Der Schemelsbergtunnel ist ab 3. Februar vier Wochen gesperrt

Weinsberg  Der B39-Tunnel zwischen Heilbronn und Weinsberg erhält die neueste Sicherheitstechnik. Umleitungsstrecken über Erlenbach sind erprobt. Verkehrsteilnehmer müssen dennoch mit Beeinträchtigungen rechnen.

Von Sabine Friedrich
Der Schemelsbergtunnel ist ab 3. Februar vier Wochen gesperrt

Die Erweiterung des Betriebsgebäudes auf dem Ostportal der Röhre ist gut zu erkennen. Die Fahrbahn wird durch ein Schutzgerüst abgeschirmt.

Foto: Dennis Mugler

Ein großer Lkw hat sich die enge Zufahrt hoch geschlängelt und füllt deren Breite aus. Arbeiter laden hohe Kartons aus mit Schaltschränken für das erweiterte Betriebsgebäude. Während das bestehende, zurückversetzte am Ostportal von der Straße aus nicht erkennbar ist, ragt das neue angebaute Betonteil gut sichtbar bei der Einfahrt in die Tunnelröhre heraus.

Baumaschinen, Arbeiter in orangefarbenen Schutzanzügen, Büro- und Aufenthaltscontainer rahmen seit Monaten den Schemelsbergtunnel ein. Nach den Vorbereitungs- und Wartungsarbeiten geht es jetzt an den nächsten Schritt: die Modernisierung der Tunneltechnik, um auf den neuesten Sicherheitsstandard zu kommen. Dafür muss die B 39 zwischen Heilbronn und Weinsberg für vier Wochen voll gesperrt werden: vom 3. Februar bis 3. März.

Die Umleitungsstrecke ist leistungsfähig

Mit Verkehrsbeeinträchtigungen auf der Umleitung ist zu rechnen. Bauchschmerzen hat der Projektleiter beim Baureferat Nord in Heilbronn des Regierungspräsidiums Stuttgart (RP), Alexander Metz, aber nicht. "Dafür bin ich zu lange dabei", sagt der Diplom-Ingenieur. "Ein Verkehrschaos kann weitestgehend ausgeschlossen werden", ist er überzeugt. Auch wenn die 18.000 Fahrzeuge, die den 680 Meter langen Schemelsbergtunnel täglich passieren, nun einen anderen Weg nehmen müssen. "Die Umleitungsstrecke (über Erlenbach) ist mehrfach erprobt." Die Signalanlagen werden so umgerüstet, dass sie den Verkehr auf der Umleitung optimal steuern. Die Strecke sei leistungsfähig, betont Metz.

"Eine Baustelle ist immer interessant und eine Herausforderung", sagt Gerd Holzer, Projektleiter der Firma Porr aus Österreich, die das Hauptgewerk, die technische Aufrüstung, ausführt. "Es ist schon heftig", sagt Holzer zum Verkehrsaufkommen auf der B39 und der A6 in Sichtweite. Die Herausforderung steht jetzt bevor.

Mehr dazu: Infoveranstaltung zu den Baumaßnahmen am Schemelsbergtunnel und den Schadstoffmessungen in Weinsberg 

 

Bei vier Wochen Zeit verdichten sich die Arbeiten

"Es ist in der Kürze der Zeit mit einem Monat Vollsperrung alles verdichtet", macht Metz deutlich. Es wird dann rund um die Uhr im Zweischichtbetrieb - wohl auch am Wochenende - in den Technikräumen und in der Röhre gearbeitet. "Eine Tunnelmaßnahme ist sehr anspruchsvoll", allein 15 Ingenieure seien eingebunden.

In den vergangenen Jahren hat es in dem Bergdurchlass, der 1986 bis 1989 gebaut wurde, gehäuft sicherheitsrelevante Ausfälle gegeben, was unplanmäßige Sperrungen zur Folge hatte, erläutert Metz den Grund für die Aufrüstung. Der Tunnel wird mit einer Richtfunkanbindung auf die Integrierte Leitstelle aufgeschaltet und erhält auch eine Lichtwellenleiteranbindung an die Straßenmeisterei in Abstatt, so dass bei Stör- und Notfällen sofort gehandelt werden kann - rund um die Uhr, hebt Merz hervor.

Die Sichttrübungs- und Strömungsmessanlagen, die Kohlenmonoxidmessung sowie die Brandmeldeanlagen werden erneuert. Mehr Sicherheit bringen auch die Verkehrsanlagen bei Tunnelsperrungen. So werden auf der Ost- und Westseite Schranken installiert. Durch das Aufgraben für die Kabelverlegung erstreckt sich die Baustelle rund drei Kilometer auf der Bundesstraße 39.

Maßnahmen erstrecken sich über zehn Monate

Die Arbeiten haben im August 2018 begonnen und werden bis Ende Juni dauern. Metz verspricht, dass mit Beginn der Buga in Heilbronn im April im Straßenraum nichts mehr gemacht werden müsse. Nach der jetzt anstehenden vierwöchigen Sperrung muss laut RP mit weiteren "leichten" Verkehrsbehinderungen gerechnet werden. Um das Schutzgerüst vor dem Betriebsgebäude abzumontieren, sei noch einmal eine eintägige Vollsperrung an einem Wochenende notwendig.

Die Gesamtkosten von 4,5 Millionen Euro zahlt der Bund, der Baulastträger der Straße ist.

 

 

 

 

Kommentar hinzufügen