Das tut sich auf der Frankenbahn

Region  Pendeln zwischen Heilbronn und Stuttgart: Das kostet Nerven und Zeit, meist im Stau auf der Autobahn. Mehr Verkehr auf die Schiene, ist erklärtes Ziel der Politik. Und es tut sich tatsächlich etwas. Ein Überblick.

Von Alexander Hettich

  1. Warum eigentlich Frankenbahn?

    So wird die rund 180 Kilometer lange Eisenbahnstrecke zwischen Stuttgart über Heilbronn nach Würzburg landläufig bezeichnet.  Auf den Gleisen sind die verschiedensten Arten von Zügen unterwegs. Von Stuttgart bis Bietigheim etwa die Stuttgarter S-Bahn, dann vor allem Regionalbahnen und der Regionalexpress auf unterschiedlichen Abschnitten.

  2. Wechsel Ende 2019

    Wer fährt auf der Frankenbahn im Regionalverkehr? Bislang war das die Deutsche Bahn. Sie wurde bei der Neuausschreibung des sogenannten Stuttgarter Netzes aber wegen eines Formfehlers vom Wettbewerb ausgeschlossen. Den Zuschlag erhielten Abellio, das zu einer niederländischen Gruppe gehört, sowie Go Ahead, Tochter eines britischen Konzerns. Sie werden von Ende 2019 an unter anderem die Strecke Stuttgart-Heilbronn-Mannheim/Osterburken betreiben. Sie fahren mit modernen Zügen, die über WLAN und Klimaanlagen verfügen. Das war Teil der Ausschreibung. 

  3. Metropolexpress-Konzept

    Das MEX-Konzept ist Teil des ÖPNV-Paktes, den das Land und seine Partner 2014 geschlossen haben. Große Städte wie Tübingen, Schwäbisch Hall, Pforzheim oder Heilbronn sollen im Halb-Stunden-Takt an die Landeshauptstadt angeschlossen werden. Auf der Strecke Heilbronn-Stuttgart ist das bereits der Fall, hier wird der Takt sogar noch enger. Hier werden in der Regel mindestens drei Züge pro Stunde fahren, weil der bisherige Eilzug Würzburg-Stuttgart stündlich statt alle zwei Stunden fährt. 

  4. Stuttgarter S-Bahn-Netz
    S-Bahn Stuttgart

    Die Stuttgarter S-Bahn bedient ein Netz von mehr als 200 Kilometern rund um die Landeshauptstadt. Die Züge fahren in der Hauptverkehrszeit im 15-Minuten-Takt. Auf dem Abschnitt der Frankenbahn zwischen Stuttgart und Bietigheim fährt die Linie S5. Hier gab es immer wieder Überlegungen, die Linie zu verlängern. Als Endhaltestellen wären Vaihingen an der Enz, Vaihingen-Enzweihingen oder Kirchheim am Neckar und später Lauffen eine Option. Die Variante Kirchheim/Lauffen ist aber unwahrscheinlich (siehe Punkt 6)

     

  5. Was ändert sich Ende 2019 in Heilbronn?
    IMG_0864

    Es wird mehr schnelle Verbindungen nach Stuttgart geben. Der Eilzug Würzburg-Stuttgart mit Halt in Heilbronn fährt häufiger, er hält zwischen Heilbronn und Bietigheim nicht. Laut der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) fahren künftig zwischen Heilbronn und Stuttgart drei Züge pro Stunde. Damit sei quasi ein S-Bahn-Takt erreicht. 

  6. Was ändert sich in Kirchheim und Lauffen?
    IMG_9243

    Die Verlängerung der Stuttgarter S-Bahn nach Norden hat im neuen Regionalverkehrsplan keine Priorität. Durch den Metropolexpress ändert sich hier wenig. Es bleibt bei zwei Zügen pro Stunde. Das zusätzliche Angebot besteht ja in einer größeren Zahl an Eilzügen, die weder in Kirchheim (Foto) noch in Lauffen halten. Verbesserungen könnte es punktuell am Abend und am Wochenende geben. 

  7. Warum gewinnt Nordheim?
    _DSC8347

    Dort halten die Regionalbahnen bislang nur jede Stunde. Im Rahmen des MEX-Konzepts gibt es in Nordheim einen Halb-Stunden-Takt, wie die NVBW auf Stimme-Nachfrage bestätigt. 

  8. Was ist die VVS-Tarifreform
    DSC_0537

    Der Stuttgarter Verkehrs- und Tarifverbund setzt im April 2019 die größte Reform seiner Geschichte um. Aus 52 Zonen werden nur noch fünf Ringe. Viele Fahrten werden günstiger, insbesondere für jene, die weite Strecken fahren. Davon profitieren auch Pendler, die ab Kirchheim/Neckar Richtung Stuttgart fahren. Kirchheim gehört zum HNV und zum VVS. Lauffen überlegt, sich ebenfalls dem VVS anzuschließen.

     

    Bildnachweise: 1,5,6,7,8: Stimme-Archiv, 2: Abellio, 3, 4: dpa