Chorfest startet stimmig auf der Buga

Heilbronn  Es ist ein Musikfestival der Superlative. Beim 41. Chorfest des Schwäbischen Chorverbandes treten rund 7000 Sänger an vier Tagen in Heilbronn auf. Der Auftakt auf der Bundesgartenschau war vielversprechend.

Von Helmut Buchholz
Chorfest startet stimmig auf der Buga

Musikdirektor Dreiling stimmte das Lied an: "In Heilbronn, ja da ist es schee..."

Zuerst zünftig, traditionell und dann zeitgemäß, peppig: In der Eröffnung des 41. Chorfests des Schwäbischen Chorverbandes steckte am Donnerstagmorgen schon die ganze Bandbreite des Programms drin. Zunächst stimmten an den grünen Hängen neben der Buga-Sparkassenbühne Alphörner auf das viertägige Mammutereignis ein. Dann unterhielt die Freiburger A-cappella-Gruppe Unduzo einige hundert Besucher mit dem Lied: "Eine neue Zeit bricht an..."

Das alles fügte sich harmonisch zusammen, war stimmig und markierte gleichzeitig sinnbildlich, was die Veranstalter von den 300 Auftritten auf 14 Bühnen mit rund 7000 Musikern erwarten. "Wir wollen die Musik hochleben lassen, Gemeinschaft stiften und die Frage beantworten: Wie gestalten wir Chormusik", sagte Jörg Schmidt in seiner Begrüßungsrede. Der Präsident des Schwäbischen Chorverbandes fügte an, "dass wir uns hier Impulse erwarten und dabei kunstvoll am Tellerrand balancieren". Egal ob Alphorn oder a cappella: Das Festival der Chöre in Heilbronn solle die Musik "tief in die Gesellschaft tragen und verankern". Getreu dem Nietzsche-Satz: "Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum."

OB Mergel: "Singen sollte vom Arzt verordnet werden."

Chorfest startet stimmig auf der Buga

Stimmungsvoller Auftakt: Der Buga-Projektchor eröffnete mit seinem Auftritt das 41. Chorfest des Schwäbischen Chorverbandes.

Fotos: Andreas Veigel

Dass das Chorfest nach zehn Jahren wieder in Heilbronn gastiert und gleichzeitig Bundesgartenschau ist, war für Oberbürgermeister Harry Mergel "wie Weihnachten und Ostern zusammen". Dazu passe natürlich das Motto der Veranstaltung: "Stadt. Chor.Natur." Für Mergel hat Gesang "etwas zutiefst Befreiendes, in ihm liegt eine tiefe Kraft". Singen sei Fitness für Körper und Seele, unterstrich der OB. "Singen ist so gesund, dass es eigentlich vom Arzt verordnet werden und der Mitgliedsbeitrag der Sänger in den Chorvereinen von der Krankenkasse übernommen werden müsste." Der Rathauschef verteidigte den Chorgesang gegen den Vorwurf, in Zeiten von "Deutschland sucht den Superstar" altbacken zu wirken: "Chorgesang ist ein Gemeinschaftserlebnis und durch nichts zu ersetzen."

Dass neben der Stadt auch die Buga Schauplatz des Festivals wird, passt Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas prima ins Konzept. "Eine wichtige Säule der Bundesgartenschau sind die Veranstaltungen. Das Treffen der Chöre kommt der Buga entgegen, ist eine wichtige Bereicherung." Faas hob besonders die "unglaubliche Vielfalt hervor", die die Chöre mitbrächten.

Chorfest startet stimmig auf der Buga

Sangen das Hohelied auf die Buga und den Gesang als solchen: Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas und Oberbürgermeister Harry Mergel (von rechts).

Der Buga-Projketchor hat einen großen Auftritt

Gesagt, getan, gesungen: Marcel Dreiling, Musikdirektor des Schwäbischen Chorverbandes, funktionierte die Besucher in einen Chor um, ließ sie singen: "In Heilbronn, ja da ist es schee..." Auch der Buga-Projektchor hatte gleich danach auf der Sparkassenbühne seinen großen Auftritt.

Was erwarten die Sänger von ihrem großen Treffen? "Gute Laune, schöne Stimmung", antwortete Petra Kuttner-Gosch vom Ensemble PoppTones aus Ludwigsburg-Poppenweiler. Auch andere Chöre zu treffen, sei wichtig, ergänzten die Chorkollegen Werner Dückminor und Gaby Kurzel. Der Chorgesang werde sich in diese Richtung entwickeln, prognostizierte Petra Kuttner-Gosch: "Schön ist es, wenn es nicht nur in eine Richtung geht, sondern breit gefächert ist. Von Klassik bis modern, das ist cool."


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