Das Interesse an der Buga wächst

Stuttgart  Das Buga-Jahr startet mit einem Erfolg. Der Auftritt Heilbronns auf der Touristikmesse CMT hat bereits an den ersten Tagen die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit.

Von Christian Gleichauf

Die Bundesgartenschau und das Science-Center Experimenta dürfen sich nicht nur prominent platziert präsentieren. Sie werden auch wahrgenommen.

Werbung für Heilbronn schon bei der Eröffnungsfeier

Auf den Zufahrtsstraßen zur Messe ist um 9 Uhr alles dicht. Tausende strömen am Samstagmorgen in die Hallen der Messe Stuttgart. Mit zwei großen Ständen - einer im Eingangsbereich des Foyers, der zweite gleich zur Begrüßung in der Messehalle 6 - und vielen kleinen Hinweisen werden die Menschen auf die Buga vorbereitet. Auch bei der offiziellen Eröffnung am Samstagvormittag spielt Heilbronn die zentrale Rolle.

Vor Hunderten Besuchern darf Oberbürgermeister Harry Mergel Werbung für die Stadt machen. Er nutzt die Chance und verweist unter anderem auf das Dynamikranking der Wirtschaftswoche, bei dem Heilbronn zuletzt den ersten Platz im Land belegte. "Wenn Sie wissen wollen, warum das so ist, dann kommen Sie nach Heilbronn", lautet sein Appell.

Besucher werden zum Mitmachen animiert

Das Präsentationskonzept geht auf. Der pinke Gartenzwerg Karl wird wahrgenommen. Immer wieder stellen sich Besucher neben ihn in den Pilzwald und lassen sich fotografieren. Am Stand im Foyer entstehen im 3D-Drucker fortwährend neue Exemplare. Schon hier wird man zur Aktion aufgefordert. Den Imagefilm für die Experimenta zum Beispiel muss man sich erradeln. Wer etwas gewinnen möchte, darf tippen: Wie viele Blumenzwiebeln sind in dem transparenten Würfel? Und wer mitmacht, wird gleich vom Foyer in Halle 6 gelotst. Denn dort müssen die ausgefüllten Karten für das Schätzspiel abgegeben werden.

Zum Abschluss seines Messerundgangs schaut dort auch Justiz- und Tourismusminister Guido Wolf vorbei: "Es ist schön, dass wir nach so langer Zeit wieder eine Bundesgartenschau in Baden-Württemberg haben", sagt er und würdigt ganz besonders die Stadtexpo-Idee des Neckarbogens: "Auf der Buga in Heilbronn wird Zukunft gestaltet."

Rote Schokolade, rote Smoothies

Während er das sagt, ist rund um den Stand kein Durchkommen mehr. Doch nicht nur die Anwesenheit des Ministers lockt die Menschen an. An der Pflanzbar schenkt Sibylle Deitigmann mit ihren Mitstreitern originelle Smoothie-Mixturen in Rot und Gelb aus - so wie auf der Buga ab April. Das Heilbronner Café Roth hat den Buga-Zwerg in roter Schokolade gegossen. "Das ist die sogenannte Ruby-Schokolade", klärt Nicole Klinge auf. "Ohne Farbstoffe. Für die rote Farbe sorgt eine rote Kakaobohne", schiebt sie hinterher.

Kinder und Erwachsene freuen sich über die Abwechslung, die die Experimenta bietet

Gleich nebenan animiert die Experimenta Kinder und auch Eltern, mit einfachen Mitteln die Physik zu erkunden. Der zehnjährige Fabian Taxis aus Eppingen hat gerade mit Kupferband den Stromkreis geschlossen und lässt zwei LEDs leuchten. Sein Bruder Nico hat derweil mit der 3D-Brille experimentiert. "Für die Kinder ist das interessant und eine gute Abwechslung zwischendurch", sagt Michaela Taxis. Nur durch die Messehallen zu laufen, das sei für die Kinder irgendwann doch etwas ermüdend.

Experimenta-Sprecherin Bärbel Renner freut sich, dass sich die Menschen mitten in dem Trubel die Zeit nehmen und sich mit ihren Kindern hinsetzen. "Das finde ich schon erstaunlich." Es zeige, dass das Konzept aufgeht. Sie würde sich deshalb freuen, auch im nächsten Jahr wieder am Eingang der Halle platziert zu werden. "Wir sind in Gesprächen", deutet sie nur an.

Die Kulturpartnerschaft zwischen CMT und Buga/Experimenta scheint jedenfalls tatsächlich die Win-Win-Situation zu sein, die sich alle Beteiligten erhofft haben. "Wir haben ja die gleiche Zielgruppen", sagt Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas. Deshalb arbeite man auch das ganze Jahr über zusammen, nicht nur jetzt während der Messe. "Es wird wahrgenommen, dass die Buga eine landesweite Bedeutung hat", sagt OB Mergel.

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CMT-Besucher suchen inzwischen gezielt nach Ausflugszielen 

Nicht nur Buga und Experimenta, sondern auch zahlreiche andere Verbände, Städte, Touristikgemeinschaften und Landkreise buhlen auf der CMT um das Interesse der Kunden.

Nicht ganz glücklich sind einige der regionalen Vertreter über die früheren Öffnungszeiten am Wochenende. Der Leerlauf zu Beginn habe sich dadurch nur verlängert. Nach 11 Uhr herrscht aber auch im hinteren Bereich von Halle 6 reges Treiben.

Sobald Alexander Portmann am Stand des Freizeitparks Tripsdrill das Glücksrad dreht, bilden sich lange Schlangen. Nebenan schaut sich Rüdiger Stahr die Karten der TG Heilbronner Land durch. "Ich suche eine Übersicht der Besenwirtschaften", sagt der Mann aus Tiefenbronn bei Pforzheim. Die gezielte Suche hat in den vergangenen Jahren zugenommen, sagt Weinerlebnisführerin Regine Sommerfeld. "Die Zeiten, in denen die Leute mit Trolleys kommen und alles einpacken, sind vorbei."

Werbung mit Spezialitäten

Für die Heilbronn Marketing GmbH (HMG) ist die Buga natürlich auch hier das zentrale Thema. Es gibt neue Broschüren, etwa zu Eventlocations und Konferenzräumen. "Die Nachfragen schnellen in diesem Bereich besonders in die Höhe", erzählt HMG-Geschäftsführer Steffen Schoch.

Odenwald, Hohenlohe oder Kraichgau-Stromberg warten im Umfeld mit Infos und Leckereien auf. So wie Ralf Strecker, der am Genusstisch der Hohenloher und Haller Vertretung seine Spirituosen präsentiert. Eine junge Spanierin interessiert sich für den bitteren Zirbenlikör, der aus Kiefer-Zapfen hergestellt wird. Da kommt man auch mit guten Englisch-Kenntnissen an Grenzen. Letztlich kommt es jedoch auf den Geschmack an.