Bechtle nimmt die nächste Erweiterung in Angriff

Neckarsulm  Der IT-Dienstleister Bechtle aus Neckarsulm baut ein zusätzliches Bürogebäude und schafft damit 600 weitere Arbeitsplätze. Der Neubau kostet einen zweistelligen Millionebetrag und wird einige Besonderheiten beinhalten.

Von Heiko Fritze

Bechtle nimmt die nächste Erweiterung in Angriff

So soll der nächste Neubau an der Bechtle-Zentrale in Neckarsulm aussehen. Das Gebäude mit einem Atrium in der Mitte soll im Oktober 2020 bezogen werden.

Animation: Bechtle

Noch vor einem Jahr hatte Bechtle-Vorstandschef Thomas Olemotz eine Erweiterung der Konzernzentrale in die weitere Zukunft verwiesen. Nun wird es doch schneller gehen: Im Oktober kommenden Jahres soll der nächste Bauabschnitt bereits bezogen sein, kündigte der IT-Dienstleister gestern an. Dabei soll Raum für 600 neue Arbeitsplätze geschaffen werden - die Kapazitäten wachsen damit auf 2500 Stellen an.

Auslöser für die Entscheidung seien Hochrechnungen der weiteren Unternehmensentwicklung gewesen, erläutert Konzernsprecherin Sabine Brand. Obwohl noch Platz für etwa 100 Mitarbeiter in den bestehenden Bürogebäuden ist, sei klar geworden, dass diese Räume beim momentanen Tempo des Wachstums bald gefüllt sein werden. "Und solch ein Gebäude benötigt auch einige Bauzeit." Daher habe sich die Unternehmensspitze entschlossen, den Neubau jetzt schon anzugehen.

Vier Stockwerke mit Atrium in der Mitte

Der neue Trakt soll - anders als bei den vorherigen Erweiterungen - nicht als Anbau entstehen, sondern ein eigenständiges Gebäude sein. Die Investitionssumme bewegt sich im zweistelligen Millionenbereich, berichtet Sabine Brand. Da noch einige Optionen der Gestaltung offen sind, sei ein genauerer Wert noch nicht bekannt. Fest steht aber schon, dass der Bau etwa 8700 Quadratmeter Büroflächen umfassen soll, 45 mal 50 Meter Außenmaße hat und vier Stockwerke bekommt. Als Mittelpunkt ist ein Atrium mit Glasdach geplant - etwas Ähnliches gibt es auch schon in den bestehenden Bauten. Erstmals wird aber nun auch ein Bürogebäude mit Geothermie versorgt, die je nach Bedarf für Wärme und Kühlung sorgen soll. Bechtle hat bislang Erdwärme-Sonden nur für die beiden Erweiterungen des Versandlager-Gebäudes sowie bei seinem Parkhaus in Betrieb.

Weitere Parkflächen verschwinden

Bechtle nimmt die nächste Erweiterung in Angriff

Für die 1800 Mitarbeiter verringert sich mit dem Anbau aber die Parkfläche: Gebaut wird auf jener Hälfte vor dem Parkhaus, die näher an den Bürogebäuden liegt. Allerdings umfasst das erst 2017 eröffnete Parkhaus auch 1600 Stellplätze, darunter 50 Ladepunkte für Elektro- und Hybridfahrzeuge.

Neben Büros wird in dem Neubau auch Platz für den Bereich Gesundheitsmanagement geschaffen. Bislang fanden Kurse wie Yoga, Qi-Gong oder Rückenschule für die Mitarbeiter in Besprechungsräumen innerhalb des Bürokomplexes statt, die ausgeräumt und anschließend wieder eingeräumt werden mussten. Künftig soll es umgekehrt sein - die neuen Räume stehen grundsätzlich für die Gesundheitskurse zur Verfügung, können aber bei Bedarf auch für andere Veranstaltungen genutzt werden. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unser Gesundheitspropgramm sehr gut angenommen wird", erklärt Sabine Brand. "Daher schaffen wir dafür jetzt eigene Räumlichkeiten."

Nur noch wenig Reserveflächen

Allmählich wird für Bechtle nun aber der Platz in Neckarsulm knapp: Nach dem nächsten Neubau ist auf dem derzeitigen Areal nur noch die letzte Hälfte des Parkplatzes vor dem Parkhaus übrig. Dabei hat sich der Konzern in seiner neuen Vision, die bis in das Jahr 2030 reicht, weiteres Wachstum auf die Fahne geschrieben - der Umsatz soll sich bis dahin verdoppeln, was wiederum ein deutliches Wachstum der Mitarbeiterzahl auch in der Zentrale mit sich bringen wird. Welche Richtung Bechtle mit anschließend nötigen Erweiterungen einschlagen wird, lässt Vorstandssprecher Olemotz bislang offen.


Immer wieder wurde angebaut

Seit sich die Bechtle AG 2004 mit zunächst 450 Mitarbeitern in Neckarsulm ansiedelte, wurde der Standort immer wieder erweitert. Als die Mitarbeiterzahl dort die 700 überschritt, wurde 2008 erstmals ein Bürogebäude angebaut. 2011 wurden in einem Doppelschlag erst das Logistikzentrum und dann noch die Bürogebäude vergrößert. Damals zählte der Standort zu Jahresbeginn noch 870 Mitarbeiter, im Herbst waren es schon 1000. 2016 folgte der nächste Anbau am Logistikzentrum - da waren es schon mehr als 1300 Beschäftigte. Noch im gleichen Jahr begann der Bau des Parkhauses mit 1600 Stellplätzen, das alleine etwa zwölf Millionen Euro kostete. Die nächsten Erweiterungen wurden hier schon eingeplant - unter anderem ist ein digitales Parkflächenmanagement vorgesehen.

 

Kommentar hinzufügen