DGB-Chef Hoffmann fordert mehr Engagement für Europa

Heilbronn  Reiner Hoffmann spricht beim DGB-Jahresempfang in Heilbronn über die Vorzüge der europäischen Idee. Der Zusammenhalt müsse gestärkt werden.

Von Jürgen Paul

DGB-Chef Hoffmann fordert mehr Engagement für Europa

Daumen hoch für Europa (von links): Silvia Wagner, Reiner Hoffmann, Silke Ortwein und Bernhard Löffler.

Foto: Veigel

Als glühender Verfechter Europas präsentierte sich Reiner Hoffmann beim Jahresempfang des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am Mittwochabend in Heilbronn. "Dieses, unser Europa ist viel zu wichtig, als dass es scheitern dürfte", sagte der DGB-Bundesvorsitzende vor rund 120 Gästen im Silcher-Forum Heilbronn.

Wahlteilnahme demokratische Pflicht

Für Hoffmann ist die Teilnahme an der Europa-Wahl am 26. Mai eine "demokratische Pflicht". Nur so könne es gelingen, die nationalistischen europafeindlichen Kräfte einzudämmen. "Nationalismus ist Krieg", zitierte der Gewerkschaftschef den früheren französischen Präsidenten Francois Mitterand. Man dürfe nicht zulassen, dass diese Parteien Europa vernichten.

Hoffmann betonte, dass die Gewerkschaften schon immer pro-europäisch eingestellt seien. Die aktuell 89 Gewerkschaftsbünde in Europa repräsentierten 45 Millionen Arbeitnehmer aus 39 Ländern.

Der DGB-Chef plädierte dafür, einerseits die Errungenschaften der europäischen Integration öffentlich stärker herauszustellen. Neben den Werten Frieden, Freiheit und Demokratie, die für viele Bürger selbstverständlich geworden seien, betonte Hoffmann auch, dass die EU das Leben der Menschen verbessert habe. Als Beispiele nannte er die gemeinsame Währung, Freizügigkeit, Lohnangleichung und die Abschaffung von Roaming-Gebühren.

Berechtigte Kritik muss geäußert werden

Auf der anderen Seite dürfe auch berechtigte Kritik an Europa nicht unter den Teppich gekehrt werden, mahnte Hoffmann. So müsse der soziale Zusammenhalt in der Gemeinschaft gestärkt, Steuerschlupflöcher gestopft und Waffenexporte begrenzt werden.

Vor Hoffmanns engagierter Rede hatte Bernhard Löffler, Vorsitzender der DGB-Region Nordwürttemberg, die Bedeutung der Gewerkschaften vor Ort verdeutlicht. Mit aktuell 330.000 Mitgliedern sei Nordwürttemberg die größte Region im Deutschen Gewerkschaftsbund. "Und wir haben im letzten Jahr erneut einen Mitgliederzuwachs verzeichnet, was nicht selbstverständlich ist."

Für die musikalische Umrahmung des DGB-Empfangs sorgte die Heilbronner Band "Tropical Beat" mit afrikanischen Rhythmen.

 


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