Die Baustelle für das größte Hotel der Stadt liegt im Zeitplan

Heilbronn  Im Stadtpark werden 108 Pfähle in den Boden gerammt. Auf ihnen wird einmal der Hotel-Neubau mit 173 Zimmern stehen. Noch vor der Bundesgartenschau soll die Baustelle neben der Harmonie fertig werden.

Von Joachim Friedl
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Freuen sich über einen bislang reibungslosen Bauablauf (v.l.): Wolfgang Brodbeck, Christian Speelmanns, Mike Vivas und Wolfgang Scheidtweiler.

Ein Rädchen greift problemlos ins andere. Wolfgang Scheidtweiler steht am Rande der Baugrube für das 30 Millionen Euro teure Parkhotel neben der Heilbronner Festhalle Harmonie.

Der Investor kommt gerade von einer Baubesprechung und verfolgt zufrieden die Arbeiten mit schwerem Gerät: "In diesem Moment werden die letzten Löcher für die insgesamt 108 Stützen aus Stahlbeton gebohrt. Wir sind im Zeitplan. Ich habe keine schlaflosen Nächte. Alle machen hier einen guten Job", ist der Besitzer mehrerer Hotels und Brauereien, darunter Palmbräu, sehr zuversichtlich, dass das Hotel noch vor dem Start der Bundesgartenschau am 17. April 2019 eingeweiht wird.

Erst in 40 Meter Tiefe hielt der Boden

Die 108 Pfähle mit Durchmessern von 90 beziehungsweise 120 Zentimeter wurden teilweise bis in eine Tiefe von 40 Metern gegründet. "Erst dann stießen wir auf tragfähiges Gestein", ruft Bauleiter Mike Vivas die ersten Bohrungen ins Gedächtnis zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Bereich des Stadtgartens mit Bauschutt meterhoch aufgefüllt worden. Ausschließlich auf diesen Stahlbetonpfählen steht einmal das Parkhotel mit seinen zehn Etagen. Die Fläche der Harmonie-Tiefgarage wird nicht in Anspruch genommen.

"Die am stärksten belasteten Stützen müssen nach Fertigstellung des Hotels ein Gewicht von 150 Tonnen tragen", zeigt sich Oberbauleiter Wolfgang Brodbeck vom gleichnamigen Bauunternehmen von der statischen Herausforderung beeindruckt. Die Stützpfähle müssen aber nicht nur gewaltige Kräfte ableiten, sondern tragen in ihrem Innersten Geothermie-Leitungen. "Über sie wird das Hotel im Winter geheizt und im Sommer gekühlt", erklärt Architekt Christian Speelmanns von der Berthold Architekten GmbH die Funktionsweise. Das Büro hatte 2016 den städtebaulichen Wettbewerb gewonnen.

 

 

"Alles, was recycelt werden konnte, wurde auf dem rund 4000 Quadratmeter großen Grundstück, das Wolfgang Scheidtweiler gehört, recycelt. Darunter auch Betonreste des Restaurants der Harmonie aus den Vorkriegsjahren", erinnert sich Bauleiter Mike Vivas an einen außergewöhnlichen Fund.

An belasteter Erde werden rund 15.000 Kubikmeter abgefahren. Zwei Drittel der 1500 Lkw-Fahrten sind bereits draußen. Sie alle rollen über das Nadelöhr Karl-/Gymnasiumstraße, die einzige Zufahrt zur Baustelle.

Bäume dürfen bleiben, Tiefgarage wird kleiner

Um 600 Quadratmeter wird die eigentliche Hotel-Tiefgarage verkleinert auf nunmehr etwa 40 Stellplätze. Sie werden von der Karlstraße aus angefahren. Grund für die Verkleinerung ist, dass sich die Investoren um Wolfgang Scheidtweiler und Harmonie-Gastronom Marcel Küffner entschlossen haben, die vier alten Bäume direkt hinter dem Theodor-Heuss-Saal der Harmonie stehen zu lassen.

Für Architekt Christian Speelmanns hat diese Reduzierung keine gravierenden Auswirkungen: "Da vier Meter der direkt angrenzenden Harmonie-Tiefgarage über beide Ebenen erworben werden konnten, können die hier liegenden Parkplätze dem Hotel zugeschlagen werden." Hotel- und Harmonie-Tiefgarage sind über eine Durchfahrt miteinander verbunden. Die Pkw-Abluft wird über einen 40 Meter langen Kanal abgeleitet.

 

Prominente in der Stadt

Eine Zusammenfassung über die Hotelgeschichte von Heilbronn gibt es nicht. Allerdings findet man im Stadtarchiv eine lange Liste von Gästen, die auch in Heilbronn übernachtet haben. Die Liste reicht bis in das Jahr 841 zurück. Viele gekrönte Häupter, Dichter und Denker, Politiker und Schlagerstars waren unter ihnen. Nachfolgend ein kleiner Auszug.

Viele bekannte Namen weilten in der Stadt: Im April 1734 besuchte Prinz Eugen von Savoyen Heilbronn. Friedrich Schiller übernachtete am 8. August 1793 im Gasthof Sonne, im März 1796 weilte Philosoph F. W. J. Schelling in der Stadt. Am 4. Juni 1815 gab Kaiser Alexander von Russland seine Visitenkarte ab. Im Juli 1934 übernachteten der König von Siam und seine Frau im Europäischen Hof. Schauspieler Yul Brynner nächtigte 1959 im Insel. 1962 war die Schwester des indischen Ministerpräsidenten Nehru, Vijaya Lakshmi Pandit, zu Gast.

 


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