Die Weindorf-Eröffnung verleiht Heilbronn ein Hochgefühl

Heilbronn  Das 49. Heilbronner Weindorf ist eröffnet. Bei der Feier am Donnerstagabend lobt EU-Kommisar Günther Oettinger die Stadt. Es gibt auch eine neue Edelfrau - und Zwischentöne.

Weindorf-Eröffnung: Weihnachten und Ostern in Heilbronn

Hunderte von Gästen verfolgten am Marktplatz die Eröffnungsfeier. Sie spielte sich auf der Hauptbühne und auf der Rathaustreppe ab.

Fotos: Andreas Veigel

In Heilbronn fallen scheinbar Weihnachten und Ostern zusammen. Seit Monaten ist die halbe Stadt wegen der Buga im Hochgefühl. Seit Donnerstag fühlen sich viele im siebten Himmel: wegen des Weindorfs, das am Abend am Marktplatz eröffnet wurde. Das vom Urbanus-Chor intonierte, vom Buga-Chor verstärkte und von vielen Gästen mitgesungene "Kein schöner Land" ist dabei Programm.

Zwist wegen der Buga-Wassershow

Derweil fragen sich viele: Wie wird sich die Buga auf den Weindorf-Besuch auswirken? "Zeitlich passt alles optimal", meint Wengertersprecher Karl Seiter, "viele werden nach der Buga einen Abstecher zu uns machen". Dagegen spricht Steffen Schoch als Chef der Heilbronn Marketing GmbH (HMG) von einem "gewissen Spannungsfeld" und kritisiert am Rande, dass die Buga ihre lange Nacht der Wassershows ausgerechnet aufs erste Weindorf-Wochenende gelegt hat. Andere meinen: Solche Überschneidungen gehören zu einer Großstadt.

Der OB und der neue Bürgerstolz

Beim einstündigen Eröffungsreigen auf der Hauptbühne und auf der Rathaustreppe herrscht derweil Harmonie pur. 2019 habe der Stadt "reichlich Wohlfühlmomente beschert", sagt OB Harry Mergel mit Blick auf Buga, Experimenta und andere Highlights. Viele Heilbronner seien zurecht stolz und entwickelten zwischen Weinbergen und Neckar ein "mediterranes Lebensgefühl".

 

Das gestärkte Selbstwertgefühl, aber auch Feste wie dieses, könnten laut Mergel helfen, die gesellschaftlichen Herausforderungen des Alltags anzupacken: Mobilität, Sicherheit, Wohnraumversorgung, gesellschaftlicher Zusammenhalt.

Allen voran würdigt Günther Oettinger die "phänomenale Entwicklung Heilbronns in den letzten zehn Jahren". Die Buga, aber inzwischen auch der Wein, hätten europaweit Strahlkraft. Gleichzeitig macht der EU-Kommissar Werbung für Europa, "den Friedensgaranten".

Herbstritter fehlt - Edelfrau wird gekürt

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Professorin Ruth Fleuchaus bekam vom Verkehrsverein den Ehrentitel Edelfrau.

Mit Spannung erwartet wird die Kür des neuen Herbstritters. Und siehe da: Weil der schon vor Monaten ausgewählte ehemalige Chef der Architektenkammer, Karl-Adolf Herzog, auf einer lange geplanten Reise weilt, hat der Verkehrsverein (VV) bei Zeit zusätzlich eine Edelfrau auserkoren: die Prorektorin der Hochschule Heilbronn, Professorin Dr. Ruth Fleuchaus.

Der "Architekt mit Herz, Seele und Witz", so VV-Vorsitzender Nico Weinmann über Herzog, "liebt seine Stadt", habe zu ihrer heutigen Attraktivität beigetragen, gestalterisch, aber auch durch seine ehrenamtliche Integrationsarbeit.

Fleuchaus, gebürtige Taubertälerin, sei als vielfach engagierte Leiterin weinwirtschaftlicher Studiengänge "eine hervorragende Botschafterin Heilbronns und des Weins". Eine von ihr gegründete Studenten-WG, also Winzergenossenschaft, ist sogar in einem Weindorf-Stand am Rathaus vertreten.

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Die Prominenz beim traditionellen Weindorf-Rundgang. Foto: Deglow

In Grußworten und in einer Talkrunde mit HMG-Chef Schoch zeigt sich neben der Württemberger Weinkönigin Julia Böcklen aus Kleingartach die Deutsche Weinkönigin Carolin Klöckner aus Vaihingen/Enz vom größten Weinfest der Region und von der hohen Weinqualität angetan. Carolin wünscht Julia viel Glück fürs anstehende Wahlfinale.

Und während die Käthchen die Reize Heilbronns antippen dürfen, rückt Karl Seiter Weindorf-Neuheiten in den Blick: vor allem den Öko-Stand und zwei neue Lauben, die Neudeutsch "Lounges" heißen.


Am besten mit Bus, Bahn oder Taxi

Besuchern des Weindorfs wird empfohlen, Bahn, Stadtbahn, Busse und Taxis zu nutzen. Vom Bahnhof sind es 800 Meter bis zum Weindorf , die Stadtbahnen aus den Richtungen Karlsruhe/Eppingen, Sinsheim, Mosbach und Öhringen halten direkt am Weindorf Haltestelle Rathaus. Auch mit Regionalbussen kann das Weindorf gut erreicht werden, teilweise mit Sonderfahrten (www.h3nv.de).


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