Bald trinken Studierende Kaffee auf der Mensa

Heilbronn  Auf dem Bildungscampus wird ein Gebäude nach dem anderen fertiggestellt. Gearbeitet wird an der unterirdischen Mensa, dem "Elfenbeinturm" für die TU München, der Tiefgarage und der Bibliothek. Warum das läuft wie am Schnürchen? Das hat der zuständige Projektleiter verraten.

Von Christian Gleichauf
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In der Cafeteria fühlen sich die Studenten unter den schicken Deckenleuchtern schon ziemlich wohl. Doch den Kaffee draußen zu genießen − das macht noch herzlich wenig Freude. Vor den Panoramafenstern laufen die staubigen Bauarbeiten für die neue Mensa. Damit wächst allerdings die Vorfreude auf die Zeit, wenn die Aussicht hier von grüner Farbe dominiert wird.

Neben dem HVG-Turm an der Weipertstraße befindet sich seit wenigen Wochen die tiefe Baugrube, wo Tiefgarage, Hochschulgebäude und Bibliothek entstehen.

Bevor die unterirdische Mensa aber von Rasen überdeckt wird, braucht es noch eine ganze Weile. Erst im September 2019 soll sie fertig sein. Derzeit rammen die Bohrer bis zu 14 Meter tief ins Erdreich. Denn bevor die Baugrube ausgehoben werden kann, muss eine Bohrpfahlwand erstellt werden. Bohrung wird neben Bohrung gesetzt, die Löcher dann mit Beton ausgegossen. "So bleibt die Wand stehen, und wir haben das Grundwasser im Griff", erklärt Peter Diemer, der zuständige Projektleiter des Schwarz Campus Service.

Der TUM-Turm wird mit weißen Klinkersteinen verkleidet

Nebenan sind 36 Arbeiter der Baufirma Duda aus Heilbronn dabei, den 45 Meter hohen TUM-Turm mit weißen Klinkersteinen zu verkleiden. Den gibt es in dieser Farbe nur in Dänemark, erklärt Diemer. Alles nicht ganz billig. Doch über Geld spricht man hier nicht. Polier Pavel Tobrucki hat dennoch einige Zahlen parat: 3591 Quadratmeter Klinkerfläche hat der Turm. 38 Steine pro Quadratmeter. Macht 136.000 Steine.

In ihren roten Pullis heben sich die Arbeiter kontrastreich von der hellen Fassade ab. Bald soll diese noch heller werden: Der noch dunklere Mörtel zwischen den Steinen soll verschwinden. "Das wird alles noch weiß verfugt", erklärt Projektleiter Diemer. Das prägende Gebäude des Bildungscampus wird − so könne man sagen − zumindest optisch ein Elfenbeinturm. Oder einfach nur das Highlight. Es sei der Wunsch des Stifters gewesen, verrät Peter Diemer.

 

Wer in gestalterischen Fragen das letzte Wort hat

Kaffee trinken auf der Mensa am Elfenbeinturm

So soll einmal der Platz vor dem TUM-Turm aussehen. Der Erdhügel überdeckt Teile der Mensa und der Mensa-Küche.

Visualisierung: Auer Weber I Dieter Schwarz Stiftung

Doch Dieter Schwarz entscheidet nicht allein über die gestalterischen Fragen auf dem Campus. Der Lenkungsausschuss der Dieter-Schwarz-Stiftung hat hier formal das letzte Wort. Doch ob Stifter oder Ausschuss − offenbar werden sie ihrer Verantwortung gerecht. Denn während der Berliner Flughafen noch immer Baustelle ist, wird hier ein anspruchsvolles Gebäude nach dem anderen fertiggestellt. Dafür gibt es Diemer zufolge einen Grund: "Es liegt am Bauherrn." Denn nachdem in Berlin eigentlich alles auf der Zielgeraden war, hätten mehr als 500 Bauherrenwünsche den Projektverantwortlichen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das halte sich hier auf dem Campus doch sehr in Grenzen.

Verzögerungen gibt es trotzdem. Etwa durch die Altlasten im Boden. Da sich auf dem ehemaligen Industriegelände Benzole im Erdreich gesammelt hatten, musste es erst einmal korrekt entsorgt werden. "Gefährlich für die Arbeiter war es hier nicht", sagt Peter Diemer. Aber es habe eben Zeit gekostet. So ist der Turm nicht wie geplant zum Wintersemester bezugsfertig, sondern erst im Dezember.

Mit Tiefgarage und Bibliothek geht es weiter

Erst vor zwei Monaten haben die Bauarbeiten am nördlichen Rand des Campus begonnen. Jetzt ist dort schon eine riesige Baugrube zu sehen, wo eine Tiefgarage für 140 Fahrzeuge und Gebäude für die Hochschule Heilbronn sowie die Bibliothek mit ihrer attraktiven Glasfassade entstehen soll. Auch hier wurde mit viel Aufwand das Grundwasser außen vor gehalten. "Die Bodenplatte ist bis zu einem Meter dick", sagt Diemer.

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