewerkschaft Verdi in Baden-Württemberg zur zweiten Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst des Bunds und der Kommunen den Druck deutlich erhöhen. Für diese Woche sind mehrstündige Arbeitsniederlegungen geplant.

In Heilbronn ist der Auftakt. Erstmals in der laufenden Tarifrunde werden die Auswirkungen für die Bürger spürbar sein: Am Dienstagnachmittag, 13. März, ruft Verdi die Beschäftigten im Nahverkehr der Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Heilbronn zu einem Warnstreik auf.

Auch einzelne Stadtbahnen können ausfallen

Für Fahrgäste bedeutet das, dass ab etwa 13.30 Uhr bis Betriebsschluss am Dienstag keine Stadtbusse mehr fahren, heißt es in einer Mitteilung des HNV. Einzige Ausnahme sind die E-Wagen des Schülerverkehrs. Diese rollen bis 14 Uhr.

"Da die Stadtbahnen ebenfalls teilweise von Fahrern der SWH-Verkehrsbetriebe gefahren werden, muss auch hier mit Ausfällen gerechnet werden", schreibt der HNV. Der Regionalbusverkehr ist vom Streik nicht betroffen.

Gewerkschaft will Druck machen auf Arbeitgeber

Mit der Ausweitung der Warnstreiks reagiert die Gewerkschaft auf die bislang ablehnende Haltung der Arbeitgeber "zu praktisch allen Forderungen am ersten Verhandlungstag in Potsdam", sagt Michael Weiss, Gewerkschaftssekretär von Verdi Heilbronn.

"Deshalb begleiten wir die am 12. und 13. März stattfindenden Tarifverhandlungen mit massiven Protestaktionen und Warnstreiks", gibt sich die Geschäftsführerin der Region Heilbronn-Neckar-Franken, Marianne Kugler-Wendt, kämpferisch.

Mit dem Beginn des Warnstreiks wartet Verdi bis 13 Uhr. Um diese Uhrzeit ist ein Großteil des Schülerverkehrs an den Heilbronner Schulen abgewickelt. Danach sollen die Busse ins Depot zurückkehren und die Fahrer ihre Schichten beenden. Nach 13 Uhr sollen am Dienstag keine städtischen Busse mehr fahren.

Busfahrer sind "sehr belastet"

In allen Bereichen der öffentlichen Verwaltung, ob Kläranlagen, Müllentsorgung, Kindertagesstätten oder Krankenhäuser seien die Erwartungen der Beschäftigten an die Tarifrunde hoch. Entsprechend sieht Kugler-Wendt auch eine "flächendeckende Bereitschaft", sich an den Aktionen zur zweiten Verhandlungrunde zu beteiligen. Dass die Busfahrer beginnen, habe seinen Grund: "Sie sind sehr belastet", betont die Verdi-Chefin im Blick auf die enge Personaldecke.

Weitere Aktionen der Gewerkschaft sind am Mittwoch, 14. März, bei den SLK-Kliniken geplant − jedoch nur dann, "wenn es bei den Verhandlungen keine deutliche Bewegung der Arbeitgeber zu den aktuellen Tarifforderungen gibt", sagt Kugler-Wendt. Um 13.30 Uhr werde es eine Mittagspausenaktion im Klinikum Am Gesundbrunnen geben, um 16.45 Uhr eine Aktion im Plattenwald-Krankenhaus.

 

Forderungen von Verdi im Tarifstreit

Verdi fordert für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Gleichzeitig sollen Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro monatlich angehoben werden. Auch sollen Auszubildende nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung garantiert übernommen werden.

Die Laufzeit des Tarifvertrages soll zwölf Monate betragen. Für Beschäftigte in Krankenhäusern soll der Nachtdienstzuschlag um 20 Prozent erhöht werden.