Busunfall in Heilbronn: Fahrer war seit 33 Jahren im Unternehmen

Heilbronn  Nach dem schweren Busunfall mit einem Toten und 14 Verletzten gehen die Ermittlungen weiter. Jetzt soll ein Sachverständiger den Hergang des Unglücks klären.

Von Jürgen Kümmerle und dpa
Email

Nach einem schweren Busunfall in Heilbronn mit einem Toten und 14 Verletzten soll ein Sachverständiger den Hergang des Unglücks klären. Dazu werde im Laufe des Tages auch der Linienbus untersucht, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Die Ermittler gehen demnach davon aus, dass ein gesundheitliches Problem des 67 Jahre alten Busfahrers zu dem Unfall geführt haben könnte. Eine Obduktion sei jedoch noch nicht angeordnet worden, hieß es.

Geschätzter und beliebter Busfahrer 

Auch Tilo Elser, Geschäftsführer bei den Verkehrsbetrieben Heilbronn, geht davon aus, dass der Busfahrer vor dem Aufprall gesundheitliche Probleme hatte. Dies hatten Zeugen bereits gestern kurz nach dem Unfall ausgesagt. 

„Der Fahrer war bereits in Rente und nicht mehr voll im Einsatz“, sagt Elser. Der Fahrer sei in Teilzeit beschäftigt  gewesen und im Schnitt nur etwa ein Mal pro Woche im Einsatz gewesen. Von einer gesundheitlichen  Vorerkrankung sei Elser nichts bekannt. Die letzte Gesundheitsprüfung vor etwa 2,5 Jahren hätte der bei den  Kollegen sehr geschätzte und beliebte Busfahrer ohne Einschränkung durchlaufen.

„Jeder unserer Busfahrer muss alle fünf Jahre eine arbeitsmedizinische Untersuchung durchlaufen“,  sagt Elser. Mitarbeiter, die älter als 50 Jahre alt sind, würden zusätzlich von einem Verkehrspsychologen untersucht. Hinzu komme ein Reaktionstest. 

Der Busfahrer war seit 33 Jahren bei den Stadtwerken beschäftigt. Am Unglückstag fuhr er auf der Linie 31.  Sie beginnt in Horkheim und endet in Biberach. Zwischen den Haltestellen Hallenbad/Soleo und Europaplatz kam es Mittwochabend  zu dem Unglück. 

 

 

Laut Polizeibericht musste der Fahrer eines Range Rover an der Kreuzung Mannheimer Straße und Schaeuffelenstraße anhalten. Von hinten fuhr der Linienbus ungebremst auf den Range Rover auf und schleuderte diesen in die Kreuzungsmitte.

Der Bus geriet durch den Aufprall nach links in Richtung Grünstreifen, stieß dort gegen einen Baum und im weiteren Verlauf gegen zwei Autos auf der Gegenfahrbahn.  Im Bus wurden nach Angaben von Eberhard Jochim, Kommandant der Feuerwehr Heilbronn, mehrere der rund 40 Fahrgäste verletzt. „Vom Greis bis zum Schüler war alles vertreten.“

Rettungskräfte waren auch Stunden nach dem Unfall im Dauereinsatz. Die Mensa der benachbarten Hochschule wurde als Sammelstelle für Verletzte genutzt. Von dort wurden diese in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Knapp an Katastrophe vorbei

Eberhard Jochim, Kommandant der Feuerwehr Heilbronn, sagte in einer am Unfallort einberufenen Pressekonferenz: „Man musste zunächst von einem Massenanfall von Verletzten ausgehen. Aus diesem Grund wurden alle Krankenhäuser im Umkreis alarmiert.“ Diese Alarmierung wurde nach einer neuen Einschätzung der Lage wieder zurückgenommen. Ein angeforderter Rettungshubschrauber kam nicht zum Einsatz.

Rainer Köller, Pressesprecher der Polizei Heilbronn sprach aus, was viele am Unfallort dachten: „Alle Rettungskräfte sind sich einig, dass es hier zu einer Katastrophe mit mehreren Toten hätte kommen können.“ Der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel war ebenfalls an den Unfallort gekommen. Sichtlich betroffen sagte er: „Es hätte schlimmere Folgen haben können.“ 

Laut Polizeibericht beträgt der Sachschaden rund 150.000 Euro. Insgesamt waren 80 Rettungskräfte und vier Notärzte im Einsatz, die Feuerwehr Heilbronn war mit 45 Einsatzkräften vor Ort, von der Polizei waren 24 Beamte am Einsatz beteiligt. Auch Stunden nach dem Unfall kam es zu erheblichen Behinderungen im Berufsverkehr. Dieser wurde örtlich umgeleitet.

 

 

 

 


Kommentar hinzufügen