Bronnbräu ist pleite

Heilbronn/Weinsberg  Gegen den Barfüßer-Nachfolger wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet. Die geschlossenen Lokale in Heilbronn und Weinsberg könnten bald wieder öffnen.

Von Bärbel Kistner
Bronnbräu ist pleite

Seit September hat Barfüßer an der Heilbronner Allee geschlossen. Der vorläufige Insolvenzverwalter sucht nach einer Lösung, wie es weitergehen kann. Foto: Berger

Der Wirrwarr um die Barfüßer-Gastronomie geht in eine neue Runde. Jetzt wurde gegen die Bronnbräu GmbH am Heilbronner Amtsgericht ein Insolvenzverfahren eröffnet.

Der langjährige Barfüßer-Mitarbeiter Bashim Sadiku hatte die drei Lokale der Ulmer Hausbrauerei in Heilbronn und Weinsberg im Herbst 2017 übernommen und hatte sie unter neuen Namen weiterführen wollen. Doch nur der Weinsberger Haxenkeller öffnete wenige Tage, Qumuh und Barfüßer blieben geschlossen. Der Grund: Sadiku hatte die Verträge mit den Ulmern angefochten und die Schlüssel einbehalten.

Ansprüche müssen geklärt werden

Ein Rechtsstreit um die Betriebsübernahme und Betriebsrückgabe zwischen Barfüßer und Bronnbräusollte Ende Januar vor dem Landgericht ausgetragen werden. Doch dazu wird es nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Marcus Egner jetzt nicht kommen: "Das Verfahren ist unterbrochen."

Egner muss sich stattdessen um die Klärung der gegenseitigen Ansprüche kümmern, die strittigen Fragen klären und Licht in die unterschiedlichen Versionen des Geschehens bringen. Der Rechtsanwalt setzt nach ersten Gesprächen jedoch darauf, eine rasche Einigung herbeizuführen: "Ich sehe sogar gute Chancen für eine Neueröffnung in den nächsten vier Wochen."

Angestellte klagen auf Lohnfortzahlung 

Dass das Insolvenzverfahren den Fortgang beschleunigen könnte, erwartet auch die Barfüßer-Anwältin Stefanie Brenner aus Ulm: "Voraussetzung ist, dass wir die Räume wieder in unseren Besitz bekommen." Darauf hofft auch der ehemalige Mitarbeiter Nico Lederer, der nach wie vor Interesse hat, zumindest die beiden Weinsberger Lokale weiterzuführen: "Ich könnte jederzeit einsteigen, sobald die Schlüssel wieder da sind", sagt der gelernte Koch. Wie einige seiner ehemaligen Kollegen hatte auch Lederer vor dem Arbeitsgericht gegenüber der Bronnbräu auf Lohnfortzahlung geklagt - und Recht bekommen. Von Bashim Sadiku habe er jedoch kein Geld erhalten. Seine Ansprüche kann er jetzt in dem Insolvenzverfahren geltend machen.

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Die konkrete Schadenshöhe, die für alle Beteiligten aufgelaufen ist, vermag im Augenblick niemand beziffern. Die Summe dürfte aber beträchtlich sein. Neben den entgangenen Umsätzen und dem Pachtausfall sind es Lohnforderungen und nicht gezahlte Sozialversicherungsbeiträge.

"Barfüßer muss seit der Schließung alle Kosten im Zusammengang mit den Immobilien zahlen", sagt Geschäftsführer Marcus Krüger. Er stehe in Kontakt mit Interessenten für den Heilbronner Barfüßer. Deshalb hat er die Hoffnung, dass auch an der Allee bald wieder Bier ausgeschenkt wird.

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