Der Altdeutsche Weihnachtsmarkt in Bad Wimpfen kommt gut an

Bad Wimpfen  Tausende Besucher schlängeln sich am Wochenende durch die historischen Gassen von Bad Wimpfen und genießen den besonderen Weihnachtsmarkt. Nicht nur die Aussteller dort, sondern auch die Besucher geben sich große Mühe.

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"Immer der Masse hinterher, die wollen sicher alle auf den Weihnachtsmarkt", sagt eine Frau zu ihren drei Begleiterinnen, als sich die Türen der Stadtbahn S42 am Bad Wimpfener Bahnhof öffnen. Und sie hat recht, die meisten Fahrgäste gehen zielsicher in Richtung Altstadt. Von weitem duftet es bereits nach einer Mischung aus gebrannten Mandeln, Bratwurst und Glühwein. Die vielen Lichter weisen einem zusätzlich den Weg.

Ein erstes Ziel ist für viele das Genießerdorf im Wormser Hof, eine Neuheit auf dem Altdeutschen Weihnachtsmarkt. Hier gibt es besondere Leckereien und Klassiker der etwas anderen Art. Wie zum Beispiel gebrannte Mandeln ohne herkömmlichen Zucker. Bei Thomas Hartmann sind sie mit Kokosblüten- oder Birkenzucker gemacht und damit auch für Diabetiker geeignet. Es gibt zudem Ingwermandeln, Nüsse mit Chili, und getreu dem Namen "Goldsünde" verkauft der Münchner auch Schokofrüchte und andere Produkte mit Blattgold.

Nebenan schlemmen sich Gabi Heinrich, Anne Detzen und Gabi Giertin durch die Speisekarte des Restaurants Huber aus Bad Rappenau. Vor allem von den Maultaschen schwärmen die Saarländerinnen. "Die gibt es bei uns nämlich nicht", erklärt Anne Detzen.

Weihnachtsmärkte in ganz Deutschland

Auch Werner Philippi gefällt es im Genießerdorf. Aber nicht nur dort, den ganzen Markt findet er "prima" und keinesfalls "nullachtfünfzehn". Und Philippi muss es wissen. Seit zwölf Jahren besucht er mit Freunden, die auch in Bad Wimpfen dabei sind, Weihnachtsmärkte in Deutschland und Europa. "Da ist der hier im vorderen Drittel", gibt Bernd Nachtsheim sein Urteil ab. Die Gruppe kommt aus Ahrweiler am Rande der Eifel.

An Ständen mit Zigarren und feinen Trüffelspezialitäten vorbei geht es ins Getümmel und durch die historischen Gassen der Stauferstadt. Dabei merkt man schnell, was Philippi meint. Die Stände und Buden sind liebevoll geschmückt, individuell und aufwendig herausgeputzt. "An jedem Stand gibt es etwas anderes, und die Geschäfte sind toll integriert", sagt eine Besucherin aus Ilsfeld. Hier könne man viele schöne Sachen finden und nicht nur Glühwein trinken und Bratwurst essen. Die tolle Atmosphäre zwischen den Fachwerkhäusern tue ihr Übriges, fügt eine Begleiterin hinzu.

Guter Umsatz in Bad Wimpfen garantiert

Da lasse es sich auch schön arbeiten, findet Ursula Schauer, die direkt vor dem Rathaus weihnachtliche Holz-Dekoration verkauft. "Der Umsatz ist sehr gut in Bad Wimpfen", sagt die Eberstadterin. Dazu gehöre auch eine schöne Optik des Standes. So gebe sie sich beim Aufstellen und Aufhängen der vielen Kreationen aus Holz und Rinde jeden Tag große Mühe. "Es sieht immer etwas anders aus", so Schauer.

Besucher mit Weihnachtspullis und Nikolausmützen

Mühe geben sich aber auch viele Besucher. Die einen tragen Ohrringe mit Christbaumkugel-Anhängern, die anderen bunte Weihnachtspullis, und viele haben rote Nikolausmützen auf dem Kopf. So auch eine Frauengruppe aus Freiburg, deren Mützen sogar wild hin und her wackeln. Sie sind begeistert vom Bad Wimpfener Weihnachtmarkt. "Hier sind auch die Leute so nett", sagt eine der neun. Durch die Mützen haben sie bereits Anschluss gefunden. Harald Rigger aus Rottenburg am Neckar und seine Freunde tragen ebenfalls rote Zipfelmützen. Er findet: "Der Markt in dieser tollen historischen Stadt ist etwas Besonderes."

Anreise

Der Weihnachtsmarkt geht an den beiden kommenden Wochenenden weiter. Die Anreise kann mit Zug, Bus oder Stadtbahn erfolgen. Der Fußweg vom Bahnhof zur Altstadt dauert etwa sechs Minuten. Etwa 2000 kostenlose Parkplätze stehen im Tal zur Verfügung. Am Samstag (13 bis 21 Uhr) und Sonntag (11.30 bis 20 Uhr) fahren dort Shuttlebusse. Die Fahrt kostet einen Euro.


Katharina Müller

Katharina Müller

Autorin

Katharina Müller arbeitet seit Januar 2019 bei der Heilbronner Stimme und kümmert sich in der Regionalredaktion um Themen aus dem nördlichen Landkreis. Zuständig ist sie für Bad Friedrichshall, Neckarsulm, Neuenstadt, Langenbrettach, Hardthausen und Jagsthausen.

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