Brandanschlag: Polizei nimmt Tatverdächtige fest

Lauffen  Vor drei Monaten haben Unbekannte Molotowcocktails gegen die Moschee der Islamischen Gemeinschaft in Lauffen geschleudert. 200 Polizisten durchsuchten an diesem Morgen zehn Objekte. Der Verdacht richtet sich gegen fünf türkische und einen syrischen Staatsbürger.

Von Heike Kinkopf

Seit dem frühen Donnerstagmorgen durchsuchten rund 200 Einsatzkräfte der Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart unter anderem zehn Objekte und Privatwohnungen im Stadt- und Landkreis Heilbronn sowie im Neckar-Odenwald-Kreis. Dies teilt die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit. Es geht um den Verdacht des versuchten Mordes und der versuchten schweren Brandstiftung.

Am Einsatz unter der Leitung des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg waren Kräfte des Polizeipräsidiums Heilbronn und Spezialkräfte des Polizeipräsidiums Einsatz beteiligt. Die Durchsuchungen richteten sich gegen fünf türkische sowie einen syrischen Staatsbürger im Alter von 19 bis 30 Jahren aus der Stadt und dem Landkreis Heilbronn. Diese stehen der Staatsanwaltschaft zufolge im Verdacht, an einem Brandanschlag am Freitag, 9. März, auf eine Moschee in Lauffen beteiligt gewesen zu sein. Gegen einen 23 Jahre alten türkischen Tatverdächtigen ist Haftbefehl erlassen worden. Fünf weitere Personen wurden zunächst vorläufig festgenommen. 

Unterlagen und Telefone sichergestellt

Bei den Durchsuchungen wurde laut Staatsanwaltschaft umfangreiches Beweismaterial wie schriftliche Unterlagen, Mobiltelefone, mehrere Computer und digitale Speichermedien sichergestellt. Dieses werde nun ausgewertet. 

In der Nacht auf Freitag, 9. März, waren Brandsätze gegen die Gebetsräume der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) in Lauffen geschleudert worden. In einem Raum schliefen der Imam und seine Frau. Die Räume der Gemeinschaft befinden sich in einem Gebäudekomplex mit vielen Wohnungen. Verletzt wurde bei dem Anschlag niemand. Noch in der Nacht tauchte eine sechs Sekunden dauerndes Video im Internet auf. Es zeigte die Männer bei der Tat.

Der Anschlag stand offenbar in Zusammenhang mit der türkischen Militäroffensive in der nordsyrischen Stadt Afrin, die auch Kurden betrafen. Die Lauffener Vorkommnisse waren nicht die einzigen ihrer Art. Wiederholt war es in Deutschland zu Attacken gegen Moscheen und türkische Einrichtungen gekommen. Im Fall eines Brandanschlags in Ulm vermeldete die Polizei wenige Tage später sieben Festnahmen.

 


Kommentar hinzufügen