Bei diesem Firmenlauf zählen nicht die Zeiten

Heilbronn  Mehr als 7000 Teilnehmer lassen sich am Donnerstagabend nicht von der Hitze beeindrucken und treten beim Stimme-Firmenlauf an. Es gibt weniger medizinische Zwischenfälle als in den vergangenen Jahren - und die Stimmung ist gut.

Von Christian Gleichauf
Email

iPhone-Nutzer sollten für die 360-Grad-Ansicht das Video in der Youtube-App öffnen:

 

 

Dicht an dicht drängen sich die Läufer bei Temperaturen weit über dem Wohlfühlpunkt. Der Stimme-Firmenlauf präsentiert von der Kreissparkasse hat am Donnerstagabend wieder Tausende Menschen zusammengebracht, um gemeinsam den inneren Schweinehund zu überwinden und anschließend gemeinsam zu feiern. Trotz der Hitze war der Abend für die medizinischen Helfer übrigens ruhiger als in vergangenen Jahren.

Als Ahmed Aly vom Team Raben aus Heilbronn im Ziel ankommt, kann er sich nur noch auf den Boden legen. "Anfangs bin ich zu schnell los, und dann ging nichts mehr." Knapp 40 Minuten zuvor war der Mosbacher in der ersten Reihe des ersten Blocks gestanden und fieberte dem Startschuss entgegen. Neben ihm die Schnellsten aus dem vergangenen Jahr, das Team HappyFitness um Ralf Kozka. "Ich mach langsam", sagt der 52-Jährige. Das Juniorenteam aber habe sich etwas vorgenommen. Etwa Moritz Göttler. "Ich möchte schon voll laufen", sagt der 15-Jährige.

Stimme-Firmenlauf 2019
Jörg Schmalzhaf (links) ist schon zum elften Mal beim Firmenlauf dabei. Mit seinem Team will er es am Donnerstag aber langsam angehen lassen. Foto: Christian Gleichauf

Bei elften Firmenlauf zum elften Mal dabei

Dabei wurden die Organisatoren an diesem Tag nicht müde darauf hinzuweisen, dass man unter diesen Bedingungen nicht unbedingt den sportlichen Erfolg suchen sollte. Einer, der es wissen muss, ist Jörg Schmalzhaf. Der 52-Jährige hat bislang alle zehn Firmenläufe mitgemacht und ist mit seinem Team der Firma Kiefer Werkzeugbau aus Schwaigern nun auch beim elften mit dabei. So heiß wie diesmal war es allerdings noch nie, da ist er sicher. "Ich tu heut richtig langsam."

Der Lauf ist auch an diesem Tag wieder Werbung für die Stadt, die Region und ihre unzähligen Unternehmen. Alles läuft, alles lacht. Heilbronn-Marketing-Chef Steffen Schoch ist schon vor dem Start zuversichtlich, dass an diesem Abend alles glatt gehen wird. "Diese Stimmung hier ist doch einzigartig!" Er soll recht behalten. Am Ende gibt es nur einen Mann, der ins Krankenhaus gefahren werden muss. Dessen Probleme wurden nach Aussage des DRK aber nicht durch die Hitze ausgelöst. Ansonsten nur Schürfwunden, Blasen - "das Übliche".

Läufer sind dankbar für extra-Service entlang der Strecke

Unterwegs werden die Läufer mit originellen Ideen angefeuert. So steht etwa Victoria Roeger am Straßenrand und hält ein Schild hoch. Ein Läufer nach dem anderen klatscht es ab. Drauf zu lesen ist: "Tap here to power up!" - "Hier klopfen, um neue Kräfte zu sammeln." Das nutzen natürlich nicht nur die eigenen Kollegen von Bechtle. "Da dürfen alle mitmachen."

Gleich nebenan vor der Badstraße 26 sprengt Ralf Heybrecht mit seinem Gartenschlauch die Läufer. "Das wird hier schon seit zwei, drei Jahren so gemacht." Viele Läufer nehmen die Dusche dankbar an. Und auch die Organisatoren bieten in diesem Jahr Wasser satt. Die Feuerwehr hatte sogar den Asphalt vor dem Lauf komplett gewässert. Doch als die Läufer unterwegs sind, erinnern nur noch ein paar Pfützen an den guten Willen.

Die Männer und Frauen auf dem Treppchen

Als erster Läufer erreicht Olympia-Teilnehmer Arne Gabius nach 14:49 Minuten das Ziel und siegt vor Dominik Sowieja (15:20) und Jonathan Loew (15:52). Schnellste Frau im Feld ist Lokalmatadorin Isabel Leibfried, Dritte der Deutschen Marathon-Meisterschaften, mit 17:11 Minuten. Zweite wird Suse Hagelauer (17:46), den dritten Platz belegt Marie Kraft (18:33).

>>> Alle Firmenlauf-Ergebnisse 2019 in der Übersicht

Weiterlesen: Der Stimme-Firmenlauf im Live-Blog

 

Sicherheit geht vor

Damit die Läufer sich in den sonnigen Streckenabschnitten nicht zusätzlich aufheizen, haben die Organisatoren den Abstecher durch die Innenstadt gestrichen. Somit verkürzte sich die Strecke von 5,7 auf 4,8 Kilometer. Zusätzliche Wassersprüher entlang der Strecke und Wasserausgaben wurden eingerichtet, die Straßen mit Wasser benetzt. Nur wenige Teams ließen sich von der Hitze abhalten, an dem Lauf teilzunehmen. Von 7700 gemeldeten Läufern starteten 7280, 7241 erreichten das Ziel. Eine ungewöhnlich hohe Quote von gut 99 Prozent. 

 

Kommentar hinzufügen